Der Hochgepokert.com Aufsatzwettbewerb – Heute analysiert Gerald B. die Krise!

home game_300x300_scaled_croppDie Redaktion bedankt sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Der 1. Hochgepokert.com Aufsatzwettbewerb war ein voller Erfolg. In den kommenden Tagen werden wir fünf Texte veröffentlichen. Der spannendste und interessanteste Artikel wird dann von Hochgepokert.com prämiert. Selbstverständlich wird die Jury auch Leserreaktionen und Kommentare bei der Bewertung berücksichtigen – Viel Vergnügen bei der Lektüre.

Nach dem dunkelgrünen Freitag.

Während meine Wenigkeit Freitag Abend noch nichtsahnend ein Turnier auf Full Tilt gespielt hat, sind im Hintergrund bereits Dinge gelaufen an die ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr geglaubt habe. Irgendwie war es wohl im Hinterkopf jedes Pokerspielers vorhanden, das Wissen, dass es eigentlich illegal ist von den USA aus Online Poker zu spielen. Irgendwie überrollt einen aber die Routine, denn wenn täglich Millionen Amerikaner online Poker zelebrieren denkt man irgendwann „es wird schon alles passen“. Ich habe mich auch des Öfteren gefragt, warum denn gerade Partypoker, bis 2006 der absolute Marktführer einfach die amerikanischen Spieler ausgeschlossen hat, nachdem doch, geht man nach dem Gebaren von Fulltilt, Pokerstars, etc., scheinbar ohnehin alles rechtens war.

Für mich sind am Samstag Vormittag jedenfalls innerlich zwei Welten kollidiert, einerseits die Realität, in der ich wusste, dass Online Poker von den USA aus nicht ganz legal ist, bzw. sich zumindest in einer dunkelgrauen Zone bewegt, andererseits das Bild von Poker wie es durch Werbung von FullTilt und Pokerstars, Hightstakes Poker oder Berichten aus Vegas transportiert wurde. Da blogt ein Daniel Negreanu oder twittert ein Tom „Durr“ Dwan über seine Online Hände und irgendwie ist das alles ganz normaler Pokeralltag. Spätestens seit dem Freitag wissen auch diese Spieler, dass alles wohl nicht so einfach weiterläuft wie dies die letzten Jahre kommuniziert wurde.

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Ein weiterer interessanter Aspekt in der Zukunft wird sicherlich auch die Frage sein, ob Full Tilt Poker und Pokerstars sich nun weiterhin ein Heer an amerikanischen Poker Pros leisten können bzw. müssen, denn wozu amerikanische Werbefiguren wenn die Massen die damit angesprochen werden sollten (z.B. über ESPN) gar keine Möglichkeiten mehr haben auf diesen Plattformen zu zocken. Fragen über Fragen die uns wohl nur die Zukunft beantworten kann. Es wird sich jedenfalls auch in diesem Bereich noch einiges ändern.

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Wie ich gestehen muss, habe ich mich, nachdem Samstags der erste Schreck erstmal verdaut war, gleich auch mal gefreut, dass die amerikanischen Kollegen jetzt nicht mehr auf Pokerstars spielen können. Denn wer regelmäßig MTT Sit`n Go`s spielt weiß, wenn die Amis erstmal wach sind ist die Fishdichte weitaus spärlicher als beispielsweise an Samstag Nachmittagen, wo Amerika noch fast schläft. Meine große Sorge galt unter anderem auch, den von mir heiß geliebten Sunday Majors auf Pokerstars. Doch auch dort zeigte sich schnell, dass sich das etwas reduzierte Guarantee Preisgeld locker auch ohne amerikanische Spieler noch erreichen lässt, teilweise sogar noch weit überschritten werden konnte. Mittlerweile bin ich in Bezug auf die Sunday Majors sogar beinahe in eine Euphorie verfallen, als mir klar wurde, dass sich die Turnierzeiten nun vielleicht tatsächlich nach europäischen Standards richten könnten. Ein Sunday Million um 18:00 MEZ oder ein Sunday Warm up kurz nach einem gediegenen Mittagsschlaf, gerade das würde sicher noch einige europäische Spieler mehr an die Tische locken. Bis dato musste auch ich oft auf die Sunday Million verzichten, weil es sich berufsbedingt einfach nicht anders einrichten ließ. Ich bin der Meinung man sollte jetzt nicht allzu lange in der Trauerstarre verharren und das „Neue“ annehmen wie es kommt, jeder Abschied ist auch ein Neuanfang, in diesem Sinne, erstmal ein freundliches „CU nach Übersee“.

Gerald B.

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