Herber Rückschlag für BitCoin – Hacker klaut fast eine halbe Million

Es sollte nicht nur die Pokerindustrie revolutionieren, sondern sogar die Finanzwelt rerobern, endete jedoch in einem mittelschweren Desaster. Die Rede ist von der virtuellen Währung BitCoin. Wie im offiziellen Forum der Website bekannt wurde, hat es ein Krimineller geschafft und erleichterte einen Kunden des eWallet-Unternehmens um BitCoins im Wert von rund $450.000.

Der unachtsame Nutzer mit dem Namen ‚allinvain‘ hatte anscheinend seinen Rechner nicht ausreichend geschützt und wurde Opfer eines Hackerangriffs. Eine Software hatte die komplette virtuelle Brieftasche des Opfers leergeräumt und 25.000 BitCoins entwendet, welche zu diesem Zeitpunkt über $468.000 wert waren.

Es wird vermutet, dass es sich um ein ähnliches Schadensprogramm handelt, wie es Kriminelle verwenden, um an Kreditkartennummern zu kommen. Der geschädigte User schrieb im Forum von BitCoin.org: „Ich fühle mich, als ob ich mich selbst umbringen könnte, so verdammt angepisst bin ich.


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Die virtuelle Währung BitCoin wurde 2009 von einem Japaner mit dem Künstlernamen Satoshi Nakamoto entwickelt. Wie andere eWallet-Unternehemen kann man mithilfe von BitCoins in Online-Shops weltweit ein- und verkaufen. Allerdings sind die BitCoins nicht an eine Währung gekoppelt und auch nicht von einem zentralen Organ geregelt.

Es sollen BitCoins im Gesamtwert von über 50 Millionen US-Dollar im Umlauf sein und würden noch mehr User die virtuelle Währung nutzen, wäre dies auch eine Möglichkeit, um Gesetze wie etwa den Unlawful Internet Gambling Enforcement Act zu umgehen. Würde beispielsweise ein US-Amerikaner BitCoins bei einem Online Poker Room einzahlen und dafür ‚echte‘ Dollar zum Spielen bekommen, hätte weder er, noch das Unternehmen, die Regelungen des UIGEA gebrochen.

Allerdings beleibt zu bezweifeln, dass diese Taktik lange funktionieren würde, denn einigen Staatsanwaltschaften ist die virtuelle Währung schon jetzt ein Dorn im Auge. Das jüngste Beispiel ist der Silk Road Marketplace, ein Markt, der hauptsächlich für Drogenhandel benutzt wird. Dort wird mit BitCoins gezahlt und im Angebot findet der Nutzer alle möglichen illegalen Substanzen von Marihuana, über LSD bis hin zu Heroin.

Während der Drogenhandel dort natürlich recht überschaubar ist, besteht vor allem eine große Gefahr in der Anonymität der virtuellen Währung. Da die Transaktionen nicht zurückverfolgt werden können, ist vor allem der internationale Waffenhandel ein potentieller Markt. Allerdings müsste hierzu ein wesentlich größeres Volumen an BitCoins weltweit im Umlauf sein und der jüngste Raub hat mit Sicherheit viele Nutzer oder potentielle Neukunden skeptisch gestimmt.

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