USA: South Carolina stellt Weichen für die Legalisierung von Poker

Geht es um Recht und Gesetz erscheinen die Vereinigten Staaten von Amerika wie ein undurchdringlicher Dschungel. Die einzelnen Bundesstaaten unterscheiden sich in der Rechtsprechung teilweise massiv voneinander. Das gilt auch für das vielerorts verteufelte Glücksspiel im Allgemeinen und für Poker im Speziellen. Das beliebte Kartenspiel ist unter Juristen, Richtern und Senatoren ein heiß diskutiertes Thema. In vielen Bundesstaaten stehen Gesetzesentwürfe zur Debatte, die eine Legalisierung von Poker vorsehen, zumindest aber klare Regelungen schaffen, die für die Bevölkerung nachvollziehbar sind.

Kein leichtes Unterfangen. Konservative Politiker des Christlich-Rechten Flügels befürchten den Verfall von Sitte und Moral, sollten zu liberale Gesetze verabschiedet werden. Politikern die sich zu ambitioniert für die Belange der Pokerspieler und Gambler einsetzen, werden jede Menge Steine in den Weg gelegt. In South Carolina kam es zu heftigen Diskussionen, als es um die Änderung des seit 1802 geltenden Antiglücksspiel-Gesetzes ging.

Die Verfügung aus napoleonischen Zeiten verbietet jegliches Spiel bei dem Karten oder Würfel benutzt werden. Wer trotzdem spielt, begeht ein Verbrechen. Würde die Polizei jedem Verstoß nachgehen, müssten zum Beispiel die Familien des Ostküstenstaates befürchten, dass ihre Spieleabende durch eine Razzia gesprengt werden. Das ist in der Vergangenheit mehrfach passiert. Während die Gesetzeshüter bei Uno und dem Spiel des Lebens beide Augen zudrücken, wird bei Pokerrunden kein Pardon gegeben.

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Das soll sich nun ändern. Die Senatoren von South Carolina bewilligten bei einer Abstimmung in dieser Woche einen Gesetzesentwurf, der private Homegames legalisiert. Senatspräsident Glenn McConnell war vom Ausgang der Abstimmung (15 Senatoren stimmten dem Vorschlag zu, sechs waren dagegen) begeistert. Er wertete das Ergebnis als „Sieg für die Freiheit“. Doch entschieden ist der Kampf ums neue Gesetz noch nicht.

Die Gegner wollen alles versuchen, um es zu verhindern. Sie befürchten, dass illegale Casinos wie Pilze aus dem Boden schießen, wenn man die Zügel locker lässt. „Dies ist keine Spekulation. Es ist schon so passiert. Wir müssen mit jedem Punkt (in dem Gesetz) sehr vorsichtig sein“, sagte zum Beispiel Senator Chip Campsen, Repräsentant der Isle of Palms.

Senator Ray Cleary (Repräsentant Murrells) pocht auf Meinungs- und Handlungsfreiheit und kritisiert, dass sich die Gesetzesgegner aufregen, nur weil die Krankenversicherung reguliert wird, gleichzeitig aber den Bürgern vorschreiben wollen, was diese in ihrer Freizeit zu tun und zu lassen hätten.

Laut Cleary würden auf den Schreibtischen der Republikaner in der Senatskammer kleine Flaggen stehen, die den Schriftzug „Bevormunde mich nicht“ tragen. Die gleichen Leute, die diese Flaggen aufstellen, würden immer wieder darauf hinweisen, dass die Gründungsväter der USA keine Regierung gewollt hätten, die sich in das Privatleben ihrer Bürger einmischt. Doch genau diese Leute würden nun geschlossen auftreten, um „das Privatleben der Menschen zu regulieren“.

South Carolina ist nur ein Schauplatz von vielen. Texas und Wyoming erwägen eine Legalisierung des Live-Poker. In Virginia dagegen scheiterte ein Vorschlag zur Legalisierung von Poker im Privatbereich im Ausschuss für Justiz- und Gerichtsangelegenheiten.

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