Mucha verkauft Poker Magazin: Chefredakteur Stefan Roboch im Interview

Der Wiener Verleger Christian W. Mucha hat das Poker Magazin an den bisherigen Chefredakteur Stefan Roboch und den früheren PR-Manager des Montesino, Johann Lorenz, verkauft. Gunther Sosna sprach mit Stefan Roboch über die neue Ausrichtung des Titels, den Einfluss von Christian Mucha und warum BILLA-Märkte wichtig für das Poker Magazin sind.

Hochgepokert: Herr Roboch, der Verleger Christian Mucha hat ihnen das Poker Magazin verkauft. Weht jetzt ein neuer Wind?

Stefan Roboch: Ja, davon kann man ausgehen. Wir werden das Magazin einem Redesign unterziehen und jünger, frecher aufmachen. Wir haben namenhafte Kolumnisten und werden neue Bereiche einführen, die es so noch nicht gibt.

Hochgepokert: Wer wird für das Magazin schreiben?

Stefan Roboch: Wir haben darauf Wert gelegt, gute Journalisten an Bord zu holen. Auch einige in der Pokerbranche bereits bestens bekannte Namen werden bei uns vertreten sein. Darunter etwa Thomas Lamatsch, der eine Kolumne für uns schreiben wird. Außerdem wird es den „Anonymen Floorman“ geben. Dort schreiben Floorleute und Casinomitarbeiter über witzige Erlebnisse und Anekdoten aus der Branche. Da wir die Namen der Autoren nicht veröffentlichen, gehen wir davon aus, den Leserinnen und Lesern viele völlig neue Aspekte über die Abläufe und das Tagesgeschäft in den Cardrooms und Casinos zu bringen. Es wird auf jeden Fall spannend und vor allem unterhaltsam.

Hochgepokert: Was darf man inhaltlich von dem Magazin erwarten? Setzen Sie auf Turnierberichterstattung oder wo liegen die Schwerpunkte?

Stefan Roboch: Wir sehen unsere Stärke im Bereich der Reportage.Natürlich wird es auch Berichte von den großen Turnieren wie der World Series of Poker und der European Poker Tour geben. Aber wer wann und wo welchen Bad Beat bekommen hat, dass interessiert doch keinen mehr. Für uns zählt der bunte Mix. Die kleine Randgeschichte, die man immer wieder bei den Events findet. Aber es gibt natürlich auch einen Strategieteil, der zurzeit in Zusammenarbeit mit einem österreichischen Profi erstellt wird.

Hochgepokert: Welchen Profi haben Sie da am Start?

Stefan Roboch: Das möchte ich noch nicht sagen. Überraschungen brauchen wir ja.

Hochgepokert: Wie muss man sich die Gesamtausrichtung des Magazins jetzt vorstellen?

Stefan Roboch: Wir sehen Poker als Lifestyle, und das wollen wir inhaltlich rüberbringen.

Hochgepokert: Christian Mucha hat das Magazin viermal im Jahr rausgebracht. Was haben Sie vor?

Stefan Roboch: Unsere erste Ausgabe wird ab dem 9. März im Handel sein. Anschließend erscheinen wir regelmäßig alle zwei Monate. Die Distribution haben wir dafür sehr gut aufgestellt. Man bekommt uns am Kiosk, im Einzelhandel und in Cardrooms, den Pokervereinen und Casinos.

Hochgepokert: Wo ihre Wettbewerber auch präsent sind.

Stefan Roboch: Ja, aber wir sind die Ersten, die zusätzlich über die REWE Gruppe vertrieben werden. Das Poker Magazin wird in den BILLA und Merkur Märkten des Unternehmens verkauft, was wir als klaren Vorteil gegenüber den Wettbewerbern ansehen.

Hochgepokert: Aber ist die Konkurrenz nicht schon zu groß?

Stefan Roboch: Natürlich sind mit dem Pokerblatt und dem Royal Flush Titel am Markt, die im Wettbewerb stehen.Wie aber schon gesagt, wollen wir uns inhaltlich abheben und damit unsere Marktanteile gewinnen.

Hochgepokert: Und Christian Mucha unterstützt Sie dabei und zieht im Hintergrund die Fäden?

Stefan Roboch: Nein, es gibt keinen verlegerischen Einfluss. Die Mucha Verlags GmbH ist komplett raus.Unser Titel erscheint über unseren eigenen Verlag, der Inside Media Publishing Limited, deren Geschäftssitz in Großbritannien ist. Unsere Zweigniederlassung operiert von Wien aus.

Hochgepokert: Der Verlag wird als Doppelspitze geführt?

Stefan Roboch: Genau genommen haben wir zwei Doppelspitzen. Der kaufmännische Bereich wird von mir und Johann Lorenz (Anm.: Ex PR-Manager des Montesino Wien) geleitet, der auch den Marketingbereich abdeckt. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei mir und Sabine Hahlweg, die als Chefredakteurin die Verantwortung trägt. Darüber bin ich sehr froh, da sie neue Impulse einbringt. Mit einem Woman Special, sprechen wir das weibliche Publikum an, das im Poker ja immer stärker auftritt. Da sehen wir Potenziale, die bisher nicht optimal mit Inhalten bedient werden.

Hochgepokert: Der Deal mit Mucha geht über drei Jahre. Erst dann ist der Verkauf abgeschlossen. Solange hält er das Copyright auf den Titel. Ist das nicht gewagt. Immerhin stehen in Österreich gewaltige Veränderungen durch das neue Glücksspielgesetz an. Wenn die Cardrooms durch die Lizenzvergabe verschwinden sollten, fallen die Anzeigenkunden weg.

Stefan Roboch: Ich glaube zwar nicht daran, dass es nur noch einen oder zwei Pokeranbieter in Österreich geben wird, und abgesehen davon gibt es ja noch eine Übergangsfrist bis Ende 2012, aber man muss natürlich auch eine solche Entwicklung in Betracht ziehen. Und da hat Herr Mucha schon vorgearbeitet. Er hat es geschafft viele Anzeigenkunden für das Poker Magazin zu gewinnen, die nicht aus der Poker- und Casinobranche sind. Diese Vielfältigkeit, die wir noch weiter ausbauen wollen, verschafft uns eine gewisse Planungssicherheit. Außerdem gibt es ja noch die Onlinepokeranbieter, für der deutschsprachige Raum immer noch ein interessanter Markt ist.

Hochgepokert: Das Poker Magazin wird also nicht nur in Österreich erscheinen, sondern auch in Deutschland und der Schweiz?

Stefan Roboch: 2011 erscheinen wir voraussichtlich nur in Österreich. Aber es ist durchaus vorstellbar, dass wir im kommenden Jahr auch in der Schweiz und in Deutschland sind. Warum auch nicht. Wir haben ein gutes Produkt und werden die Leserinnen und Leser davon überzeugen, dass es fünf Euro wert ist.

Hochgepokert: Viel Erfolg mit dem Poker Magazin und Dank für dieses Gespräch.

Zur Person: Stefan Roboch, Jahrgang 1977, studierte Politikwissenschaften und Publizistik. Das Studium legte er auf Eis und konzentrierte sich rund ein Jahr lang ausschließlich auf das Pokerspiel. Roboch lebte vom Onlinepoker, bevor er beim Mucha Verlag Chefredakteur des Poker Magazin und der zugehörigen Onlineredaktion wurde. Außerdem war er für den Verlagsauftritt im Internet verantwortlich und arbeitete für weitere Fachtitel des Mucha Verlags.

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