Macau-Nosebleeding: Bilanz nach der Schlacht

Ob es an der kalten Jahreszeit liegt, oder einfach nur Zufall ist, kann keiner sagen. Fakt ist, dass der November anscheinend der ‚Highstakes-Monat‚ schlechthin ist. Im letzten Jahr gab es die wohl spektakulärsten Heads-up-Duelle am virtuellen Filz und die legendären Auseinandersetzungen mit Isildur1. In diesem Jahr geht es zwar vergleichsweise langweilig am virtuellen Filz zu, aber Highstakes-Action gibt es trotzdem.

Was als ‚juicy Sidegame‘ der Asia Poker Tour in Macau begann, wurde schnell zur wohl spektakulärsten Pokerpartie. Den Ausschlag gab Turnierleiter Matt Savage, der bei 2+2 einen Thread eröffnete und bekannt gab, dass Tom Dwan, Phil Ivey, Chau Giang und John Juanda zu einem ‚privaten‘ Highstakes-Match eingeladen wurden.

Das Spiel startete mit Blinds in Höhe von 5.000 und 10.000 Hongkong Dollar, was ungefähr einem Big Blind von €950 entspricht. Da die schwerreichen Geschäftsmänner sich nicht scheuen ein paar Millionen zu verlieren, wurde die Partie schnell auf 10.000/20.000 mit einer Ante von 10.000 angehoben. So kam es, dass es nicht ungewöhnlich war, einen Spieler mit zehn Millionen oder mehr am Tisch zu sehen.

Einen der spektakulärsten Potts, den man als ‚offiziell bestätigt‘ ansehen kann, holte sich Chau Giang. Am Tisch gab es einen Livestraddle von 40.000 und ein Spieler raiste mit 100.000 drüber. Giang ließ es 500.000 kosten und der Flop wurde gedealt. Der chinesische Geschäftsmann setzte Potsize am Flop und Giang callte, was den Pot schon auf weit über drei Millionen brachte. Am Turn lag [Jx][Jx][Tx][Ax] und der Chinese pusht mit rund neun Millionen. Giang callte insta und es kam zum Showdown. Der Geschäftsmann drehte [Ax][Jx] zum Fullhouse um, doch Giang zeigte Asse für das höhere Boat und kassierte über 20 Millionen. Einige Quellen geben sogar 26 Millionen an, was mehr als 2,4 Millionen Euro entsprechen würde.

Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Ein reguläres Spiel wurde zwischenzeitlich zu einem 50.000/100.000 Heads-up. Das Gerücht ging um, dass ein anderer Geschäftsmann Tom Dwan zu einer solchen Partie herausgefordert haben soll.

Durrrr startete gegen den Mann aus Shanghai, allerdings wurde (zunächst) ’nur‘ 30.000/60.000 (Big Blind ~€5.600) gespielt. Da keine wirklichen Informationen vorhanden sind, muss man sich hier auf ‚vertrauenswürdige‘ Gerüchte stützen. Diesen Gerüchten zufolge soll Dwan in der ersten Session rund 20.000 Millionen (fast €1,9 Millionen) verloren haben. Der anonyme Insider auf 2+2 behauptet, dass Dwan die zweite Session deutlich mit 68 Millionen (fast €6,4 Millionen) gewonnen hätte, korrigierte sich jedoch später selbst und schrieb, Dwan wäre immer noch im Minus.

Die Macau-Durrr-Challenge wurde zwischen dem regulären Spiel gezockt, welches insgesamt 48 Stunden ging – natürlich mit rotierender Beteiligung. Das Spiel hatte ein Minimum Buyin von 10.000.000 und jeder Spieler hatte noch weitere zehn Millionen in der Hinterhand. Der wohl größte Pot trug sich zwischen einem der US-Pros und einem der Geschäftsmänner zu.

Preflop lag das letzte Gebot bei 1,6 Millionen und der Pro spielte direkt am Flop einen Check-Push. In der Mitte lag AcJh7c und der Geschäftsmann überlegte reiflich, bis er mit 3c5c callte. Der Pro zeigte Toppair mit Runner-Runner-Draw (AhKc) und es lagen rund 33 Millionen (fast €3,1 Millionen) in der Mitte. Der Turn brachte direkt das dritte Kreuz und der River eine Blank, sodass der Monsterpot in Richtung des Chinesen ging. Wer der US-Pro war, ist bisher nicht bekannt.

Fakt ist auf jeden Fall, dass Phil Ivey abreisen musste und mit einem Plus nach Las Vegas zurückgekehrt ist. Matt Savage, der persönlich mit Dwan sprach, meldete sich zur Wort und ihm zufolge soll Dwan ebenfalls insgesamt Gewinn gemacht haben. Durrrr will noch ein paar ruhige Tage genießen, bis er ebenfalls in die USA zurückkehren wird.

Tom Hall, ein US-Amerikaner der in Hongkong lebt, organisiert derzeit ein Projekt, bei dem ein Journalist bei den nächsten großen Partien anwesend sein soll. Natürlich hoffen wir, euch dann erneut von dieser Highstakes-Action berichten zu können.

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