Full Tilt Poker: Eine kurze Zusammenfassung der Krise

Morgen geht es in die Anhörung bei der Alderney Gambling Control Commission und hinter verschlossenen Türen werden die Rechtsvertreter von Full Tilt Poker über eine Rückgabe der Lizenz diskutieren. Ob bei dem Hearing etwas heraus kommt, bleibt abzuwarten, denn dem Anschein nach, ist der Verkauf von FTP alles andere als geregelt und die (fehlende) Liquidität des Poker Rooms ist wohl ein zentrales Thema bei der AGCC.

Doch bevor wir uns in Vermutungen verstricken, präsentieren wir euch noch einmal die wichtigsten ‚Meilensteine‘ der Full Tilt Poker Krise. Angefangen vom Black Friday, über den Lizenzentzug bis hin zu den jüngsten Ereignissen.

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April 2011: Der 15. April wird für die Pokerwelt für immer als Black Friday in Erinnerung bleiben. Das US-Justizministerium ging gegen die drei großen Anbieter vor und beschlagnahmte die Com-Domains der Pokerräume. Rund eine Woche herrschte blanke Panik und weltweit standen die User unter Schock.

Mai 2011: Während Konkurrent PokerStars sich recht schnell mit dem Department of Justice einigte und die Spieler (in den USA) auszahlen konnte, ging bei FTP gar nichts mehr. Mitte Mai wurden die Stimmen immer lauter und die Spieler wollten ‚endlich‘ ihr Geld sehen. Dass Howard Lederer und Chris Ferguson sich bei der PPA verabschiedeten, stärkte auch nicht gerade das Vertrauen bei den Usern.

Juni 2011: Rund sechs Wochen nach dem Black Friday folgte der nächste Knall. Phil Ivey verklagte Full Tilt und gab bekannt, die World Series of Poker aus Solidarität zu den geprellten Usern nicht zu spielen. FTP holte zum verbalen Gegenschlag aus und entfachte eine Schlammschlacht. Berufskollege Andrew Robl sagte, dass Ivey „ausschließlich egoistisch“ gehandelt hat. Mike Matusow wurde da schon etwas deutlicher.

Mitte des Monats wurde bekannt, dass FTP teilweise aus eigener Schuld in Geldnot steckt. Der Online Room hat Spielern ohne deren Wissen Kredit gewährt und das Geld konnte aufgrund des Black Friday nicht eingetrieben werden.

Ende des Monats gab es dann einen Lichtblick, denn es wurde bekannt, dass Phil Ivey zu Verhandlungen bereit ist und Jack Binion Geld investieren möchte. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer, denn am 29. Juni entzog die Alderney Gambling Control Commission FTP die Lizenz und die Server gingen offline.

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Juli 2011: Anfang des Monats kursierte das Gerücht, Investoren seien kurz vor dem Kauf von FTP und erneut gab es Hoffnung für die Spieler, die noch auf ihr Geld warteten. Gegen Mitte des Monats wurde bekannt, dass Phil Ivey anscheinend nicht aus Solidarität zu den Spielern geklagt hat, sondern nur ’seine Investoren‘ an den Verhandlungstisch bringen wollte.

Ende Juli kam die nächste Negativ Meldung und es kursierte das Gerücht, dass die potentiellen Investoren nur die wichtigsten Firmen in Großbritannien und Irland aufkaufen wollen. Alle fieberten dem 26. Juli hin, denn da gab es die lang erwartete Anhörung bei der AGCC.

Schnell wurde jedoch klar, dass sich an diesem Tag nichts tun wird. Die Anwälte von FTP erwirkten eine Verschiebung und forderten einmal mehr, eine private Anhörung. Ein paar Tage später ging die Meldung um, Phil Ivey habe hohe Schulden bei FTP.

August 2011: Full Tilt Poker hatte ein wenig Geld ‚locker gemacht‘ um offenstehende Lizenzgebühren bei der AGCC zu zahlen. Weder der Poker Room noch die Regulierungsbehörde schienen also an den Spielern interessiert zu sein.

Mitte August trudelt eine bis dato zweite private Sammelklage gegen den Konzern ein. Immer mehr Quellen berichteten von Personalkürzungen bei Full Tilt Poker. Ende des Monats gab es dann das erste offizielle Statement nach dem Shutdown. Die Lage wird jedoch immer verworrener, als bekannt wird, dass die Schulden wesentlich höher als erwartet sind. Ein zweites Presseschreiben schafft nicht wirklich Klarheit.

September 2011: Jeff Ifrah will im Fall der ersten privaten Sammelklage als Rechtsvertreter von FTP zurücktreten. Kurze Zeit später trudelt dem Pokerraum die dritte Klage ins Haus. Mitte des Monats gibt es von Full Tilt Poker sowie der Alderney Gambling Control Commission Presseschreiben zur aktuellen Situation sowie der bevorstehenden Anhörung. Nachdem diese verschoben wurde, wird den Medienvertretern mitgeteilt, dass die Anhörung doch hinter verschlossenen Türen stattfinden wird.

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