Illegales Glücksspiel? Behörde vs Dinner Roulette


Das darf doch wohl nicht wahr sein! Jetzt bedrohen schon Tapas und Bellota-Schinken das Glücksspielmonopol. Die Berliner Gastronomen Oliver Liese und Gerd Spitzer (Foto) hatten eine dufte Idee. Um den Gästen im Restaurant Tauro ein  Menü (Preis: 36 Euro) zu versüßen, soll durch das Drehen an einem echten Roulette-Kessel aus London und den Fall der Kugel über den Preis der Speise entschieden werden. Fällt die 36, wird der volle Preis fällig. Bei der Null zahlt man nichts. Hundert Prozent Rabatt und trotzdem einen vollen Magen – was will man mehr.

Das Dinner Roulette kommt bei den Gästen gut an und ist nach wie vor ein Renner. Dem Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten ist die Aktion der pfiffigen Restaurantbetreiber allerdings ein Dorn im Auge. Das Ordnungsamt will das Dinner Roulette untersagen. Aber nicht wegen dem Rabatt. Nein, den Gastrochefs wird mit einer Anzeige wegen illegalem Glücksspiels gedroht. Das kann teuer werden. Eine Geldbuße im sechstelligen Bereich ist möglich. Wird tatsächlich eine Straftat nachgewiesen, dann kann es sogar eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren geben.  Sogar das Landeskriminalamt ist eingeschaltet worden. Nach Auffassung der beiden Gastronomen handelt es sich bei ihrem Dinner Roulette schlicht um eine kreative Variante der Rabattierung. Sie wehren sich gegen den Unfug vom Amt und geben sich kämpferisch. Gegenüber Hochgepokert erklärte Gerd Spitzer:  „Wir werden bis zur letzten (Roulette)Kugel kämpfen. So etwas lassen wir uns nicht bieten, wie werden alle notwendigen juristischen Mittel ergreifen“.

Die Gastronomen denken auch gar nicht daran ihre Rabattaktion einzustellen. Gerd Spitzer: „Das ist doch lächerlich und erinnert an einen Schildbürgerstreich. Mit Glücksspiel oder gar Spielsucht hat unsere Aktion nichts zu tun. Wenn bei uns jemand nach irgendwas süchtig ist, dann nach dem guten Essen.“

Hochgepokert fragt: „Hat die Berliner Behörde den Bezug zur Realität verloren?“ Eine Überarbeitung des Glücksspielstaatsvertrags ist dringend notwendig!

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