17. April 2011 | 14 Kommentare
m.tschiggerl
Im Fadenkreuz des FBI: Isai Scheinberg, Nelson Burtnick und Paul Tate
Nach Teil Eins hier nun der zweite Teil unserer Serie über die elf Beschuldigten des Black Friday.
Isai Scheinberg, 69, ist ohne Frage neben Raymond Bitar die prominenteste Figur der der elf Beschuldigten des Black Friday. Bevor Scheinberg sein Geld mit Poker verdiente, war er bei IBM in einer nicht näher bekannten Funktion tätig. 2001 gründete er dann gemeinsam mit Mitgliedern seiner Familie PokerStars und die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. Lizenziert wurde die Pokerplattform in Costa Rica und konnte schnell zu den Globalplayern der Branche aufsteigen. Mit dem Aufstieg ging auch ein Umzug auf die Isle of Man einher. Nach dem Sieg Chris Moneymakers und dem daraus resultierenden Pokerbooms, konnte man sich auf Platz 2 hinter PartyPoker platzieren und als sich Party aufgrund des UIEGAs aus den USA zurückziehen musste, schaffte man den Sprung an die Spitze.
Berichten zufolge halten Scheinberg und seine Familie heute 75 Prozent an PokerStars, während der Rest unter verschiedenen Angestellten verteilt ist. 2006 hätte sich Scheinberg aber fast von seinem Familienschatz getrennt. Damals war ein Deal mit der NM Rothschild Bank im letzten Moment gescheiterte. Kolportierte zwei Milliarden Dollar hätte PokerStars der Familie Scheinberg damals eingebracht. In der Zwischenzeit dürfte sich der Wert des Unternehmens aber um ein Vielfaches gesteigert haben, schließlich machte PokerStars mittlerweile 1,7 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr. Wobei man sich allerdings vor Augen halten muss, dass die Ereignisse der letzten Tage sich nicht unbedingt positiv auf den Wert des Unternehmens ausgewirkt haben dürfte.
Schon lange vor dem schwarzen Freitag hatte Scheinberg, der die israelische und die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, vermieden, in die USA einzureisen. Aus gutem Grund, wie sich jetzt herausgestellt hat. Wichtige Meetings, wie zum Beispiel das mit dem Casino Mogul Steve Wynn, fanden immer im Ausland statt. Wo sich Isai Scheinberg derzeit aufhält, ist nicht bekannt.
Nelson Burtnick, 40, ist Kanadischer Staatsbürger und arbeitet ebenso wie Raymond Bitar für Full Tilt Poker. Anders als über seinen Kollegen, ist über ihn aber leider nur ausgesprochen wenig bekannt, da er so gut wie gar nicht in der Öffentlichkeit auftrat. Laut den FBI Unterlagen war Burtnick zuerst bei PokerStars als Chef des „Payment Processings“ tätig und wechselte im Januar 2009 dann zu Full Tilt, wo der die gleiche Aufgabe übernahm. Im Zuge unserer Recherche fanden wir zusätzlich noch heraus, dass ein gewisser Nelson Burtnick bis Mitte der 2000er Jahre CEO eines kanadischen Zahlungsdienstleisters namens Copeland, Burtnick & Associates war, der auf Online Zahlungen und ECommerce spezialisiert war. Da beide Burtnicks kanadische Staatsbürger und in der selben Branche tätig sind, dürfte es sich um ein und die selbe Person handeln. Wo sich Burtnick derzeit aufhält, ist nicht bekannt.
Paul Tate, Alter und Staatsbürgerschaft unbekannt, war laut dem FBI und der Staatsanwaltschaft Manhattan seit 2006 Mitarbeiter von PokerStars und dort ebenfalls in der „Payment Processings“ Abteilung tätig. Er beerbte im Januar 2009 Neslon Burtnick in dessen Funktion als Chef des Departments und stand diesem zumindest bis zum März 2011 vor. Wenig überraschend ist bei seinem letzten bekannten Wohnort die Isle of Man angegeben, wo sich bekanntlich auch das Hauptquartier von PokerStars befindet. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist ebenfalls unbekannt.
Diese Auflistung macht deutlich, dass die U.S. Behörden nicht nur auf die Besitzer und Gründer der großen Drei abgesehen haben, sondern auch die zweite Riege, die Operativtätigen den Prozess machen wollen. Den restlichen fünf Beschuldigten Ryan Lang, Bradley Franzen, Ira Rubin, Chad Elie und John Campos waren allesamt in irgendeiner Form für die Zahlungsabwicklung zuständig. Wobei die letzten beiden bereits inhaftiert wurden.
14 responses to “Im Fadenkreuz des FBI: Isai Scheinberg, Nelson Burtnick und Paul Tate” 
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du bist der schwächste im team.
du fliegst,und tchüss!Like or Dislike:
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cashflow 17. April 2011 um 10:24
Black Friday find ich ein “wenig” überzogen, wird ja nicht gerade eine Weltwirtschaftskrise durch ausgelößt….
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Cashanova 17. April 2011 um 11:04
Ist auf jeden Fall übel für alle leute die geld auf ihrer bankroll haben und in den USA zuhause sind… Ich frage mich schon das gannze Wochenende ob ich nicht auch meine Kohle auscashen sollte und sie damit erst einmal in sicherheit bringe,bis das thema endlich geklärt ist. Denn ne richtige info ob es gefährlich ist oder nicht sein geld weiterhin dort liegen zu lassen,bekommt man ja nicht…Weiss da jemand was genaues?
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@Cashanova: nichts Genaues weiß man, alles ist möglich. Ich habe versucht meine BR bei FT auszucashen. Weil so viele Cash out-Anfragen vorlägen, könne es dauern, hieß es. Das war vor etwa 14 Stunden. Kohle noch nicht angekommen.
http://www.tiltkontrolle.com/2011/04/schwarzer-freitag.htmlLike or Dislike:
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aaxxxel 17. April 2011 um 12:31
Als Ami würd ich meine Kohle auch auscashen, schließlich ist der nächste möglicheSchritt der US-Behörden das “illegale” Geld ein zu frieren. Sicherlich liegt das Geld nicht auf US-Konten, aber selbst die Schweiz hat vor einiger Zeit auf Druck der US-Behörden ohne jegliche gesetzliche Grundlage im eigenen Land Informationen über Kontoinhaber rausgerückt.
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Swizzy 17. April 2011 um 12:55
Die Schweizer Banken können von den Behörden nur dann aufgefordert werden Konten einzusehen und detailierte Informationen heraus zu rücken wenn beweise für Betrug und oder ähnliche Kriminelle Energien vorhanden sind! Also wenn hier Auskunft erteillt wird oder es sogar zur Sperrung von Konten kommt liegt eine klare kriminelle Vorgeschichte dahinter,und somit das Vorgehen korekt und gemäss der Schweizerischen Bestimmungen! Bis es jedoch soweit kommt müsste noch einiges passieren, die Schweiz ist als neutrales Land bekannt und so haushalten auch die Banken! Es wird nie im Interesse der Banken sein in einer solch ungeregelten und mit Gesetzes Lücken gespickten Situation wie es Online Poker momentan ist voreilige Schlüsse und Massnahmen zu ergreifen da reicht dass momentan verstreute Salz bestimmt nicht aus!
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Die ungeheuere, präzedenzlose PR-Aktion! Mit der Dankopferung – gerät doch jemand aus 11 Verdächtigten unbedingt in den Knast. Aber das Justizsystem der USA schlägt alle Rekorde, an ihr teilnehmend.
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DickSegen 17. April 2011 um 02:15