Washington: Staatsanwalt friert Cashouts ein!

Eine ausgesprochen böse Neujahrsüberraschung erlebten nun einige Pokerspieler aus dem US-Bundesstaat Washington. Auf Weisung der Staatsanwaltschaft wurden in den letzten Wochen und Monaten nämlich insgesamt acht Millionen Dollar an Online Poker Cashouts eingefroren.

Die Cashouts wurden durch mehrere Finanzdienstleister unter anderem für PokerStars und Ultimate Bet durchgeführt. Namentlich betroffen sind die Unternehmen Arrow Checks, Secure Money, Etegrity Processing, Anaya Trading Solutions und Blue Lake Capital Management and Logistics. Als das Geld von besagten Pokerplattformen auf die Konten dieser Finanzdienstleister überwiesen wurde, schritten die Behörden ein und blockierten diese. Ob die Spieler jemals an ihr Geld rankommen werden, das ist mehr als fraglich. Vielmehr könnten sie selbst von einer strafrechtlichen Verfolgung bedroht sein.

Schon seit Monaten führt das Justizministerium des Bundesstaates Washington einen regelrechten Krieg gegen Online Poker und alle, die damit etwas zu tun haben. Man beruft sich dabei unter anderem auf den „federal wire act“. Demnach – so ein Urteil des Obersten Gerichtshofs – ist Online Poker in den USA illegal. Das Absurde daran ist, dass der „federal wire act“ aus den 60iger Jahren stammt und sich ursprünglich auf telefonische Sportwetten bezog. Nun wird er auch auf Online Poker angewendet.

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2006 wurde in Washington basierend auf dem bundesweit geltenden „federal wire act“ ebenfalls ein Glücksspielgesetz beschlossen, das es Einwohnern des Staates untersagt, Online Poker zu spielen. Der Verstoß gegen dieses Gesetz soll sogar als „felony“, also als Straftat verfolgt werden. Im September des letzten Jahres wurde dieses Gesetz durch den Obersten Gerichtshof bestätigt und wird seitdem vor allem durch die Beschlagnahmung von Geldern und die Verfolgung von Finanzdienstleistern exekutiert.

Praktisch alle großen Pokeranbieter, allen voran Full Tilt und PokerStars, haben bereits darauf reagiert und alle in Washington lebenden Spieler auf ihren Plattformen gesperrt. Nachdem erst vor wenigen Wochen mit der „Reid-Bill“ ein weiterer Versuch gescheitert ist, Poker in den USA durch eine bundesweite Konzessionierung zu liberalisieren, ist zu befürchten, dass dieser Status quo – praktisch jeder Bundesstaat hat eine andere, teilweise willkürliche Gesetzgebung – weiterhin bestehen bleiben wird.

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