Eurovegas – Eine Liebeserklärung an die Großtrappe – Ami go home!

Bin weder verwandet noch verschwägert. Zähle auch aktuell keine Großtrappe zu meinem engeren Freundeskreis. Obwohl uns einiges verbindet, wir haben beide eine eigene sonderbare Homepage, wir fühlen uns auf einen Kilometer gestört (besonders beim Verfassen des immer heiklen Editorials) und – jetzt zitiere ich – „In Vollbalz stehend bildet das breit aufgefächerte Untergefieder des Stoßes den höchsten Punkt des Körpers und der zuckende, weiße Federball lockt paarungsbereite Weibchen über große Entfernungen an“ (Quelle:  www.grosstrappe.at) – genau das ist auch meine Methode in Zeiten der Vollbalz. Also quasi immer.

Jetzt soll es also tatsächlich passieren. Wegen des großen Erfolges in der Wüste jetzt bald auch in Ihrer Nähe. Las Vegas kommt nach Europa und das angeblich in das verschlafene ungarische Örtchen Bezeneye. Beziehungsweise rund um die Region und genau da liegt das Problem. Oder besser formuliert:  Genau da fliegt das Problem. Bis zu sechzehn Kilo schwer und trotzdem flugfähig. Da braucht man auch als Großtrappe eine lange Landebahn und hinterlistige Strom- und Telefonkabel gehen einmal gar nicht.

Wenn mein geschätzter Kollege Martin Tschiggerl von der „milliardenschweren Hard Rock Gruppe“ schreibt, dann wird diese schon Geld, Anwälte und Lobbyisten haben. Wobei bisher dachte ich die grandiosen AC/DC wären die einzig „milliardenschweren“ im Business. Von dieser unmusikalischen Investorengruppe hatte ich bisher noch nie etwas gehört. Was aber nichts heißt, Bernie Madoff kannte ich schließlich auch nicht bis er in Aktenzeichen XY gesucht wurde (wenn mich meine Erinnerung jetzt nicht täuscht).

Aber zurück zum Thema. Eurovegas soll jetzt tatsächlich kommen und die Großtrappe ist im Weg. Und weil ich prinzipiell an das Gute glaube, werden die Vogelschützer gewinnen und das ist auch gut so. Europa ist anders, ja geradezu fantastisch anders und zu recht stolz darauf. Wir bauen uns kein Venedig aus Plastik, wir haben das echte und wir brauchen auch keine ägyptische Kunst aus Pappe, Generationen von Königen und Prinzen haben alles gestohlen, was man transportieren konnte. Deswegen stehen die Pyramiden ja auch noch da, wo sie gebaut wurden. Das hat nicht mal der Kasimir I. der Große geschafft trotz polnischer Kompetenz. Außerdem gibt es dieses gesunde europäische Misstrauen vor der Gigantomanie an sich. Irgendwie sind wir doch alle ein wenig Franzosen und ein wenig individuell. Wer will schon in einer Bettenburg mit tausend Betten pennen und wer will schon mit einem Zimmermädchen schlafen, die ein Namensschild trägt und für die Mitarbeiter-Zeitung des Hotels arbeitet. Ich ganz sicher nicht und abgesehen davon bin ich für die frei verhandelbare Minibar und den uneingeschränkten Schutz der Großtrappe.

Nun der geneigte Leser wird es ohnedies merken, ich war heute schon einige Mal an der eigenen Minibar (Lagavulin, 16 Jahre alt und ich trinke ihn mit Eis, nachdem ein geschätzter Freund angemerkt hat, als „kulturloser Deutscher“ dürfe ich das). Trotzdem habe ich recht und die Vogelschützer sowieso. Mir ist das Projekt hochgradig unsympathisch und es sträuben sich alle „Ellbogenfedern“ und Nackenhaare. Schon alleine beim Gedanken an das obligate Showprogramm eines mögliche Riesenhotels. Wer soll da auftreten und das jeden Abend. Marius Müller Westernhagen – die Stimme reicht nicht mal für einen Song pro Monat. Die Jacobs-Sisters werden immer weniger und Marc Terenzi will doch keiner sehen. Egal, wir von Hochgepokert.com haben auch eine seriöse hart arbeitende Abteilung und wer seriöse Informationen haben möchte, wird bei uns täglich aktuell und kompetent informiert. Ich schreibe einfach so vor mich hin und wenn mich amerikanische Investoren samt ihren Anwälten hassen, ist mir das egal. Die Großtrappen werden mich lieben. Und nur das zählt.

G. Schrage

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