Casinos Austria international im Pech

Wenig Glück haben derzeit die Casinos Austria International (CAI) mit ihren Auslandsinvestitionen. Vor wenigen Wochen war kolportiert worden, dass man aufgrund der hohen Verluste im gesamten Konzern Managerposten einsparen müsste. Jetzt dürften diese Verluste sogar noch steigen, wobei die Casags hier eventuell „höhere Gewalt“ als mildernde Umstände ins Feld führen können.

Gleich zwei große Auslandsliegenschaften der Casinos Austria International befinden sich derzeit nämlich in einer ausgesprochen misslichen Lage. Da wäre zum einen das Casino in Kairo (Bild). Wie man sich vorstellen kann, ist dieses seit Beginn der Unruhen in der ägyptischen Hauptstadt geschlossen und dürfte auch sobald nicht mehr öffnen. Angesichts der unsicheren Zukunft des Landes und des enormen Schadens, den die Unruhen auf die gesamte Volkswirtschaft Ägyptens haben, wirkt diese Sorgen zwar ein wenig zynisch, trotzdem ist anzunehmen, dass die Massenproteste die Casinos eine Menge Geld kosten. Vor allem da davon auch ein weiteres Casino der CAI Gruppe in Sharm el-Sheikh betroffen ist. Diese Spielbank ist zwar noch geöffnet, musste aber aufgrund des ausbleibenden Touristenstroms ebenfalls einen Umsatzrückgang hinnehmen.

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Doch nicht nur bürgerkriegsartige Zustände machen den Casinos Austria zu schaffen. Beträchtliche Verluste fährt das staatsnahe, österreichische Unternehmen, das zu den größten Casinogruppen Europas gehört, auch in Griechenland ein. Dort scheint es fast so, als wäre der Bevölkerung die Lust am Glücksspiel vergangen, was angesichts von Massenstreiks, Sparpaketen, Arbeitslosigkeit und drohendem Staatsbankrott aber auch nicht verwundert. Ausgerechnet dort sind die CAI mehrheitlich am größten Casino Europas, dem Casino Loutraki beteiligt. War das 70km südlich von Athen gelegene Casino früher noch ein Prunkstück des Firmenportfolios, spricht man jetzt in weniger guten Tönen davon. Der Casinos-Sprecher Martin Himmelbauer bezeichnete die dortige Investition in einem Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ als ein Desaster.

Die Casinos Austria AG hat jedoch nicht nur in der Ferne mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Auch in ihrem Kernmarkt Österreich droht dem Unternehmen Ungemach. Schließlich werden dort in diesem Jahr die 2012 auslaufenden Glücksspiel- und Casinokonzessionen neu ausgeschrieben. Und waren die Casinos Austria früher noch geschützter Monopolist, dürfen sich dieses Mal auch private Anbieter um die Lizenzen bewerben. Experten sehen hier einen erbitterten Konkurrenzkampf der beiden österreichischen Branchenriesen Casinos Austria und Novomatic voraus. Beide rühren seit Jahren die Werbetrommel in eigener Sache und versuchen durch gezielte Lobbyarbeit ihre Chancen auf die Konzessionen zu erhöhen. Doch damit nicht genug. Mittlerweile hat sich mit „Century Casinos“ ein weiterer Spieler auf dem Feld eingefunden, der ebenfalls Interesse an diesen Lizenzen bekundet. Insider unterstellen der  in Wien sitzenden Century Gruppe allerdings eine gewisse Nähe zu Novomatic. Nichtsdestotrotz bahnt sich in Österreich ein zumindest aus Zusehersicht ausgesprochen interessanter Kampf um den Glücksspielmarkt an.

Mehr zu dem Thema: Casas streichen Managerposten, Enthüllungsjournalist Florian Klenk im Interview, EuGh kippt österreichisches Glücksspielmonopol

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