Anonyme Tische & Patentrecht auf die virtuelle Bankroll

Beim Kampf der Pokerrooms wird nichts unversucht gelassen, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Majorsites wie Full Tilt oder Branchenprimus PokerStars glänzen hierbei mit innovativen Ideen, die dem Spieler wirklichen Komfort und/oder rasante Action bieten. Die kleineren Sites dagegen versuchen durch Spielereien von sich Reden zu machen, die meist nur gut genug sind, um ein paar Fische an den Tisch zu locken (nun ja, immerhin).

anonymDas Microgaming-Network hat nun ‚Anonymous Tables‘ ins Leben gerufen und damit eine hitzige Diskussion entfacht. Setzt man sich an einem dieser Tische, so steht anstelle eines Screennames ein anonymes Kürzel wie beispielsweise ‚Player 2‘. Auf der einen Seite biete diese Methode Schutz vor Datamining, da keine Statistiken erfasst werden können. Andererseits eröffnet dies auch Betrügern zusätzliche Chancen, da sie unerkannt bleiben.

Die Anbieter argumentieren zwar, dass sie jederzeit wüssten, welcher Spieler an den Tischen sitzt, jedoch hat die Vergangenheit gezeigt, dass viele Betrügereien erst durch die Poker-Communities aufgedeckt wurden. Jüngstes Beispiel ist der Bot-Ring auf Full Tilt.

Komplett wurden die Tische ohnehin nicht umgestellt, sodass jeder Spieler die Wahl hat, ob er erkannt werden möchte oder doch lieber mit einem wechselnden Pseudonym spielt.

Etwas völlig anderes versucht hingegen Zynga. Wie kürzlich bekannt wurde, hat die Softwareschmiede ein Patent eingereicht, welches vielleicht auch auf die Pokerwelt Auswirkungen hat. Die US Patent Application #20100227675 läuft unter dem Namen „Virtual Playing Chips in a Multiuser Online Game Network“ und soll dem Softwarehersteller das Patent zu virtuellem Geld, welches sich nicht mehr in bares Geld verwandeln lässt, sichern.

Das System, welches an vielen Stellen im Internet schon verwendet wird, gilt nicht nur für Pokerchips, sondern für jegliche Form von virtuellem Geld. Die Pokersites sind nicht davon betroffen, jedoch könnten die Pläne von WPT und WSOP, mit Poker-Applikationen auf Facebook Fuß zufassen, nun daran scheitern.

Zwar mag es dem denkenden Grinder total verrückt erscheinen, dass man echtes Geld in Playmoney umtauscht und dies nicht mehr rückgängig machen kann, aber auf Facebook und Co. tummeln sich viele gelangweilte Menschen. Diese investieren viel Geld in das erwähnte Playmoney, um sich zum Beispiel bessere Traktoren kaufen zu können. Zynga hat mit dieser Masche unglaubliche 1,6 Milliarden an Einnahmen in diesem Jahr gemacht und will mit dem Patent offensichtlich diesen Ertrag noch steigern.

Das bei der US-amerikanischen Patentbehörde eingereichte Dokument kann hier nachgelesen werden:

zyngapatent

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