Der amerikanische Sündenfall – Bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts mehr zu sehen!


Keine Panik. Die Welt dreht sich weiter. Poker bleibt bei uns auf der Erfolgsspur. Mir werden die selbstgefälligen Amis nicht abgehen. Weder am Tisch noch im Chat. Vielleicht beginnt ja bald die Sunday Million um sechs Stunden früher und man kann bis zum Finaltisch kämpfen, ohne sich den Montag ganz zu zerstören.

Der Pokerhimmel ist nur über dem Atlantik stockdunkel – und das war abzusehen. Irgendwann musste passieren, was eben jetzt passiert ist. Mögen die Mühlen des FBI auch manchmal langsam mahlen, aber wenn die sich in ein Thema verbeißen, dann gibt es am Ende zwar nicht unbedingt einen Täter, aber ganz sicher ein Opfer.

Mögen die Rechtsanwälte von Isai Scheinberg schlau und gerissen sein. Wenn es am Ende nach amerikanischen Muster einen Deal gibt, wird immer noch viel auf der hohen Kante sein.


Vielleicht machen die großen Onliner zukünftig nicht mehr die Monstergewinne, genug Geld wird immer hängen bleiben. Partypoker hat ja gezeigt, wie es geht, wenn man sich „freiwillig“ vom US-amerikanischen Markt zurückzieht. Bei denen knallen wahrscheinlich jetzt die Sektkorken der Schadenfreude. Und wenn es wirklich hoch hergeht, singt Toni G auch noch. Einmal habe ich ihn singen gehört – das ist dann meist das Ende der Party (aber nicht das Ende von PartyPoker).

Allen hiesigen Jungs mit dickem Guthaben und dünnen Nerven können sich wieder beruhigen. Einfach weitergehen, es gibt nichts zu sehen, niemand wurde verletzt und kein deutsches Konto wurde eingefroren. Der europäische Spieler ist mit der heutigen Nacht ein Stück weit wichtiger geworden – noch wichtiger, als er ohnedies schon war.

Gemeinsam können wir neugierig sein auf das kommende Wochenende. Werden die fett garantierten Turniere angesichts der Ereignisse unverändert stattfinden? Wenn das so ist, dürfen wir uns freuen und wer da nicht dabei ist, braucht schon einen guten Grund. Allerdings sollten die Anbieter angesichts der Ereignisse das eine oder andere Garantiesümmchen entsprechend zurechtstutzen – wer könnte ihnen das schon verdenken?

Interessant auf jeden Fall das Schweigen im Walde bei unseren sonst so höflich mitteilsamen Poker Pros. Kein Blog vom Doc, keine Meldung von den deutschen Highrollern und Chefredakteur Gunther Sosna gelang es zwar Daniel Negreanu zu erreichen, um sich dann aber doch ein „No comment“ abzuholen.

Umso mitteilsamer die amerikanische twoplustwo Gemeinde. Aus jedem Bundesstaat gibt es traurige Wasserstandsmitteilungen, unterbrochen von höchst amüsanten und krausen Theorien zu den Hintergründen. User „mcozzzy1“ meint etwa:

„This is part of Obama und Holders plan to control the internet. bzw – if poker players were 83% black, this would never be happening, It’s because online poker players are mostly non-black, non-hispanic. The law ist just another political tool for Obama.“

Da gefällt mir der konstruktive Ansatz von twoplustwo-user „Auguy55“ um so besser, wenn er schreibt: „This is bad. Very bad. I’m scared. – Guess it´s time to start playing video games again. Anyone up for a game of NCAA football 11?“

Vielleicht ist das ja ein Weg für die gebeutelten Amis. Back to the Video Game. Und im Sommer geht es nach Las Vegas und zu den richtigen Karten. Zum Online-Zocken bleibt dann wohl nur noch Mexiko.

Wir in Europa haben es besser und für meine amerikanischen Freunde wird mir vielleicht noch etwas einfallen. Vielleicht übertrage ich ja gegen geringe Gebühr Cash-Game-Tische per Skype über den großen Teich. Der Kunde bestimmt und bediene den Regler. 5% vom Gewinn bleibt bei mir, am Verlust beteilige ich mich selbstverständlich nicht.

In diesem Sinne: Optimistisch bleiben! Wir alle gemeinsam werden von der Krise profitieren. Da bin ich mir ganz sicher! (Allerdings war ich mir oft bei vielem ganz sicher und dann kam alles anders).

G. Schrage

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