WSOP 2010: das war Tag 7 – Sieg für Ungarn – Ami Joshua Tieman bester Schütze

Im Wilden Westen waren Pokerpartien oft sehr schnell beendet. Einer der Cowboys zeigte beim Showdown die schlechtere Hand, beschuldigte den anderen des Falschspiels und schon wurden die Colts gezogen. Ein paar Schüsse, viel Rauch, der Mann am Piano hechtete hinter die Bar und der Barkeeper zog einem Kunden eine Flasche über den Schädel. Zumindest soll es so gewesen sein, wenn uns Hollywood nicht belogen hat. Und würde Hollywood sowas tun? Die Realität sieht dagegen etwas anders aus.Tieman

World Series of Poker bedeutet nicht nur das größte Event, sondern auch das längste. 14-Stunden-Tage sind keine Seltenheit und damit meine ich nicht einmal uns vom schreibenden Fach. Das Spiel im Internet hat uns wohl zu sehr verwöhnt. Multitabling mit hunderten Händen pro Tisch und Stunde machen einem zum Action-Junkie. Dagegen wirkt das Spiel am echten Filz, wie eine Planwagenfahrt in Richtung Westen. Schon wieder das Wild-West-Gefühl.

Finale – Event #6 $5,000 No-Limit Hold’em Shootout

Noch mehr dieser Wild-West-Gefühle gab es beim Shootout-Event. Die Duellanten standen im Kreis, zogen ihre Waffen, Piff-Paff, der Rauch verzog und nur noch einer war stehengeblieben. Sechs Spieler, vier Stunden und ein Bracelet.

Gewonnen hat Joshua Tieman (Foto) aus den Vereinigten Staaten, Runner-up wurde der britische Pro Neil Channing.

1                    Joshua Tieman (USA) $441.692
2                   Neil Channing (GBR) $273.153
3                   Stuart Rutter (GBR) $179.617
4                   Joseph Elpayaa (USA) $125.387
5                   Nicolas Levi (GBR) $92.543
6                   Brent Hanks (USA) $71.998


Finale – Event #7 $2,500 2-7 Triple Draw

Das zweite Bracelet des Tages holte sich Peter ‚Iteopepe88‘ Gelencser. Der junge Ungar setzte sich im Finale gegen die amerikanische Konkurrenz durch und schnappte sich die $180.730 Siegprämie bei diesem Lowball-Turnier. In der letzten Hand hatte er Raphael Zimmerman bereits nach dem zweiten Draw All-in. Während Gelenscer pat blieb (keine Karte mehr tauschte), ließ sich Zimmerman eine neue Karte geben. Gelenscer zeigte 9-7-4-3-2, Zimmermann zeigte 8-6-5-3 und eine weitere Sechs, die er gedealt bekommen hatte. Das Turnier war beendet.

1                    Peter Gelencser (HUN) $180.730
2                   Raphael Zimmerman (USA) $111.686
3                   Don Mcnamara (USA) $73.803
4                   David Chiu (USA) $50.157
5                   Jameson Painter (USA) $34.843
6                   Leonard Martin (USA) $24.723

Tag 2 – Event #8 $1,500 No-Limit Hold’em

Am zweiten Tag wurde das Feld weiter runtergespielt. Dennoch schaffte man es nicht, den Final Table auszuspielen. Die Führenden sind Saar Wilf (1,2 Millionen) aus Israel und Andrew Cohen (1 Million) aus den Vereinigten Staaten.

Erich Kollmann (23./478.000) hält die Bracelet-Hoffnung für Österreich aufrecht und Phil Hellmuth (5./567.000) hofft auf das volle Dutzend: „Will tomorrow be the day I win bracelet number 12?“ – so sein Kommentar via Twitter. Insgesamt dürfen noch 25 Spieler vom Turniersieg träumen.

1 Saar Wilf (ISR) 1.207.000
2 Andrew Cohen (USA) 1.025.000
3 Charles Lehr (USA) 653.000
4 Scott Vener (USA) 576.000
5 Phil Hellmuth (USA) 567.00
6 Joshua Brikis (USA) 547.000
7 Daniel Wjuniski (USA) 490.000
8 Jared Michelizzi (USA) 479.000
9 David Aue (USA) 479.000
10 Max Steinberg (USA) 478.000

23 Erich Kollmann (AUT) 148.000

Tag 1 – Event #9 $1,500 Pot-Limit Hold’em

Obwohl die Unterschiede zur No-Limit-Variante nicht so immens groß sind, scheint Pot-Limit Hold’em viele Spieler abzuschrecken. Gerade einmal 654 Teilnehmer brachten die $1.500 Buy-in auf, was im Vergleich zu den No-Limit-Turnieren recht wenig ist.

Das Feld war dementsprechend „Pro-lastig“ und viele bekannte Gesichter tummelten sich an den Tischen. Dass ein bekannter Name kein Ticket für Tag 2 garantiert, zeigten unter anderem Joe Sebok, Annette Obrestad, Jeff Madsen, Lacey Jones, Chris Ferguson, Antonio Esfandiari, Joe Cada, Lex Veldhuis, Gavin Griffin oder der Vorjahressieger JP Kelly. Nur insgesamt 65 Spieler durften am Ende eintüten, was kurios ist, da es ab Platz 63 bereits das erste Geld gibt.

1 James Dempsey (GBR) 205.900
2 Scott Montgomery (CAN) 193.300
3 Jim Lewis (USA) 154.400
4 Joseph Gotlieb (USA) 115.000
5 Daniel Burke (USA) 88.000
6 Scott Haraden (USA) 76.000
7 Melissa Hayden (USA) 70.000
8 JJ Liu (USA) 56.000
9 Bob Oxenberg 45.000
10 Joe Serock (USA) 45.000

Tag 1 – Event #10 $10.000 Seven Card Stud Championship

Noch mehr Stardichte gab es beim $10.000-schweren Champions-Event im Seven Card Stud. 150 Teilnehmer schraubten den Preispool auf 1,4 Millionen und auf den Sieg sind $394.807 ausgeschrieben. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Michael Mizrachi, der frischgebackene Player’s Champion, beendete den Tag als Chipleader. Ebenfalls in den Top Ten sind Doyle Brunson und Daniel Negreanu. Ob Robert Zipf und Marco Liesy aus Deutschland sowie Daniel Studer und Ernst Stoller aus der Schweiz unter den 88 verbliebenen Spielern sind, zeigt sich erst nach der offiziellen Auswertung der Chipcounts.

1 Michael Mizrachi (USA) 191.900
2 Vladimir Schmelev (RUS) 180.000
3 John DAgostino (USA) 140.000
4 Yuval Bronshtein (USA) 103.000
5 Doyle Brunson (USA) 100.000
6 Alexander Kostritsyn (RUS) 96.000
7 Men Nguyen (USA) 94.000
8 Freddie Ellis (USA) 89.000
9 Daniel Negreanu (CAN) 88.000
10 Scott Seiver (USA) 88.000

Mehr Informationen über die Spieler aus dem deutschen Sprachraum und deren Chipcounts gibt es heute Abend von unseren Kollegen vor Ort, die euch mit dem Live-Blog versorgen.

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