FBI beendet Pokergeschäfte der New Yorker Mafia

Drogenhandel, Erpressung und Mord: Die Geschäfte der Cosa Nostra sind schmutzig, die der Gambino Familie abstoßend. Der berüchtigte Mafia-Clan mischte in New York im illegalen Pokerbusiness mit. Außerdem wurden Gambler und High-Roller mit Prositituierten beliefert.

Gefragt waren ihre spektakulären Pokerpartien, bei denen man nur auf Empfehlung eingeladen wurde. Nicht selten wechselten an den Pokertischen der Gambinos sechstellige Beträge den Besitzer. Das abgedroschene Klischee der Bündel von 100-Dollar-Noten und den Bergen von Chips auf den Tischen in verrauchten Zimmern, es war beim Gambino-Clan Realität. Gezockt wurde nächtelang. Um die übermüdeten Spieler bei Laune zu halten, schickte die Mafia käufliche Frauen an die Tische. Sie sollten die Zocker nach einem Bad Beat ‚aufmuntern‘ – notfalls auch im Nebenzimmer.

Die Gambino Family war über Jahre die führende Mafia-Familie am Big Apple. Jetzt schwindet ihre Macht. Eine ganze Reihe ihrer wichtigsten Mitglieder wandert hinter Gitter. 14 Mafiosi wurden im letzten April vom FBI verhaftet und vor Gericht gestellt. Die Prozesse, die in Manhattan und Brooklyn geführt wurden, zogen sich bis in dieses Jahr hinein. Jetzt bekannten sich die letzten Angeklagten schuldig, wie das FBI mitteilte.

Ihre Verbrechen umfassen praktisch alle Bereiche des Strafgesetzbuchs: Erpressung, Kreditwucherei, Bedrohung sowie Bestechung von Zeugen und Jurymitgliedern, Drogenhandel, Glücksspiel, Beihilfe und Anstiftung zum Mord. Der Tod von Frank Hydell soll auf das Konto der Gambinos gehen. Der 31-jährige Mobster hat die Familie angeblich verraten. Er wurde unter einem Vorwand in einen Stripclub gelockt und durch Schüsse in Kopf und Rücken getötet.

Die illegalen Pokerspiele wurden von Michael Scarpaci und Thomas ‚Tommy‘ Orefice (Foto rechts) geleitet. Für die Pokerabende mieteten sie Hotelzimmer in Manhattan an. Dominick Difiore, Anthony Manzella, Michael Scotto, David Eisler, Steve Maiurro und Suzanne Porcelli versorgten den illegalen Pokerclub mit Prostituierten. Die Frauen wurden ausgebeutet. Vom Liebeslohn kassierten die Gambinos bis zu fünfzig Prozent als Vermittlungsprovision. Drogen wurden auch geliefert. Die Gangster machten dicke Gewinne. Ein weiteres Standbein waren Wetteinnahmen, die teilweise auch über das Internet abgewickelt wurden. Das kriminelle Leben der Mafiamitglieder wird nun unterbrochen. Sie müssen jeweils für fünf bis 30 Jahre ins Gefängnis.

Verurteilt wurden der 70-jährige Daniel Marino (bis zu 5 Jahre Haft), Thomas Orefice (34, bis zu 30 Jahre), Onofrio Modica (47, bis zu 20 Jahre, Foto links), Dominick Difiore (31, bis zu 10 Jahre), Anthony Manzella (32, bis zu 20 Jahre), Michael Scotto (25, bis zu 20 Jahre), Michael Scarpaci (35, bis zu 20 Jahre), David Eisler (24, bis zu 20 Jahre), Thomas Scarpaci (36, bis zu 20 Jahre, Foto rechts unten), Salvatore Borgia (32, bis zu 20 Jahre), Steve Maiurro (32, bis zu 20 Jahre), Keith Dellitalia (34, bis zu 20 Jahre), Suzanne Porcelli (44, bis zu 10 Jahre) und Anthony Vecchione (41, bis zu 20 Jahre).

Die Zugehörigkeit zur Cosa Nostra, der nordamerikanischen Mafia, bestreiten die Verurteilten. Der 35-jährige Michael Scarpaci gab an, dass die Leute, mit denen er seine Geschäfte gemacht hat, alles „alte Freunde aus Brooklyn“ sind. Trotz der teilweise hohen Haftstrafen ist nicht zu erwarten, dass der Clan seine Geschäfte komplett einstellt. Zu lange mischt man im Gangster-Business mit.

Zweifelhafte Berühmtheit erlangten die Gambinos unter John Gotti. Der ‚Teflon Don‘ ließ 1985 Paul ‚Big Paul‘ Castellano aus dem Weg räumen und stieg so zum Familienoberhaupt auf. Gotti war der erste Mafiosi der gegenüber den Medien wie ein Star auftrat und Public Relations betrieb. Er schaffte es mit seiner Offenheit sogar auf die Titelseiten des Nachrichtenmagazins Time, der Zeitschrift People und dem New York Times Magazine.

Glücksspiel war lange Zeit die Haupteinnahmequelle der Gambino Familie. Nicht wenige Casinos wurden mit Geldern der Mafia in Las Vegas gegründet. Traurig aber wahr – Sin City wäre nie zu der weltberühmten Stadt geworden, wenn die Cosa Nostra nicht Millionen investiert hätte. John Gotti wurde 1992 zu lebenslanger Haft verurteilt, landete in einem Hochsicherheitsgefängnis und starb 2002 an Krebs.

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