Macao: Erbstreit ums Casinoimperium

Erben will gelernt sein. Ein handfester Erbschaftsstreit bahnt sich jetzt in der chinesischen Glücksspielmetropole Macao an. Auslöser ist der 89 jährige Casino- und Hoteltycoon Stanely Ho.

Dieser Ho weilt zwar immer noch unter den Lebenden, der Kampf um sein Vermögen hat zwischen seinen potenziellen Erben jedoch bereits eingesetzt. Und bei Stanely Ho gibt es so einiges zu holen. Das Vermögen des Chinesen wird auf drei Milliarden US-Dollar geschätzt. Ho hält einen 32-prozentigen Anteil an der Sociedade de Turismo e Diversoes de Macau (STDM). Dieses STDM kontrolliert wiederum die Tochtergesellschaft SJM Holdings, die 20 von Macaos 33 Spielbanken steuert. Dazu  gehören noch 32 Prozent am Flughafen von Macao, 14 Prozent an Air Macao und ein Großteil der Fähren, die die Stadt mit dem chinesischen Festland verbinden. Dies alles macht den 89-Jährigen zu einem der mächtigsten Männer Macaos.

Viel Macht bringt allerdings auch viele Probleme. Vor allem wenn es irgendwann darum geht, sein Erbe zu verteilen, man viermal verheiratet war und 16 Kinder etwas von dem Kuchen abhaben wollen. Seine Frauen und Kinder haben zum Sturm auf sein Vermögen geblasen. So ist jetzt ein von Ho unterschriebener Brief aufgetaucht, in dem er seinen Anteil an STDM seiner dritten Ehefrau und den fünf Kindern aus dieser Ehe überschreibt. Darüber hatten wir euch ja bereits an dieser Stelle berichtet.

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Völlig freiwillig war diese Übergabe aber scheinbar nicht. Kaum wurde dieser Brief bekannt, meldete sich der Anwalt Hos zu Wort und erklärte, dass Ho seine Unterschrift unter das Dokument gesetzt hatte, ohne zu wissen, worum es eigentlich ging. In einer Videobotschaft forderte der an den Rollstuhl gefesselte Milliardär seinen Anteil zurück, zeigte sich aber versöhnlich. Er kündigte an, dass er – sobald die Sache beigelegt sei – allen ihren fairen Erbanteil geben werde.

Die durch den Brief Begünstigten haben nun die PR Agentur Brunswick engagiert, um ihre Interessen zu repräsentieren. Die PR Agentur vertritt wenig überraschend die Sichtweise, dass mit dem Brief alles in Ordnung ist und Ehefrau Nummer drei plus die Kinder nun rechtmäßige Eigentümer der Anteile sind. Ho seinerseits hat ankündigt, im Falle des Falles auch gerichtlich gegen seine Kinder vorgehen zu wollen, sollten sie weiterhin auf die Rechtmäßigkeit des Briefes bestehen. Vorerst will er ihnen aber noch die Möglichkeit geben, die Sache außergerichtlich zu bereinigen.

Der Fall Ho ist natürlich nicht der Erste, bei dem sich die Erben angesichts des bevorstehenden Geldregens in etwas verwandeln, das an gierige Hyänen erinnert. In Europa beschäftigt seit Jahren der Streit um das L’Oréal Erbe in gleichen Maßen die Gerichte wie die Boulevardmedien. Dabei streiten dort gerademal Mutter und Tochter um das Erbe. Wie es zu geht, wenn gleich drei Ex-Frauen (die erste Ehefrau ist bereits verstorben) und 16 Kinder um drei Milliarden kämpfen, kann man sich wohl nur in Albträumen ausmalen …

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