Der Weltmeister und das Finanzamt

joecadaGerade einmal 14 Tage ist es her, da hat sich ein 21-jähriger Schulabbrecher, unsterblich gemacht. Die Pokergeschichtsbücher haben seit dem 9. November Joseph Cada als jüngsten World Series of Poker Main Event Champion aller Zeiten verewigt. 8.546.435 Millionen Dollar und das goldene Weltmeisterarmband konnte Joe aus den Händen des kürzlich zurückgetretenen WSOP-Kommissionärs Jeffrey Pollack am Ende eines denkwürdigen Abends entgegennehmen.

Es gibt allerdings noch einen zweiten großen Gewinner. Der darf sich zwar nicht in die Poker Annalen einschreiben, dafür war des für dieses Institut auch fast völlig belanglos, wer den Final Table für sich entscheidet. Das Finanzamt kassierte in acht von neun Fällen kräftig mit.

Im überwältigenden Gefühl des Triumphes und einem wahren Interviewmarathon danach, mit dem Höhepunkt eines Auftrittes in der Letterman-Show, wird auch Joe Cada keinen Gedanken an den Fiskus verloren haben. Muss er auch nicht. Denn einige Steuerexperten waren so freundlich und haben bereits ausgerechnet, wie viel Dollar Cada der amerikanischen Bundessteuerbehörde IRS schuldig ist.

27.220.989 Millionen Dollar wurden unter den November Nine ausgespielt. Da nur im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland Poker als Strategiespiel angesehen wird und aus Gewinnen hieraus keine Steuer erhoben werden, drückte die amerikanische Staatskasse allen Akteuren die Daumen, nur nicht James Akenhead.

Der Beistand sollte sich auszahlen wie wir alle wissen, denn der Londoner musste den Finaltisch bereits wieder als Erster verlassen. So gehen in der Endabrechnung 10.593.985 Millionen Dollar an die Staats- und Bundesfinanzbehörden Amerikas bzw. Frankreichs.

Denn anders als im Akenhead-Fall muss der Franzose Antoine Saout von seinem Preisgeld für Platz 3 (3.479.670 Dollar) fast 1.391.868 Dollar dem französischen Staat mit seinem Vorsteher Nicolas Sarkozy zahlen. Saout, der 25-jährige aus der Bretagne, wird es verschmerzen, immerhin hatte er nicht einmal 100 Dollar für die Qualifikation auf Everest Poker investiert.

Kommen wir zurück zum neuen Weltmeister, Joe Cada. Der durchlebte nämlich im Vorlauf zur WSOP wieder einmal, wie hart das Leben eines Pokerprofis manchmal sein kann, wenn der Downswing um sich greift. 150.000 Dollar Verlust musste der junge Mann aus Michigan, der mit einer Schönheitskönigin liiert ist, beim Online-Poker abschreiben. Deswegen ließ er sich für die World Series of Poker und das Main Event auf einen sogenannten Backing-Deal ein. Er fand in Eric Haber und Cliff Josephy, besser bekannt unter seinem Onlinespielernamen „JohnnyBax“, zwei zahlungskräftige Investoren. Die beiden New Yorker sorgten dafür das Cada „flüssig“ nach Las Vegas reisen konnte und erhielten im Gegenzug 50 Prozent aller Gewinne. Von denen möchte die amerikanische Staatskasse nun wiederum auch annähernd Hälfte, so dass Cada, Haber und Josephy zusammen ungefähr 3.754.172 Dollar ihres Gewinns abführen müssen.

Joe Cada wird auch nach der Auszahlung ans Finanzamt nicht am Hungertuch nagen. PokerStars hat ihn für zunächst 12 Monate mit einem Profivertrag in Höhe von einer Million Dollar ausgestattet. Damit sollten die Spesenrechnungen auf den Reisen im internationalen Turnierzirkus gedeckt sein. Darüber hinaus plant der 23-jährige einen Hauskauf in Las Vegas – sozusagen als Altervorsorge. Das Finanzamt hingegen wird es gar nicht erwarten können, bis der nächste Pokerweltmeister im Jahr 2010 gekürt wird…

Die Gewinne der November Nine:

Gewinn vor Steuern/Gewinn nach Steuern
2. Darvin Moon $5,182,198 $3,067,595
1. Joseph Cada $4,273,521 $2,500,660
1A. Mr. Cada’s Backers $4,273,521 $2,292,210
3. Antoine Saout $3,479,670 $2,087,802
4. Eric Buchman $2,502,890 $1,332,123
5. Jeff Shulman $1,953,452 $1,281,757
9. James Akenhead $1,263,602 $1,263,602
7. Phil Ivey $1,404,014 $879,018
6. Steven Begleiter $1,587,160 $878,921
8. Kevin Schaffel $1,300,231 $845,150
Total $27,220,259 $16,428,838

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