Kanada: Pokerverluste nicht steuerlich absetzbar

Einen kuriosen Gerichtsfall zum Thema Poker gibt es aus Kanada zu melden. Wie die Financial Post berichtet, wollte der angehende Poker-Pro Steven Cohen seine Verluste am Pokerfilz steuerlich abzusetzen. Das Finanzamt lehnte ab und der Streitfall ging vor Gericht. Dort wurde dann das Anliegen jedoch ebenfalls abgelehnt.

Cohen ist eigentlich Anwalt und hatte einen angesehenen Job bei einer renommierten Firma. Dort kam er auf rund $200.000 im Jahr, doch als er zum zweiten Mal in Folge nicht zum Kanzleipartner ernannt wurde, warf der Kanadier das Handtuch.

Cohen wollte als Poker-Pro durchstarten, denn immerhin spielte er schon seit seinem 21. Lebensjahr und das mindestens einmal im Monat. Ende des Jahres gab er dann seinen Steuerbescheid ab und fügte hierbei einen Anhang über „Persönliche Geschäftsaktivitäten“ bei. Dort waren seine Pokergewinne mit $81.000 aufgeführt. Allerdings gab es auch Verluste in Höhe von $203.000 die sich aus $7.000 „Geschäftsausgaben“ und $196.000 „Anschaffungen“ zusammensetzten.

Durch das Verlustgeschäft von $122.000 erwartete sich Steven Cohen eine Steuerrückzahlung auf sein bisheriges Einkommen als Anwalt. Der Steuerbeamte argumentierte jedoch, dass Poker kein Geschäft im eigentlichen Sinne ist, und lehnte eine Steuerrückzahlung ab.

Cohen tat das, was er am besten kann und zog vor Gericht. Allerdings war der Richter genauso wenig einsichtig und lehnte ab. Poker sei „generell eine private Beschäftigung und nur für eine Minderheit ein wirklicher Beruf.“ Die Pokerspiele von Steven Cohen würden nicht als Geschäftsaktivität gewertet werden können.

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