(Fast) Nichts Böses über Tassilo Wik – Grokenberger und ich bleiben arm

Aber sicher doch. Kaum geht es darum sich eine blutige Nase zu holen, muss ich wieder an die Tastatur. Meine geschätzten jungen Kollegen von der Hochgepokert.com News-Redaktion stauben das Lob ab und ich bekomme die anwaltlichen Klagsandrohungen mit der Post. Aber diesmal lass ich mich nicht vor den Karren spannen. In Sachen Pokerbundesliga wird es von mir (fast) kein böses Wort geben. Ich erkläre mich für hochgradig befangen, unsachlich und maximal voreingenommen. Ich kann Tassilo Wik nicht leiden. Nur ich mag kaum jemanden. An manchen Tagen hasse ich mich selbst und den Rest der Menschheit sowieso. Das beweist also gar nichts. Tassilo Wik hat mich vor einiger Zeit auf der rein menschlichen Ebene maximal enttäuscht, und weil man mit zunehmenden Jahren immer heikler wird, gab es gleich die Höchststrafe. Lebenslanges Ansprechverbot und Blockade bei Facebook, Skype, und allen virtuellen Kanälen. Bewährung ist in meinem Rechtssystem nicht vorgesehen.

Ich trinke ja nicht. Mein hoch geschätzter Kollege Gartenbach tut das. Den Vorsprung an geleerten Rotweinflaschen hole ich niemals auf. Und wenn ich nicht der Beste sein kann, interessiert es mich nicht. Somit komme ich elegant zum kleinen einschränkenden „fast“, vor meiner halbherzigen Zusage, kein böses Wort über die Pokerbundesliga zu verlieren. Ganz manchmal lüpfe ich doch ein paar Drinks. Meist in massiv überteuerten Etablissements, wo sich aus mir unerfindlichen Gründen junge Frauen um mich scharren. Wenn es dann noch eine respektable Auswahl an edlen Single Malts gibt, kann es schon mal passieren, dass ich quasi so manchen Vorsatz vergesse.

Sprechen Sie mich bitte ruhig an, wenn Sie mich so sehen. Keine falsche Scheu. Ohne meine Leser bin ich als Autor gar nichts. Wir schicken die Mädchen an die Stange tanzen (definitiv ihr zweitgrößtes Talent) und für Sie alleine als Welturaufführung gibt es mein Einpersonenstück „Tassilo“. Ohne mich selbst zu loben, ein Brüller jagt den nächsten, oder zumindest denselben. Egal. –  Erster Akt: Tassilo schätzt den Wert eines halbwegs goldenen Bracelets. Zweiter Akt: Tassilo prüft sorgfältig die Seriosität seiner Lizenznehmer  – (Bitte um Entschuldigung, aber beim Wort „sorgfältig“ muss ich immer selber lachen). Dritter Akt: Tassilo referiert über die ethischen Werte eines jungen Unternehmers, der sich bemüht die Werte des Christentums zu vertreten. – Hört sich lahm an. Ist aber brechend komisch. Zumindest bei genauerer Überprüfung. Allerdings ob das die Jungs, die jetzt die Pokerbundesliga prüfen werden, auch komisch finden, bleibt abzuwarten. Wetten würde ich nicht darauf.

Ganz anderes Thema. Obwohl in gewisser Weise doch verwandt. Mein lieber Kollege Grokenberger und ich chatten ganz gerne. Dabei haben wir oft die besten Ideen. Leider sind wir chronisch unterkapitalisiert. Das bremst dann schon wenn es ans Realisieren geht. Beinahe hätten wir beide Full Tilt gekauft. Unser Konzept war fertig, nur die paar Milliönchen waren einfach nicht aufzutreiben. Unser Plan wäre perfekt gewesen. Die Leute, die das Geld geklaut haben hätten wir als Investoren genommen, weil irgendwo muss man die Asche ja parken. Für die Spieler, denen das alte Unternehmen Geld schuldet gibt es Anteile. Und dafür, dass die unfreiwilligen Anteilshalter ihre „Investition“ beschützen, müssen sie auch aktiv werden im Tagesgeschäft, damit sie Chancen haben ihre Anteile wieder zu monetarisieren. Wir verrechnen einfach eine Nutzungsgebühr und nennen die Rake. – Schon gruselig, wenn ich auf Hochgepokert.com dann die News lese zu den Plänen der Bernard Tapie Group. Fast könnte man meinen unser Skypechat sei doch nicht so „Safe“ wie gedacht. Aber egal.

Kollege Grokenberger und ich haben ja noch ganz andere Ideen. Unser Drang zum Reichtum kennt keine kreativen Grenzen. Folgende Idee: Wir nützen die restriktive deutsche Rechtsprechung in Sachen Turnierpoker zu unserem wirtschaftlichen Nutzen. Soviel enthusiastische junge Pokerspieler wie möglich zahlen maximale Buyins für minimale Leistung. Dann peitschen wir sie so schnell wie möglich durch strukturell bedenkliche Turniere. Sparen beim Personal, schlampen bei der Organisation und hoffen einfach darauf, dass die Profite stimmen und der Rest nicht auffällt. – Hoffentlich wird uns diese Idee jetzt auch noch geklaut.  – Cheers!

Götz Schrage



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