Auweia! Böses Foul beim X-mas Poker in Kiel

Wie kann ein solcher Fehler bloß passieren? Das X-mas Deepstack Pokerturnier im Casino Kiel (Schleswig-Holstein) war am Wochenende ausverkauft und hätte ein tolles Event werden können. Die Betonung liegt auf „hätte“. Denn am Finaltag, den 30 der insgesamt 110 Teilnehmer erreichten und bei dem es am Sonntag um insgesamt 16.500 Euro Preisgeld ging, kam es zu einer katastrophalen Fehlentscheidung.

Nach Informationen von Hochgepokert trat ein Spieler zum Finale nicht an, wurde aber nicht ausgeblindet. Der agierte nämlich clever wie ein Fußballtrainer und griff auf seine Ersatzbank zurück. Er schickte einfach einen anderen Spieler, der seinen Finalplatz einnahm. Krass: Der Ersatzmann war schon am zweiten Qualifikationstag gestartet und aus dem Turnier geflogen.

Klar, dass die anderen Turnierteilnehmer das alles nicht witzig fanden. Sie protestierten gegen den Regelverstoß. Doch statt dem Ersatzspieler die Rote Karte zu zeigen, ließ der diensthabende Floorman den Spielerwechsel zu. Der neue „Stürmer“ erwies sich offenbar als Glücksgriff. Grund: Er soll das X-mas Pokerturnier gewonnen haben.

Hochgepokert hat in Kiel angefragt, wie es an den Pokertischen zu so einem bösen Foul kommen konnte. Die Casinoleitung zeigte sich bestürzt. Der Fall wird jetzt untersucht. Sicher ist, dass der eigentliche Turnierdirektor am Finaltag nicht im Haus gewesen ist. Als es zum verbotenen Spielerwechsel kam, war seine Vertretung am Turnierfloor. Die wird nun zu den Geschehnissen befragt. Hochgepokert wartet auf weitere Informationen.

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Update: Wolfgang Schmidt,  Technischer Direktor der Spielbank Kiel, erklärte Hochgepokert in einem Telefongespräch, wie es zu dem Spielertausch beim X-mas Pokerturnier gekommen ist. Demnach hätte sich ein Spieler am Starttag 1A für das Finale qualifiziert und sei Dritter im Chipcount gewesen. Dessen Bruder wäre am Tag 1B gestartet und ausgeschieden. Am Finaltag wäre der qualifizierte Spieler erschienen. Kurz vor Beginn des Finals hätte dieser aber einen Telefonanruf erhalten, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass es in der Familie seiner Freundin zu einem Todesfall gekommen sei. Daher müsse er schnell weg und könne das Finale natürlich nicht spielen. Er fragte deshalb bei der Turnierleitung an, ob sein Bruder das Finale für ihn spielen dürfe. Dieses Ansinnen sei nach einer Beratung und mit Blick auf die im Casino Kiel geltenden Regeln bewilligt worden. Im Regelwerk heißt es unter Punkt 45, dass in gewissen Fällen technische Regeln ignoriert werden können, und „im Sinne der Fairness“ entschieden wird. Die anderen Turnierteilnehmer seien über die Entscheidung, die auf Grund von schwerwiegenden persönlichen Gründe des Spielers getroffen wurde, informiert worden. Die Details wurden nicht öffentlich gemacht. Der Spielerwechsel sei demnach nicht durch Regelunkundigkeit, sondern durch eine Ausnahmesituation entstanden.

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