Raubüberfall auf die EPT Berlin – so lief der Tag aus der Sicht der Täter

Vieles ist hier und anderer Stelle schon über die fünf Räuber der EPT Berlin geschrieben worden. Heute ist allerdings ein Artikel auf Spiegel Online erschienen, der uns einen schönen Einblick in die unglaubliche Inkompetenz gibt, mit der die fünf Kriminellen vorgegangen sind.

Die Fünf, allesamt arbeitslose Sozialhilfeempfänger aus Neuköln und Kreuzberg, stellen sozusagen eine Antithese zu den cleveren und eleganten Casinoräubern der Oceans Filmserie dar. Wo George Clooney und Konsorten ausgesprochen geplant und organisiert vorgehen, waren Improvisation und Chaos die primären Eigenschaften des Berliner Pokerraubes.ueberfall15341469mfbqtemplateIdrende

So sollen die meisten der mehrmals vorbestraften Intensivtäter bis zuletzt eigentlich gar nicht gewusst haben, worum es eigentlich geht und ließen sich nur aus Angst, ihr Gesicht zu verlieren auf die Sache ein. Der „Kopf“ der Bande Ibrahim El-M. rief am Morgen des 6. Märzes seine Freunde zusammen. Geplant wurde der Coup dann spontan in einer McDonalds Filiale in der Nähe des Hyat Hotels. Dabei sollen sich die späteren Täter so unauffällig verhalten haben, wie Elefanten im Porzellan Laden. Gleich mehrere Zeugen konnte sich später gut an sie erinnern.

Zwei Komplizen der Bande – Turnierteilnehmer einer kurdisch-libanesischen Großfamilie – gaben schließlich das Signal zum Losschlagen und die verhinderten kriminellen Genies setzten ihren einfachen, nicht besonders erfolgreichen Plan in die Tat um: Mit Macheten und Schreckschusspistolen ins Hotel stürmen, rumschreien und den Tresor ausräumen. An die anwesende Security verschwendeten sie dabei kaum einen Gedanken, schließlich waren diese von ihren Vorort anwesenden Komplizen fachmännisch als Weicheier eingestuft worden, die solch gestanden Männern wie den Räubern wohl wenig entgegenzusetzen hatten. Viel Wert legten die modebewussten Räuber allerdings auf ihr Äußeres. Da es für ihn keine schicken, schwarzen Lederhandschuhe, sondern nur gelbe Pelzhandschuhe aus Plastik gab, entschloss sich der 21. Jährige Vedat S. dazu, lieber ganz auf Handschuhe zu verzichten. Auf eine Tasche, um ihre Beute abzutransportieren, verzichteten sie dabei auch. Zu ihrem Glück fanden sie Vorort dann allerdings eine Laptoptasche.

Als dann im Hotel so ziemlich alles schief lief, was schief laufen konnte, und die „Weicheier“ von der Security dann doch ausgesprochen hartnäckigen Widerstand leisteten, entschlossen sich zwei der Räuber dann auch noch dazu, sich ihrer Masken zu entledigen. Wahrscheinlich, da es sich ohne der lästigen Wolle im Gesicht besser kämpfen lässt. Entgegen aller Wahrscheinlichkeiten gelang es den Kriminellen dann doch mit ihrer Beute zu flüchten. Was – wie wir alle wissen – aber nicht bedeutete, dass sie mit ihrem planlosen Coup davon gekommen waren.

Vedat S. dessen Mercedes für die Fahrt vom McDonalds zum Hotel benutzt worden war, stellte sich wenige Tage später der Polizei und verpfiff all seine Komplizen. Diese hatten sich zwischenzeitlich in ihre Heimatländer abgesetzt, waren dann allerdings wieder zurückgekommen und warten nun auf ihr Verfahren.

Dieses könnte allerdings für alle, bis auf das kriminelle Genie Ibrahim El-M., relativ glimpflich ausgehen, da ihnen wohl nur eine Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht droht. Von der Beute fehlt allerdings immer noch jede Spur.

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