Cash Kings – Big Scotty sagt: „Schickt mir noch mehr Internet-Fuzzis!“

Bei Cash Kings gehörte der US-Amerikaner Scott Hanna zu den Gewinnern. Der ehemalige Investmentbanker stieg am dritten Tag von Cash Kings bei den High Rollern ein. Mit 10.000 Euro ging er in die High Stakes Partie, mit über 35.000 Euro verließ er die Runde.

Hanna spielte gegen Mathias Kürschner, die Pros Thorsten Schäfer, Dennis Rubba, Full Tilt Pro Martin Kabrhel, Michel Kleemann, Tobias Wagner (Everest) und Jan Peter Jachtmann. Kaum am Tisch angekommen, erhöhte er die Pulsfrequenz seiner Gegner. Hanna, in Pokerkreisen nur Big Scotty genannt, lästerte über die Online Pros ab.

Gunther Sosna sprach für Hochgepokert.com mit Scott „Big Scotty“ Hanna über echtes Cash Game, wahre Männer und die Generation der Internet-Fuzzis!

Gunther Sosna: Mr. Hanna, haben Sie heute schon im Internet gepokert?

Scott Hanna: Da kann man pokern? Ich dachte, da treffen sich nur Fuzzis.

Gunther Sosna: Sie haben bei Cash Kings ja ganz schön vom Leder gezogen. Da fielen mehrfach die Worte Pussy und Fuzzi in die Richtung der Spieler, die vor allem im Internet sehr erfolgreich sind. Haben Sie etwas gegen Leute wie Tobias Wagner, Dennis Rubba oder Thorsten Schäfer?

Scott Hanna: Überhaupt nicht. Das sind alles nette Jungs und erfolgreiche Profis. Mit Thorsten und Dennis verstehe ich mich sehr gut. Vielleicht gehen wir bei Gelegenheit mal auf den Golfplatz.

Gunther Sosna: Wenn Sie sich so gut verstehen, wo kommt dann der Fuzzi her?

Scott Hanna: Ihre Art Cash Game zu spielen, die zeigt mir, dass sie keine ganzen Kerle sind. (lacht)

Gunther Sosna: Was meinen Sie damit?

Scott Hanna: Wer am Turn sein Geld in die Mitte schiebt und anschließend darüber diskutiert, ob der River zwei-, drei-, vier- oder fünfmal gedealt wird, der ist doch kein richtiger Mann.

Gunther Sosna: Sondern?

Scott Hanna: Der ist eine Pussy oder ein Fuzzi. Über so eine Spielweise lache ich.

Gunther Sosna: Nun, die Profis wollen doch nur …

Scott Hanna: Ich weiß was die Berufsspieler wollen. Sie möchten die Varianz überlisten, keine Federn lassen und würden sich am liebsten das Geld der Amateure teilen. Man hat das doch gesehen. Da ist eine Situation, wo die Spieler einen Coin Flip haben, den berüchtigten Münzwurf. Sie lassen den River oder das ganze Board mehrfach dealen und jeder gewinnt einmal. Die Fifty-Fifty-Chance, die für Spannung und Dramatik sorgt, wird entschärft. Aber nicht mit mir. Wenn meine Money im Pot ist, dann drehst du einmal den River um. Wenn ich verliere, dann ist es gut für dich. Wenn ich aber gewinne, dann bekomme ich dein ganzes Geld. Das ist Poker.

Gunther Sosna: Die pokern also nicht?

Scott Hanna: Sie spielen erfolgreich Onlinepoker, aber verstecken sich hinter Nicknames. Die nennen sich Isilpur, Dürr oder what ever.

Gunther Sosna: Sie meinen Isildur und Durrrr?

Scott Hanna: Ist doch völlig egal. Üben tun sie ja auch alle fleißig auf so einer neumodischen Pokerschool wie ich hörte. Für mich ist das alles Kinderkram. Echte Männer verstecken sich nicht. Ich habe Dennis und Thorsten beim richtigen Cash Game rasiert und alle haben es gesehen. Man kann mir also noch mehr von diesen kleinen Internet-Fuzzis schicken. (lacht wieder)

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Gunther Sosna: Was haben Sie eigentlich zu dem Martin Kabrhel gesagt, als der fragte, ob sie auch mehrmals dealen lassen würden?

Scott Hanna: An diese Situation erinnere ich mich nicht genau. Wahrscheinlich habe ich zurückgefragt, ob er Angst hat, zu verlieren. Poker ist wie eine Theateraufführung und lebt von der Dramaturgie. Es gibt Sieger und Verlierer, Freude über einen dicken Pot und Verzweiflung über eine verlorene Hand. Da fühlst du das Spiel, da leidest du mit. Wenn ich aber die Mätzchen der Pros mitmachen würde, dann kann ich gleich mit Poker aufhören. Dann sind die Gefühle weg, dann ist das Spiel leblos und tot.

Gunther Sosna: Aber wer verliert schon gerne Geld. Oder ist Ihnen das gleichgültig?

Scott Hanna: Geld ist wichtig. Aber wenn ich am Pokertisch sitze und bin umzingelt von Haifischen, dann muss ich damit rechnen, dass ich ausgezogen werde und alles verliere.

Gunther Sosna: Haben Sie aber nicht. Sie sind am dritten Tag von Cash Kings gegen die Profis angetreten und konnten 25.000 Euro gewinnen und …

Scott Hanna: Sorry, die Kids haben bei mir fast 30.000 Euro abgeliefert. (lacht dreckig)

Gunther Sosna: Gut, 30.000 Euro. Ist das eine Genugtuung für einen altgedienten Live-Spieler?

Scott Hanna: Nicht an diesem Tag. Ich hätte ja noch viel mehr gewinnen können. Bei dem riesigen Pot, es müssen so 60.000 Euro gewesen sein, den Leon Tsoukernik gegen Mathias Kürschner gewonnen hat, habe ich under the gun auf 1.200 Euro erhöht.

Gunther Sosna: Sie hatte bei der Aktion eine Neun und eine Zwei in der Hand …

Scott Hanna: Ja, und ich hatte auch noch eine Idee. Bin aber ausgestiegen, als die Action losging. Anschließend hatte ich 9,4 und nicht die Coolness 425 Euro nachzuzahlen. Dabei hatte ich das richtige Gefühl, die Chips in der Hand und folde doch. Auf dem Flop hätte ich Two Pair bekommen und am Turn ein Full House. Das hätte richtig viel Geld gebracht. Diese Kinder werfen Queens weg und folden King-Jack. Und warum?

Gunther Sosna: Sagen Sie es mir?

Scott Hanna: Da fehlen die Nuts. (lacht schallend)

Gunther Sosna: Bei der Hand zwischen Leon Tsoukernik und Mathias Kürschner gab es eine Coin Flip. Leon hatte Queens und Mathias Ass und König. Als Mathias die Ladies gesehen hat, fragte er sofort, ob Leon zweimal dealen will. Der hat irgendwas gemurmelt und abgelehnt.

Scott Hanna: Natürlich hat er das abgelehnt.

Gunther Sosna: Ist das wirklich so natürlich, wenn es um 60.000 Euro geht?

Scott Hanna: Leon ist ein Spieler. Er will gewinnen und kann gleichzeitig mit dem Verlust leben. Ich denke, es würde ihn viel mehr nerven, wenn er einen solchen Pot wegen so einem Theater teilen müsste.

Gunther Sosna: Rechnet Leon nicht auch die Wahrscheinlichkeiten durch und versucht die Varianz auszugleichen?

Scott Hanna: Es geht um 60.000 Euro. Wenn er alles bekommen kann, warum sollte Leon einem anderen Spieler die Chance geben, zu teilen.

Gunther Sosna: Nennen Sie mir einen Grund.

Scott Hanna: Es gibt keinen. Leon ist ein Typ … und keiner von diesen Fuzzis.

Gunther Sosna: Vielen Dank für das Gespräch.

Heute zeigt Hochgepokert.com noch mehr Cash Kings: Die letzte Stunde der High Roller Partie! Der gewaltige Pot zwischen Mathias Kürschner und Leon Tsoukernik! Und Scott „Big Scotty“ Hanna im Duell mit den Fuzzis!

Weitere Informationen und Highlights zu Cash Kings finden unsere Leserinnen und Leser in den Sendungen von PokerToday:

„Cash Kings in Rozvadov – Die erste Session!“ und „Cash Kings, die Zweite!“. Lesen Sie auch „Cash Kings: Das ist Poker!“, „Weltpremiere auf Hochgepokert: High Stakes Poker live aus dem Kings Casino“, „Rezension Cash Kings – Gunther Sosna und der (Hendon) Mob – Neues aus der Shoutbox“ und weitere Artikel.

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