Die EPL gibt Chino Rheem Bewährung

Die Geschichte um David Rheems Schulden und seinem Sieg bei der Epic Poker League hat noch ein Nachspiel. Vergangenen Montag trafen sich die Ligaverantwortlichen aus dem Komitee für Benehmen und Standards (EPL Standards and Conduct Committee) und diskutierten den Fall von ‚Chino‘ durch.

Der machte während seines Siegeszuges beim $20.000 No-Limit Hold’em 6-max Event der EPL nämlich vor allem Schlagzeilen, weil sich diverse Spieler meldeten und Geld, was sie Rheem geliehen hatten, zurück haben wollten.

Nach seinem Sieg zahlte Chino Rheem zwar einige Schulden zurück, aber eben nicht alle. Die meisten Gläubiger wurden mit 10 bis 20% abgespeist. Denn obwohl Rheem mit der Million ein dickes Preisgeld abgeräumt hatte, blieb nicht viel davon übrig, um Schulden zu begleichen.

So bekam sein Backer (Anm.: eine Person die einem Spieler Geld für einen Event leiht) seinen Anteil. Rheem soll von Guy Laliberté für 70% gestaked worden sein und zusätzlich musste Rheem 10% seines Preisgeldes für wohltätige Zwecke spenden. Hinzukommt, dass Rheem Gerüchten zufolge auch noch Prozente mit einem anderen Spieler während des Turnieres getauscht haben soll, sodass unter dem Strich vielleicht nur noch $120.000 übrigblieben.

Einige der Spieler, denen Rheem noch Geld schuldete, warteten direkt am Auszahlungsschalter des Casinos und wollten die Schulden eintreiben. Alle konnte der US-Amerikaner nicht komplett auszahlen, lediglich Ben Lamb und Erik Cajelais sollen voll bezahlt worden sein.

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All diese Informationen versuchten die Mitglieder des EPL-Komitees, am Montag zusammenzutragen. Gestern gab die Epic Poker League dann ihr Urteil per Presseschreiben bekannt. Das „Komitee hat abgestimmt David ‚Chino‘ Rheem eine Bewährung zu geben, um sein Verhalten, wie er seine privaten finanziellen Verpflichtungen [….] nachkommt, wirksam überwachen zu können. Rheem steht also unter Beobachtung, bis er alle seine Schulden zurückgezahlt hat. Diese muss er begleichen, sobald es ihm möglich ist. Sollte er diesen Verpflichtungen nicht nachkommen, droht der Rauswurf aus der Liga.

Zwar ist dies nur eine milde Strafe doch es zeigt, dass sich die Pokerwelt verändert. Nach den rechtlichen Schritten von Lock Poker gegen José ‚Girah‘ Macedo ist diese nun ein weiterer Schritt, um Poker ein wenig sicherer zu machen. Bisher wurden ‚kleine Betrügereien‘ geduldet und gebrandmarkte Spieler verloren nur an Ansehen. Nun versucht man, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen solche Personen vorzugehen.

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