Ärger um die All Time Money List

Seit bei den Aussie Millions das $250.000 Super High Roller Event gespielt worden ist, gehen in der Pokerwelt die Wogen hoch. Die Frage, die alle beschäftigt, lautet: Sollen solche Events zur All Time Money List gezählt werden oder nicht?

Erik Seidel hat durch den Sieg bei dem Turnier und die 2,5 Millionen Dollar Preisgeld in jener Liste einen Sprung nach vorne gemacht und liegt nun knapp hinter Phil Ivey auf Platz drei. An und für sich nichts Außergewöhnliches. Schließlich handelte es sich bei dem $250k Turnier ja um ein offenes Event, an dem jeder mit Zeit, Lust und der entsprechenden Bankroll hätte teilnehmen können. Trotzdem hagelte es nach dem Turnier Kritik.

Doyle Brunson bemerkte unmittelbar danach via Twitter spöttisch, dass Full Tilt wohl bald ein zwei Millionen Dollar Buy In Turnier für seine Profis veranstalten wird, um auf Nummer sicher zu gehen, dass diese gut in der All Time Money List platziert sind. Und wirklich: Sieht man einmal von den drei chinesischen Milliardär-Walen ab, nahmen auffallend viele Full Tilt Profis an dem Turnier teil. Dies liegt natürlich daran, dass die Aussie Millions eine Full Tilt gesponsorte Veranstaltung sind. Trotzdem hätte eigentlich jeder der wollte an dem Turnier teilnehmen können. Allerdings hab es ein Problem: Das $250k Turnier war im Vorfeld im Turnierplan nicht angekündigt worden. Erst am Tag vor dem Start wurde bekannt, dass es solch ein Super High Roller Event geben würde. Wer also noch nicht in Melbourne war, hatte Pech gehabt.

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Dies ist einer der Hauptkritikpunkte von Daniel Negreanu, seines Zeichens Führender der All Time Money List. Er fordert, dass in Zukunft nur mehr Events gezählt werden, die mindestens ein Monat im Voraus angekündigt worden sind. Doch damit nicht genug. Außerdem sollen die Turniere offen – also für jeden zugänglich – sein und mindestens 20 Teilnehmer haben. Des Weiteren schlägt er vor, die All Time Money List zu teilen. In eine Liste, bei der Events mit einem Buy In höher als $25k mit gezählt werden und in eine, bei dem das nicht der Fall ist.

Einigen seiner Vorschläge ist man bei Hendon Mob schon nachgekommen. Seit kurzem findet man dort gleich vier All Time Money Lists. Eine, bei der wie bisher alles gilt, eine, bei der nur offene Events gezählt, eine, bei der alle Events mit einem Buy In kleiner $50k berücksichtigt und eine, bei der nur offene Events mit einem Buy In kleiner $50k  aufgenommen werden. Klingt ein wenig kompliziert, ist es wohl auch. Sinn macht es allerdings trotzdem. Schließlich sorgt der Kampf zwischen Daniel Negreanu und Phil Ivey um den Spitzenplatz in der Liste für einiges an Spannung. Interessant wäre auf alle Fälle eine Brutto-Netto Liste, bei der auch die Buy Ins beachtet werden. Man darf allerdings davon ausgehen, dass dies statistisch aufgrund der Menge der Daten nicht möglich ist. Außerdem hätten dann wohl Luckboxen wie Jamie Gold auf ewig den ersten Platz gepachtet…

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