Daniel Negreanu beschuldigte Michael Binger als „unfair“

Bei Event # 37, dem $10k H.O.R.S.E., warf Negreanu dem Drittplatzierten des WSOP Main Events von 2006 Michael Binger vor, in einer 10-minütigen Hand sogenanntes „Angle Shooting“ betrieben zu haben.

Was genau ist Angle Shooting? Es handelt sich dabei nicht notwendigerweise um Cheaten, jedoch fallen unethische und ausbeuterische Aktionen darunter. Per Defintionem kann man Angle Shooting als Handlung eines Spielers ansehen, die zwar im Rahmen der Regeln erlaubt ist, aber trotzdem täuschende und unfaire Taktiken enthält, um mehr Informationen von einem Spieler zu bekommen. In einem Livespiel könnte dies z. B. ein angetäuschter Fold sein, nur dass der darauffolgende Spieler seine Karten möglicherweise Out-of-Turn foldet. Beim Onlinepoker fällt darunter z. B. auch Missbrauch der Disconnect Schutzregeln, welche einige Seiten festgelegt haben.

Was war also passiert beim H.O.R.S.E. Event?

Am Tisch von Negreanu trug sich folgende Situation zu: Man befand sich bei den Limits 3.000/6.000. Vor dem Flop gab es ein Raise eines Spielers auf 6.000, bevor Michael Binger auf 9.000 dreibettete. Alle anderen foldeten, aber nur der ursprüngliche Raiser bezahlte. Der Flop von Kd 6d 8c wurde vom Gegner gecheckt und Binger spielte nun 1.500 Chips an. Sein Gegner check-raiste nun die zu kleine Bet auf 3.000. Genau an dieser Stelle meldete sich Negreanu zu Wort, welcher sich aufgrund des bestehenden 3.000/6.000 Limits einmischte und die Aktion von Michael Binger als einen Angle Shoot betrachtete, um seinem Gegner Reaktionen auf einen sehr niedrigen Preis zu entlocken. Obwohl Michael Binger klarerweise nur die Hälfte der Minimum-Bet anspielte, konterte er auf die verbalen Attacken von Negreanu, der nicht selbst in die Hand verwickelt war, mit einem „Shut your God-damn mouth!“.

[cbanner#2]

Nachdem der Turnierdirektor gerufen wurde, konnte er das Dilemma klären: Er bestimmte, dass die „halbe Bet“ von Binger nun als volle 3.000 gezählt wurde und das Raise des Gegners dementsprechend nur als Call. Binger erkundigte sich dann noch nach möglichen Strafen, bevor er mit dem Wissen, dass es keine geben würde, seine Hand aufgab. „Are we good here?“ lautete die Frage des Direktors, bevor der den Tische verließ. Die Antwort eines Spielers lautete sehr pragmatisch „Just throw them out to be safe!”. Kurz danach haben Binger und Negreanu jedoch wieder Frieden geschlossen.

Kann man Aktion von Michael Binger als Angle-Shooting werten? War die Entscheidung des Turnierdirektors korrekt? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich Hochgepokert.com vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.

Einen Kommentar schreiben