Hochgepokert.com ist gut – Lennart Hennig ist der beste – Thomas Kremser und der Erzählonkel

„Ich fahre mit dem Bonanzarad durch die Hansestadt – damit ein jeder sieht, was für’n geiles Rad ich hab’“ Fischmob

Hochgepokert.com ist nicht zufällig die beste Seite im Netz. Täglich bringen wir die spannendsten News der Pokerwelt und wenn es mal keine wirklich spannende Pokernews gibt, greifen wir zu Leim, Laubsäge und Sperrholzplatte und basteln uns selber eine. Wir nehmen die Verantwortung unseren Lesern gegenüber sehr ernst. Die pokermäßige Nahversorgung muss einfach garantiert sein. Bei jedem Wetter und in klar verständlichen, logisch strukturierten deutschen Sätzen. Vielleicht einer der Gründe, warum ich keine News schreiben darf. – Wer das allerdings ganz sicher darf und heute auch erstmals für Hochgepokert.com getan hat ist Lennart Hennig. Seines Zeichens seit 2008 für Pokertoday unterwegs. Der wohl härteste Kameramann der Pokerwelt. Die bulligen Securitys der WSOP waren für ihn all die Jahre die leichteste Übung. Nahm man Lennart Hennig die Kamera weg, baute er sich aus einer Coladose, einer Glasscherbe und einem extrascharfen Kaugummi einfach eine neue. Sein Name stand mehrfach auf der „Ten Mosted Wanted“ Liste vom FBI, jetzt steht sein Name bei Hochgepokert.com und das ist gut so.

Thomas Kremser bei „mieten, kaufen, wohnen“ auf Vox. Kein leichtes Thema zum Start für meinen neuen Kollegen. Würde man mich zehn Stunden in einem Raum einsperren, würde mir dazu nicht viel Gescheites einfallen. Dabei habe ich die Sendung gesehen (oder vielleicht deswegen?). Dafür fällt mir jetzt einiges zu meinem ersten Arbeitstag ein und da muss ich jetzt dringend eine nostalgische Geschichte auspacken. Wir gehen zurück ins Jahr 1979. Village People singen „YMCA“ und Dschinghis Khan singen „Dschinghis Khan“ oder „Moskau“. Jedenfalls irgendetwas unerträgliches. Erster Arbeitstag als Praktikant bei der ehrwürdigen AZ, dem sogenannten „Zentralorgan der Sozialistischen Partei Österreichs“. Lokalredaktion, am langen verwinkelten Gang steht ein Pianino. An der Tür der Kulturredaktion hängt eine Dartscheibe. Im Nebenzimmer rattert das Telex. – Die jüngeren Leser bemühen an dieser Stelle bitte Wikipedia zur Begriffserklärung. Danke! – Zurück zur AZ. Mein erster Job, Meldungen einer Presseagentur für die Lokalseite textlich aufbereiten. „ Feldkirch: Der 34jährige arbeitslose Malermeister Gustav M. wurde um 22.45 Uhr beim Überqueren des Gleiskörpers vom Triebwagen eines Güterzuges erfasst und auf der Stelle getötet. Die Strecke zwischen Feldkirch Amberg und Rankweil war bis in die frühen Morgenstunden gesperrt.“. – Um 14.30 Uhr musste ich abgeben. Die meiste Zeit war ich allerdings damit beschäftigt der unfassbar attraktiven Chefin der Lokalredaktion nicht aufs Dekolletee zu starren. Die elektrische Schreibmaschine war noch nicht wirklich erfunden und knapp vor Redaktionsschluss kurbelte ich folgendes Papier aus der Walze meiner „Triumph Matura Super“: „Feldkirch: Der 34jährige leichtsinnige, arbeitslose Malermeister Gustav M. wurde um 22.45 Uhr beim Überqueren des Gleiskörpers vom Triebwagen eines Güterzuges erfasst und leider auf der Stelle getötet. Die Strecke zwischen Feldkirch Amberg und Rankweil war bis in die frühen Morgenstunden gesperrt. Dann war sie wieder unbehindert passierbar.“ – „Sehr gut“ sagte die unfassbar attraktive Chefin und ich dachte mir da geht noch was und selbstverständlich ging dann gar nichts.

Lennart Hennig ist so der noble Typ. Oder er hat die Sendung nicht gesehen? Vielleicht stimmt ja auch beides. Seine News dazu ist staubtrocken. Ich hätte mich deutlich weniger beherrscht und es wären mir ein paar deutliche Adjektive zum Erzählonkel aus dem „Off“ eingefallen: „Die Besichtigung wird zum Glücksspiel, denn Makler Alexander Posth kann nur hoffen, dass der Garten für Thomas Kremser bereits ein Royal Flush ist.“ So sehr kann man Grammatik und Gewalt gar nicht abschwören. Da gibt es es nur eine Antwort und die bitte mit der gestreckten Geraden vorgetragen. Beim Makler steht fett „Opfer“ auf der Stirn und wenn Thomas Kremser tatsächlich zum Duell antritt ist das kein Heads Up, sondern schwerer Raub. – Abgesehen davon macht mein Freund Kremser wieder eine großartige Figur und einen ebensolchen Eindruck. Würde ich im Fernsehen auftreten, würden Eltern ihre erwachsenen Kinder einsperren, damit sie die Finger von den Karten lassen. Hätte meine Mutter die Sendung auf Vox gesehen (in unserer Familie sehe nur ich Vox. Selbstverständlich wegen Daniela Katzenberger), würde sie gleich morgen mit dem Pokern beginnen. Da habe ich ja nochmals Glück, sonst gäbe es beim Sonntagskuchen Bad Beat Stories zu erzählen.

Ich merke gerade, heute habe mich ein wenig verplaudert. Niemand wurde beschimpft und die Kolumne kommt quasi komplett ohne schmutzige Wörter aus. Ungewöhnlich zugegeben und es wird nicht sobald wiederholt werden. Außerdem habe ich vergessen, mich ausreichend wichtig zu machen und meinen treuen „hatern“ entsprechend Munition zu liefern. Egal, Ehre wem Ehre gebührt. Heute wird Lennart Hennig als stolzes neues Mitglied in der schreibenden News-Redaktion von Hochgepokert.com begrüßt. Das hat er sich verdient. Ganz sicher sogar!

Götz Schrage


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