Das Monopol in Gefahr : Aktuelles von sueddeutsche.de

Wenn sich große Mainstream Medien Nischenthemen zuwenden wird es ernst. Das Thema Glücksspielstaatsvertrag wurde in den letzten Tagen fast überall heiß diskutiert. Heute erschien ein sehr interessanter Artikel auf sueddeutsche.de zu diesem Thema. Kernaussage hier : Das staatliche Glücksspielmonopol hat keine Zukunft – auch wenn sich die Betreiber gegen die privaten Wettanbieter massiv wehren.

Die Fraktionschefs von CDU und FDP im Kieler Landtag setzen sich schon heute öffentlich für eine Lizensierung, Liberalisierung und Regulierung des Onlinemarktes ein. Laut Hans-Jörn Arp (CDU) und Wolfgang Kubicki (FDP) sollen 2011 private Sportwetten-, Poker- und Kasinoanbieter zugelassen werden. Ab 2012 soll dann offiziell der Betrieb aufgenommen werden.

Falls die Schleswig-Holsteiner einen Alleingang in diese Richtung planen, wird ihnen schon heute mit dem teilweisen Ausschluss aus dem Deutschen Lotto- und Totoblock „gedroht“. Bayerns Lotterie-Präsident Erwin Horak warnt die Kieler Regierung dementsprechend recht deutlich. Laut sueddeutsche.de kämpfe der Bayer wie kein anderer für das staatliche Glücksspielmonopol. Ein Ausstieg des Nordens aus dem Monopol könnte bedeuten, „dass Schleswig-Holstein nicht mehr am Jackpot teilnimmt“, sagt Horak.

Arp und Kubicki lasse das jedoch kalt, ihr Fahrplan stehe fest. Am 15.Dezember verhandeln die Regierungen der Länder, ob neben den staatlichen auch private Anbieter zugelassen werden. Laut Gesetz sind die meisten Internetangebote privater Anbieter illegal – doch ist dies, wie wir alle wissen, nur ein theoretisches Verbot. Im Zeitalter des Internets werden in Deutschland hunderte entsprechender Angebote von den Kunden genutzt. Es hat sich ein Milliardenmarkt entwickelt.

Schleswig-Holstein will diesen Zustand nicht mehr länger akzeptieren und stattdessen eine zeitgerechte, praktikable Lösung anstreben. „Entweder gibt es auf Bundesebene eine vernünftige Lösung, oder wir machen das alleine„, sagt Kubicki. Laut Kubicki haben sich mehrere konservative Landesregierungen informell zu den Schleswig-Holsteinern bekannt – nicht zu überzeugen scheinen jedoch die SPD-regierten Länder.

Sueddeutsche.de zieht einen interessanten Vergleich zum Start des Privatfernsehens in den achtziger Jahren. Die SPD war damals gegen die Privatsender, einzelne Unionsländer ließen jedoch damals die Kommerziellen zu und bald waren Sat 1 und RTL bundesweit am Start.

Die Argumente zusammengefasst

Pro Liberalisierung : Der Onlinemarkt ist nicht zu stoppen – also kann man mit einer Lizensierung regulierend eingreifen und wirtschaftlich partizipieren. Die staatlichen Angebote können dann auch frei für ihre Angebote werben und abgewanderte Kunden zurückgewinnen (zur Entwicklung : siehe Foto).

Contra Liberalisierung : Man sieht das Monopolangebot Lotto gefährdet. Private Anbieter könnten interessantere Produkte anbieten und somit die Einnahmen des staatlichen Lottos drastisch schaden. Insgesamt befürchtet man, wahrscheinlich auch zurecht, den privaten in allen Belangen und bei den relevanten Produkten unterlegen zu sein. Das Argument „Prävention der Glücksspielsucht“ wird dabei immer wieder platziert.

Es bleibt also spannend – die nächsten Entwicklungen könnten die Glücksspiellandschaft in Deutschland drastisch verändern.

Quelle: sueddeutsche.de



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