Doppelmordprozess – Ex-Frau belastet Poker-Pro Scherer

Es tut sich was im ‚Scherer Mordprozess‘. Pokerspieler Ernest Scherer III ist im Verdacht seine Eltern, Ernest Scherer Jr. (60) und Charlene Abendroth (57; Beide auf dem Foto), brutal ermordet zu haben. Das Motiv soll das Millionen-Erbe sowie immense Spielschulden gewesen sein.

Das Verhalten von Ernest Scherer III nach dem Doppelmord im März 2008 war so verdächtig, dass sogar seine damalige Frau stutzig wurde und sich Notizen gemacht hat. Denn Robyn Scherer war sich sicher, dass sie eines Tages als Zeugin vor Gericht sein würde.

Nun, fast drei Jahre später war es soweit und die 32-Jährige musste diese Woche im Alameda County Superior Court in Oakland (US-Bundesstaat Kalifornien) aussagen. Robyn Scherer ist inzwischen geschieden und lebt mit dem gemeinsamen Sohn, Ernest Scherer IV (6 Jahre), alleine.

Die Mitglieder der Jury bekamen jedoch nicht nur die Aussagen von Robyn Scherer zu hören. Zu Beginn der Verhandlungswoche wurde ein mehr als einstündiges Telefongespräch, das Polizeibeamte mithilfe von Robyn Scherer 2008 aufzeichnen konnten, abgespielt.

Während des Telefonats fragte Robyn ihren Mann, ob er zum Tatzeitpunkt in der Gegend gewesen wäre, er antwortete erst nach langer Bedenkzeit: „Ich denke nach“ –  „Aber es sieht wirklich wie dein Auto aus“ – „Okay“ – „Na ja, warst du nun am Freitag dort oder nicht?“ – „Von wo wurde das gefilmt […] Kann man das Gesicht des Fahrers sehen? […] Okay, also ich … ich … wir werden nicht … ich werde nicht mit dir darüber am Telefon reden. Unter keinen Umständen werden wir dieses Gespräch am Telefon führen.

Schon damals hatte Robyn Scherer die Scheidung eingereicht. Dies wurde auch zum Thema, denn Ernest Scherer III bat seine Frau, es noch einmal zu überdenken. Als Begründung gab er an: „Weil du als Ehefrau nicht dazu gezwungen werden kannst, gegen mich auszusagen.“

In der Zeugenbefragung erzählte Robyn Scherer über ihre Ehe, und wie das Spielverhaltenihres Mannes überhandnahm: „Er war immer weg, spielte immer mehr Poker und um immer höhere Summen.“ Schlimm wurde es 2004, nur rund fünf Jahre nach der Eheschließung. Damals fand Robyn Scherer heraus, dass ihr Mann sie betrügt.

Ohnehin zeigte Ernest Scherer III immer weniger Interesse an seiner Frau. Als sie ihren gemeinsamen Sohn zur Welt brachte, war er auf Skiurlaub und nur ein paar Tage später, flog er nach Las Vegas zu einer Party. Scherer spielte zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr nur Poker, sondern verprasste sein Geld anderweitig im Casino.  Zudem besuchte er seine vielen Geliebten, die er im ganzen Land hatte.

Staatsanwalt Michael Nieto hat bisher im Prozess ein klares Bild von Ernest Scherer III gezeichnet. Der Pokerspieler war am Ende, völlig abgebrannt und hatte jede Menge Schulden angehäuft. Seine Eltern, die ihn bis dato immer unterstützt haben, wollten ebenfalls Geld, denn immerhin hatten sie das Haus der jungen Familie finanziert. Durch das Erbe hätte Scherer III über eine Million bekommen. Hinzu kommen jede Menge Indizien, wie beispielsweise der Kauf eines Baseballschläger des gleichen Models, mit dem seine Eltern erschlagen wurden.

Ernest Scherers Verteidiger, Richard Foxall, ist nun an der Reihe, um der Jury glaubhaft zu machen, warum zwar so viele Hinweise für die Schuld von Scherer III sprechen, er aber dennoch unschuldig ist. Der Prozess wird am Dienstag fortgeführt.

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