Full Tilt Poker: Ray Bitar und die AGCC wehren sich

Im Trubel um den erneuten Lizenzentzug bei Full Tilt Poker und der Unterzeichnung des Kaufvertrags durch Laurent Tapie gingen die restlichen Meldungen rund um den Online Poker Room ein wenig unter. Zum einen hat nun Ray Bitar die Initiative ergriffen und verklagte das US-Justizministerium. Zum anderen hat sich André Wilsenach zur Entscheidung der Alderney Gambling Control Commission gemeldet.

Der Vorsitzende der AGCC sagte in einem Interview mit eGaming Review ganz deutlich, dass Full Tilt Poker ganz klar selbst schuld am Lizenzentzug ist. Direkt nach der Entscheidung die suspendierte Lizenz nicht mehr auszustellen, meldete sich nämlich Full Tilt Poker mit einem Presseschreiben und prangerte die AGCC an, den potentiellen Deal ruiniert zu haben.

Ich gebe auf jeden Fall Full Tilt die Schuld. Meines Erachtens war es völlig richtig, dass die Kommission sich dazu entschlossen hat, die Lizenz zu entziehen.“ Spannend ist auch die Tatsache, dass Wilsenach angibt, die AGCC hat schon Ende 2010 Bedenken wegen Full Tilt Poker gehegt. Allerdings konnten Rechnungsprüfer erst zwischen März und April 2011 Untersuchungen anstellen, die dann auch zum (ersten) Lizenzentzug führten. „Wenn dir ein Betreiber nicht Bescheid gibt, kann man es nicht wissen“, so Wilsenach im Interview.

Das war auch einer der Punkte, die zum endgültigen Entzug der Lizenz geführt haben. Neben der fehlenden Kommunikation wirft die AGCC dem Online Poker Anbieter vor, die Kunden nicht ausgezahlt zu haben und den Spielern Kredit gewährt zu haben, was dazu führte, dass es Phantomgeld an den Tischen gab. Hinzu kommen die finanzielle Situation sowie die fehlerhafte Berichterstattung zur Liquidität.

Kurios ist auch die Äußerung, dass vom US-Justizministerium beschlagnahmte Gelder nicht unüblich sind. Andre Wilsenach merkte an, diverse Online Anbieter haben immer wieder Konten beschlagnahmt bekommen und wechselten daraufhin einfach den Finanzdienstleister.

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Ray Bitar geht ebenfalls in die Offensive und ließ von einem seiner Verteidiger Klage gegen das Department of Justice (DoJ) einreichen. Bitar fordert eine Aufhebung der Pfändungen von drei Konten, die seines Erachtens nicht Firmeneigentum sind und daher nicht belangt werden können.

Der US-Amerikaner beruft sich auf die Regel G der Supplemental Rules for Admiralty or Maritime and Asset Forfeiture Claims*.

* account 1892947126, held at Comerica Bank, Dallas, Texas, in the name of Tiltware, and all funds traceable thereto
* account 1892947134, held at Comerica Bank, Dallas, Texas, in the name of Tiltware and all funds traceable thereto
* account GB81 RBOS 6905 4234 0877 66 held at NatWest in the name of Raymond Bitar and all funds traceable thereto
Ray Bitar behält sich auch vor, dass er noch zusätzliche Konten in die Liste aufnehmen kann.

Am Rande sei noch erwähnt, dass Ray Bitar auch Ansprüche auf die Domainnamen (wie bspw. FullTiltPoker.com) erhebt, die zwischenzeitlich vom DoJ beschlagnahmt waren.

* engl.: Asset Forfeiture = Einziehung von Vermögen aus kriminellen Handlungen; Claims = Klage(-anspruch), Forderung

Quelle: SubjectPoker.com


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