Schweden: Richter bekamen Pokerkurs

Vier Männer, die in Schweden aufgrund der Organisation eines mehrtägigen Pokerturniers wegen illegalen Glückspiels verurteilt wurden, haben nun möglicherweise einen Weg gefunden, ihre Strafe zu mildern. Sie sind nämlich bis vor den obersten schwedischen Gerichtshof gezogen und wollen dort beweisen, dass Poker kein Glücksspiel ist und sie daher zu Unrecht verurteil worden sind.

Dabei haben sie durchaus Chancen auf Erfolg. Denn die obersten Richter Schwedens bekamen nun einen Crash Kurs in Sachen Texas Hold Em Poker verpasst. Um besser beurteilen zu können, inwiefern Poker ein Glücks – oder eben ein Skillspiel ist, haben die obersten Richter gleich mehrere Experten geladen, zu denen unter anderem ein namentlich leider nicht näher genannter Pokerspieler zählt. Dieser Pokerspieler hat vor Gericht dann eine Art „Pokerschule“ abgehalten und den Richtern mit zahlreichen Beispielen die Spieltheorie und die Wahrscheinlichkeit hinter dem Pokerspiel erklärt.

Dabei führte er unter anderem aus, dass man als Pokerspieler „Mut, Geduld, Erfahrung plus mathematische und psychologische Kenntnisse braucht, um erfolgreich spielen zu können.“ Und weiters, dass „Poker ein Spiel ist, bei dem man nie auslernt und man sich ständig weiterentwickeln muss.“ In ein ähnliches Horn stieß auch ein weiterer Zeuge, ein Mathematik Professor aus Göteborg namens Erik Broman, der Poker ebenfalls ganz klar ein Zeugnis als Skillgame ausstellte.

[cbanner#2]

Inwiefern diese Aussagen den vier Männern, die 2007 in Südschweden ein auf mehrere Tage angelegtes Pokerturnier mit mehreren hundert Spielern organisiert hatten und dafür wegen illegalen Glücksspiels verurteilt worden sind, helfen kann, wird sich zeigen. Grundsätzlich ist die Argumentation jedoch durchaus nachvollziehbar. Schließlich kann man nicht wegen illegalen Glücksspiels im Gefängnis sitzen, wenn es sich gar nicht um ein Glücksspiel gehandelt hat. Ein aus Sicht der vier positives Urteil hätte für Schwedens Pokerszene wohl bahnbrechende Folgen, schließlich würden dadurch wahrscheinlich die ausgesprochen strengen schwedischen Glücksspielgesetze ordentlich ins Wanken geraten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich Hochgepokert.com vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.

Einen Kommentar schreiben