Rio Räuber gefasst

Das sprichwörtliche „Kriminelle Genie“ gibt es in der Realität, also außerhalb der Filmwelt ja ausgesprochen selten. Speziell Menschen, die Raubüberfälle begehen, scheinen oft dazu zu neigen, eine Sache nicht ganz bis zum Ende durchzudenken. So auch jene drei Personen, die verdächtigt werden, hinter dem Überfall auf das Rio zu stecken.

Wie Hochgepokert berichtet hat, stürmte am frühen Donnerstagmorgen ein maskierter Unbekannter zu einem der Tische im Casino des Rio Ressorts, schnappte sich eine Handvoll Chips, bedrohte den Dealer mit einer Waffe und lief davon.

Desto mehr Details über diesen Überfall bekannt wurden, umso deutlicher wurde, dass es sich bei dem Täter wahrscheinlich nicht gerade um das hellste Licht am Firmament handelte. Denn nicht genug, dass er sich mit einer Karnevalsperücke, einem Hut und einem falschen Bart verkleidet hatte, flüchtete er doch schlussendlich mit seiner Beute in einem Taxi. Ja, ihr habt richtig gelesen: Karnevalsverkleidung plus Taxi. Insgesamt erbeutete der Täter rund 32.000 Dollar, was zumindest ausgereicht hätte, um die Taxirechnung zu bezahlen. Doch wie sich jetzt herausgestellt hat, musste er dies gar nicht.

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Die Polizei von Las Vegas hat den mutmaßlichen Casinoräuber und seine zwei mutmaßlichen Komplizen gestern festgenommen. Und zur Überraschung aller ist einer der Mittäter der Fahrer jenes Taxis, in das der verhinderte Superschurke vor dem Rio sprang. Nun fragt ihr euch sicher, woher die Polizei wusste, dass der Taxifahrer ein Mittäter und eben nicht bloß ein Taxifahrer war. Nun, in Las Vegas sind die meisten Taxis videoüberwacht und der Fahrer kann diese Videoüberwachung nicht abstellen. Was er kann, ist einfach etwas vor der Kameralinse zu platzieren, um die Aufnahme zu verdecken. Dies taten unsere beiden Daltons auch. Dabei vergaßen sie allerdings den Audiomitschnitt, der ebenfalls mitläuft.

Als die Polizei kurze Zeit nach dem Überfall das Taxi ausforschte, konnten sich die Ermittler anhören, wie der Räuber und der vermeintliche Taxifahrer den Überfall Revue passieren ließen und ihr weiteres Vorgehen planten. Sein eigenes Taxi als Fluchtfahrzeug für einen Raubüberfall auf ein Casino zu benutzen ist wohl ebenso clever, wie sich mit einem Karnevalsbart und Perrücke zu verkleiden. Dass Täter Nummer 3 Täter Nummer 2 von einem Telefon des Rios aus auf dem Handy anrief, während Täter 1 gerade den Spieltisch abräumte, passt hier ebenfalls ins Bild. Auch, dass alle drei Verdächtigen zum Zeitpunkt ihrer Festnahme Chips des Rio in der Tasche hatte, spricht nicht gerade für sie.

Obwohl der Raub irgendwie eher an „Dumm und Dümmer“ als an „Oceans 11“ erinnert, ist damit zu rechnen, dass die drei mutmaßlichen Täter eine langjährige Haftstrafe ausfassen werden. Schließlich ist es der Vorsatz, der zählt und offensichtliche Unfähigkeit schützt eben nicht vor Strafe. Schon gar nicht in den USA …

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