Hat dieser Mann die Pokerindustrie zerstört?

Ist das der Mann der Schuld an dem ganzen Stress ist? Der junge Herr auf dem Bild heißt Daniel Tzvetkoff, stammt aus Australien und steht unter dem dringenden Verdacht, die gesamte Pokerindustrie an den Rand des Abgrunds und vielleicht sogar darüber hinaus geführt zu haben. Dabei war Tzvetkoff lange Zeit selbst eines der wichtigsten Rädchen in dieser milliardenschweren Branche.

Der Australier hatte nämlich ein Unternehmen gegründet, das so ziemlich alle Zahlungen für die großen Online Anbieter – allen voran PokerStars, Full Tilt und Absolute Poker – abwickelte. Mit seinem System konnten diese Unternehmen die diversen Hürden des amerikanischen Rechtssystems überwinden und Milliarden verdienen. Er selbst bekam dafür kolportierte 150.000 Dollar pro Tag. Doch es kam zu etwas, das leider allzu oft passiert, wenn Menschen mit riesigen Summen hantieren: Sie werden gierig. So auch Daniel Tzvetkoff.

Angeblich unterschlug der Jungunternehmer, der als Genie gilt und bereits mit 13 Jahren seine erste Firma gegründet hatte, über 100 Millionen Dollar. Hätte ihm dies vor wenigen Jahren in der Glücksspielindustrie noch einen lauschigen Schlafplatz bei den Fischen oder in einem Loch in der Wüste eingebracht, entschloss man sich vonseiten der betroffenen Unternehmen zu legaleren Mitteln: Der ehemalige Dienstleister wurde verklagt. Als Daniel Tzvetkoff dann im April 2010 von Australien nach Las Vegas reiste, klickten dort die Handschellen. Nicht etwa wegen der Unterschlagung, sondern aus den selben Gründen, wegen denen nun die Chefs der drei großen Pokeranbieter um ihre Freiheit fürchten müssen: Verdacht auf Geldwäsche und Verstöße gegen den Wire Act. Böse Zungen behaupten sogar, dass der Tipp, der zur Festnahme geführt hatte, sogar aus dem Umfeld der Pokeranbieter stammte. Als Retourkutsche sozusagen. Sollte das wirklich stimmen, könnte dies das wohl brutalste Eigentor der jüngeren Wirtschaftsgeschichte gewesen sein.

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Die Indizien sprechen nämlich dafür, dass Daniel Tzvetkoff nach seiner Festnahme wie ein Kanarienvogel gesungen hat. In einer ersten Anhörung wurde ihm aufgrund der hohen Fluchtgefahr nämlich die Freilassung auf Kaution verwehrt. Dann, nachdem er sich einige Zeit mit der Staatsanwaltschaft unterhalten hatte, wurde ihm diese dann doch gewährt und er kam im August des letzten Jahres auf Kaution frei. Doch es wird noch besser. Der im Fall Tzvetkoff zuständige Staatsanwalt war Arlo Devlin-Brown aus Manhattan. Eben dieser Arlo Devlin-Brown ist seit damals einer der führenden Köpfe bei der Verfolgung des illegalen Online Glücksspiels und wahrscheinlich auch in die jüngsten Vorkommnisse involviert. Die Chancen stehen also recht gut, dass Daniel Tzvetkoff 2010 mit Hilfe eines Deals seinen Kopf aus der Schlinge gezogen und seine ehemaligen Geschäftspartner angeschwärzt hat. Welche Auswirkungen dies haben wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Fest steht nur: Der 16. April 2011 stellt die größte Zäsur in der Geschichte des Online Pokers dar.

Quelle: Business Insider


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