Eurovegas soll in Ungarn entstehen

Seit Jahren halten sich in der Casino- und Glücksspielbranche die Gerüchte, das irgendwo auf dem europäischen Kontinent irgendwann, aber zumindest bald, mit dem Bau eines „Eurovegas“ begonnen wird. Die Slowakei, Russland und zuletzt wieder Spanien wurden in den letzten Jahren immer wieder als potenzielle Heimat eines europäischen Zockerparadieses genannt. Doch auch wenn die Pläne immer ausgesprochen professionell und vor allem motiviert geklungen haben: Geworden ist daraus nie etwas.

Jetzt dürfte allerdings wirklich Bewegung in die Sache gekommen sein. Allerdings nicht im sonnigen Spanien, sondern in der windigen ungarischen Tiefebene. Wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt soll nämlich bald mit dem Bau eines gigantischen Hotel- und Casino-Komplexes begonnen werden. Hinter dem Projekt steht niemand Geringeres als die milliardenschwere Hard Rock Gruppe, die mit ihren Cafés, Hotels und natürlich auch Casinos in der ganzen Welt erfolgreich ist. Hinter dieser Gruppe steht wiederum der Stamm der Seminole Indianer aus Florida, der 2007 das Hard Rock Unternehmen für knapp eine Milliarde Dollar gekauft hatte und seitdem in großen Maßstäben investiert. So auch in der ungarischen Tiefebene.

Denn das Motto des Eurovegas Projekts dürfte klotzen statt kleckern lauten. Insgesamt sollen in mehreren Phasen unglaubliche fünf Milliarden Euro in den Bau des mit Abstand größten europäischen Casinokomplexes investiert werden. Der erste Teil könnte bereits 2012, spätestens aber 2013 eröffnet werden und soll aus einem Casino mit 100 Spieltischen, 1500 Automaten, ein Pokerraum und Bereiche für Sportwetten plus einem 4-Sterne Wellness Hotel mit 318 Zimmern bestehen. Dabei soll es sich wohlgemerkt nur um die erste Ausbauphase handeln. Diesem ersten Hotel und Casino sollen weitere folgen – insgesamt sind 335 Hektar für das Projekt vorgesehen.

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Anders als bisherige Eurovegas Pläne dürfte dieses ungarische Projekt der Hard Rock Gruppe wirklich Hand und Fuß haben und kurz vor der Verwirklichung stehen. Während die ungarische Grenzregion rund um den Ort Bezenye aufgrund der bevorstehenden Investitionen bereits frohlockt, zeigt man sich einige Kilometer weiter auf der österreichischen Seite der Grenze wenig begeistert. Kritik kommt dabei vor allem von mehreren Umweltschutzorganisationen und dem burgenländischen Landesamt. Diese machen sich dezidiert um das Wohl der vom Aussterben bedrohten Großtrappe Sorgen. Diese ausgesprochen seltene Großvogelart hat sich nämlich ausgerechnet unter anderem diese Gegend zum Brüten ausgesucht. Von Seiten des burgenländischen Landesamts hofft man daher, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung dem geplanten Großprojekt doch noch einen Strich durch die Rechnung macht – oder es zumindest ein wenig verkleinert.

Doch auch in Ungarn herrscht teilweise Unmut über das Projekt, oder besser gesagt darüber, wie die Vergabe der notwendigen Casinolizenzen abgelaufen ist. Laut der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ kritisiert das ungarische Regierungskontrollamt die Modalitäten des Vertrages und will diesen genauer überprüfen.

Welche Gedanken sich Götz Schrage zu Eurovegas und der Großtrappe macht lesen Sie hier …

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