Ich liebe Natalie Hof – Dirk Nowitzkis Buddy – Frauenfußball und der unglückliche Jens

Eines vorweg, meine Gefühle sind quasi väterlicher Natur, aber trotzdem (oder deswegen?) umso aufrichtiger. Ich liebe Natalie Hof! Ich liebe ihre Art, wie sie ihren widerspenstigen Mittelscheitel bändigt. Ich mag es, wenn sie vor der Kamera bei wirklich langen Sätzen nicht wagt eine kleine Zwischenatmung einzulegen und dadurch die letzten Worte so süß in das Mikrophon haucht. Ihr überstrahlender Charme lässt mir die Möglichkeit da unten im Keller der bösen Bemerkungen zu bleiben. Alles was der geschätzte Hochgepokert.com User braucht an fröhlicher Nettigkeit wird von Natalie Hof so wunderbar geliefert. Mir bleibt mein Fachgebiet: Griesgram und Misanthropie exklusiv und alle sind rundum versorgt.

Aber zurück zu meinen väterlichen Gefühlen im Wandel der Zeit. Früher hätte man mich für die folgenden Zeilen wohl ein „Chauvischwein“ geheißen, heute hoffe ich auf deutlich mildere Beurteilungen. Ich finde extemporierende Frauen so lustig, wenn sie sich im gefährlichen Sumpf des Nichtwissens verlieren.  Bei männlichen Kollegen ärgere ich mich heftig und mache derbe Scherze über  diese journalistischen Auffahrunfälle, vor denen niemand gefeit ist (und ich selbstverständlich auch nicht). – Kürzlich geschah bei PokerToday folgendes. Für einen kurzen Moment hatte die wie immer brillante PokerToday Kamera Shawn Marion bei der WSOP im Bild. Irgendjemand muss meiner Kollegin Natalie einen  kleinen Hinweis gegeben haben. Offensichtlich einen sehr kleinen. „Da ist Shawn Marion. Der Buddy  von Dirk Nowitzki  – ich bin nicht so der Sportfan, ich muss mal gucken wie heißt das? – – – Dallas Mavericks whatever – die haben irgendwas gewonnen in diesem Jahr – das ist wohl an mir vorbeigegangen“ und nach einer kleinen Pause mein absoluter Lieblingssatz: „Hoffentlich läuft es beim Pokern auch so gut!“. – Das mit dem „ich bin nicht so der Sportfan“ ist gleich mal bewiesen und geglaubt. Besonders putzig finde ich die herzlichen Wünsche zum möglichen Pokererfolg. Dieser „Buddie von Dirk Nowitzki“ hat letztes Jahr ohne Prämien und Werbeverträge $7.975.932 (Quelle:  hoopshype.com) verdient. Wenn man nochmals von dem selben Betrag ausgeht für Werbeauftritte und Prämien müsste Shawn Marion wahrscheinlich das Main Event 2011 gewinnen und alle  anderen Spieler am Tisch zu 99% gestacked haben. – Und selbst dann wird es sich nicht wirklich ausgehen mit „auch so gut laufen“.

Und weiter geht es mit dem Thema hübsch und amüsant. Ich habe meine Meinung geändert. Das kommt äußerst selten vor. Normalerweise pflege und hege ich Vorurteile und sperre mich erfolgreich gegen Erkenntniszuwachs jeglicher Art. Aber es muss einfach gesagt und geschrieben werden, Frauenfußball ist viel besser, als ich dachte. Fan-Meile wird mich keine sehen und wenn der Kommentator Sätze sagt wie: „Die Spielerinnen haben sich in die Kabine zurückgezogen und  werden wohl  jetzt ihre Wunden lecken“ werde ich mich aufrichtig bemühen nicht zu grinsen, um dann doch prustend zu kollabieren. Ich bin einfach so ein hoffnungslos verdorbener Mann. Allerdings sportlich ist Frauenfußball viel spannender und attraktiver, als ich es mir je hätte vorstellen können. Vielleicht auch weil das Feld so groß erscheint und es einfach genug Platz gibt für mitunter durchaus geglückte Kombinationen. An das verminderte Tempo gewöhnt man sich rasch und genießt die sich auftuenden freien Räume. Vielleicht sollten wir Männer von den Fußballfrauen lernen. Die Sportler sind einfach alle soviel größer und athletischer, das ist wie wenn man dicke starke Lastwägen durch schmale Gässchen jagt. Das Spielfeld kann man nicht vergrößern, weil da lästigerweise meist ein Stadion rundherum gebaut ist. Mir würde eine Meterbegrenzung für die Herren gut gefallen-. Jede Mannschaft darf 18 Meter Fußballspieler aufstellen. Lässig verteilt auf elf Messis, oder falls gerade nicht vorrätig muss man auf große Kaliber ausweichen und zum Beispiel mit neun Mario Gomez spielen. – Vielleicht denke ich darüber noch einmal in Ruhe nach.

In Ruhe nachdenken sollte auch mein Facebook-Freund Jens Konssalla. Wir haben uns ja jetzt persönlich kennengelernt beim Pokerstars.de PokerAss Bounty Turnier im Wiener Concord Card Casino. Ein netter Junge zweifelsfrei, sehr geschliffen vor der Kamera und das Mikrophon hält er lässig in der Hand wie Dean Martin in seiner besten Zeit. Vielleicht täte eine kleine Nachschulung in den Bereichen Aberglauben und paranormale Casinophänomene ganz gut. Es kam wie es kommen musste, Turnierdirektor Johnny Luetkenhorst achtete für einen kurzen Moment nicht auf das erwähnte Mikrophon und schon hatte es Jens in der Hand und hielt eine Art Dankesrede. Im Nebel des süßen Vergessens erinnere ich mich nur noch bruchstückhaft. Ganz sicher gab es eine Passage, die sich sinngemäß folgendermaßen zusammenfassen lässt: „Ich spiele ja viele solche Events, aber ich muss schon sagen, dass hier im Wiener Concord Card Casino mit Abstand die stärksten Spieler versammelt sind, gegen die ich jemals antreten musste.“ – Nun wahrscheinlich sagt Jens Knossalla solche artigen Sätze morgen auch in Wuppertal, übermorgen in Karl Marx Stadt und sicher irgendwann wieder in Rozvadov.  – Es kam dann wie es kommen musste, drei Hände später war Jens ausgeschieden und selbstverständlich gegen 72 („sie waren ja suited“). Jens hielt AQ – die absolute Todeshand. Mindestens zwei Main Event Heads Up fallen mir spontan ein, die mit AQ verloren wurden. Aber egal, Jens wird das sicher noch lernen und eines muss man ihm zugestehen, Gegner richtiger gelesen, richtig all in gegangen und mit Pech gegen Flush verloren.  – Dafür würde Jens Shawn Marion sicher auf fünfzig Meter gegen den Wind erkennen und wahrscheinlich umarmen. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte.

Götz Schrage

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