Ralf Janssen: Ich habe nicht betrogen – Tassilo Wik sagt nicht die Wahrheit


Herr Ralf Janssen steht in Verdacht bei der Club7-Pro Tour in Düsseldorf betrogen zu haben.

Mit Hilfe eines Turniermanagers soll er zu mehr Chips gekommen sein. Jetzt bat uns Herr Ralf Janssen zu einem telefonischen Interview, um die Sachlage aus seiner Sicht zu erläutern.

HGP: Hallo Herr Janssen, sie haben sich bei Hochgepokert.com gemeldet, um aus ihrer Sicht Klarheit zu schaffen. Dann legen sie mal los.

Janssen: Hallo, zunächst einmal vielen Dank, dass sie sich auch für meine Aussage interessieren. Fakt ist, dass mir versucht wurde ein Maulkorb anzulegen und  vielen Personen es wohl nicht gefällt, was ich erzähle aber mir liegt viel daran die Wahrheit ans Licht zu bringen. Herr Wik hat in seinem Interview (Anm. d. Red.: Interview auf Pokerfirma.de vom 08.10.2011) Dinge erzählt, die so nicht ganz richtig sind.

HGP: Aha, was für Dinge waren das im Einzelnen?

Janssen: Beginnen möchte ich mit einem Treffen mit Tassilo Wik. Das war so ca. 3 Wochen vor der Club7-Challenge. Das ganze trug sich in Duisburg in einem Steakhouse zu. Dort erzählte man über die Club7 Live-Tour und wie es sich mit den Preisen verhält. Unter anderem gab es ja bei der Club7-Live Tour zwei Autos zu gewinnen, richtig? Sie waren ja selbst vor Ort.

HGP: Ja genau, ein Auto gab es beim Side-Event zu gewinnen und ein Weiteres gab es zur Verlosung.

Janssen: Falsch! Es gab in Wirklichkeit nur ein Auto. Das war von vorneherein geplant. Das weiß ich zu 100%, denn ich sollte die Verhandlungen mit dem Autohaus führen, dass uns die Autos zur Verfügung gestellt hatte. Das zweite Auto stand nur zu Werbezwecken vor Ort.

HGP: Achso, das würde natürlich erklären, warum es zuerst hieß, dass das Auto unter allen Teilnehmern und Zuschauern verlost werden würde und dann konnte man an der Verlosung nur teilnehmen, wenn man ein „Glückskärtchen“ hatte, das man nur als Spieler bekam.

Janssen: Ja, da habe ich auch gesagt, dass das anders geregelt werden sollte. Da es hieß, dass jeder vor Ort die Möglichkeit auf das Auto hat, hätte man zum Beispiel der Security an den Eingangstüren die „Glückskärtchen“ geben können, die dann an die Besucher verteilt wird. Aber dazu war laut den Verantwortlichen keine Zeit mehr.

HGP: Aber wenn ich doch gezogen worden wäre, dann hätte ich doch auch das Auto gewinnen können, oder nicht?

Janssen: Nein, leider nicht. Die Hürde war einfach zu groß. Zum einem musste man 3 Heads-Ups spielen um das Auto zu gewinnen. Das ist ja fast gar nicht möglich. Zum anderen ist es ja schon erstaunlich, dass gerade ein guter Bekannter von Tassilo Wik das Heads-Up gespielt hatte.

HGP: Ach, dann war die Verlosung gar nicht echt?

Janssen: Darüber gesprochen wurde nie aber wir wussten alle, dass es hier nicht ganz ehrlich zu ging.

HGP: Bleiben wir bei den Autos. Beim Side-Event gab es ja ein Auto zu gewinnen. Auch da gab es Vorwürfe, dass die Spieler ihre Zusatzchips nicht erhielten, da das Personal die Zettel nicht mehr fanden.

Janssen: Das ist völliger Quatsch. Da kamen ein Paar Spieler, die meinten, sie hätten an dem Tisch gewonnen. In der Liste wurden sie dann zum Beispiel nur als Fünfter aufgeführt. Warum sollte der Dealer einen Spieler, der gewinnt als Position Fünf aufschreiben? Also diese Vorwürfe sind absolut schwachsinnig und beim Side-Event ging alles normal über die Bühne!

HGP: Aber beim Main-Event nicht?

Janssen: Auch hier ist fakt, dass natürlich zu viele Chips im Umlauf waren. Und man konnte bereits schon eingrenzen, dass das Ganze zwischen den letzten drei Tischen bis zum Final Table passierte. Wer aber genau die Chips ins Spiel brachte, dass konnte bislang keiner beantworten.

HGP: Waren sie es? Bitte verstehen sie mich nicht falsch. Aber es ist schon seltsam, dass ein Mitarbeiter, der am Vortag noch als Floorman fungierte plötzlich beim Turnier mitspielt und von vorneherein immer viel Chips hatte. Dann schaffen sie es auch noch an den Final Tisch.

Janssen: Nein, ich habe nicht betrogen. Und auch hier muss ich etwas weiter ausholen. Ich bin kein Angestellter oder Mitarbeiter bei diesem Event gewesen. Ich helfe einfach gerne. So habe ich zum Beispiel am Freitag beim Aufbau geholfen und so weiter. Am Samstag wollte ich einfach nur als Spieler anwesend sein. Aber es fielen dort einige organisatorische Probleme auf, so dass ich gebeten wurde etwas mitzuhelfen. Also kümmerte ich mich um die Tageskasse. Kurz darauf wurde ich in den Turniersaal befördert. Einige Dealer erschienen nicht und so musste selbst das Floorpersonal dealen. Man bat mich hier kurz als Floorman zu fungieren. Aus „kurz“ wurden dann leider 3 Stunden. Danach fing ich an zu spielen.

HGP: Und wie kamen sie an all die Chips? Sie hatten ja nach bereits 12 Levels um die 300.000 Chips.

Janssen: Die Hände weiß ich noch zu gut und die Spieler, die mit mir am Tisch saßen, können dies auch bezeugen. Ich war eigentlich schon Seat-Open, hatte nur noch 6.000 Chips. Aber dann konnte ich mein All-In gewinnen und da 6 Spieler callten war ich wieder bei rund 42.000. Und dann kam einfach die Mega-Hand. Ich hatte Jacks im Big Blind. Ein Spieler raiste und drei callten. Der Flop kam mit JJ3 perfekt für mich und ich checkte brav. Auf einmal hörte ich nur noch raise, reraise und all-in. Was soll ich denn machen? Folden? Natürlich nicht. Ich callte und im Showdown stand ich 33, QQ und AA gegenüber. Und schon hatte ich über 200.000. So kam ich am ersten Tag zu meinen Chips.

HGP: Und am zweiten Tag? Was denken sie? Wenn nicht sie, wer könnte denn dann die Chips im Umlauf gebracht haben?

Janssen: Also nochmals: Ich habe nicht betrogen definitiv nicht. Wer die Chips in Umlauf gebracht hatte, das kann ich wirklich nicht sagen, da ich es nicht weiß.

HGP: Wenn sie nicht betrogen haben, warum sind sie dann bei der Pokerbundesliga nicht mehr als Spieler registriert?

Janssen: Ja das ist so eine Sache. Tassilo Wik ist bei solchen Entscheidungen immer sehr schnell. Als ich von den Vorwürfen hörte, sagte ich ihm bereits am Folgetag, dass ich auf diese Geschichten keine Lust habe. Ich bin auf so ein Package nicht angewiesen und kann mir zum Glück 3 oder 4 von den Dingern leisten. Also gab ich es freiwillig zurück. Kurz darauf wurde erst entschieden, dass der Final Table Bubble Boy nachrücken sollte. Also gab es nicht ein zusätzliches Package wie es verkündet wurde, sondern mein Package wurde einfach weitergegeben. Auf jeden Fall hatte ich mit Tassilo vereinbart, dass er mich einfach aus der Pokerbundesliga löschen soll. Doch Tassilo löste das Ganze sehr Sippenhaft. Denn auch meine Frau wurde plötzlich gesperrt. Das ist nicht fair!

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HGP: Hr. Wik gab in seinem Interview an, dass Hr. Bürgin eine eidesstaatliche Versicherung abgelegt hatte, in dem er angab, nichts vom Betrug zu wissen. Hr. Matern wurde der Vertrag gekündigt. Ich frage mich, wenn sie beide nicht betrogen haben, wieso haben sie nicht die eidesstaatliche Versicherung unterschrieben?

Janssen: Die eidesstaatliche Versicherung gab es so auch nicht. Wissen sie, wie das hier abläuft? Hr. Wik trifft sich mit den Turniermanagern und sagt: „Werner, du unterschreibst mir die eidesstaatliche Versicherung und Mark, du unterzeichnest mir den Auflösungsvertrag.“ Und das war‘s. Es gab bereits mehrere Diskussionen zwischen Mark Matern und Tassilo Wik und somit passte es ganz gut, dass man ihn hier unsauber ausschieden lies. So läuft das immer ab.

HGP: Wie meinen sie das?

Janssen: Da müssen sie einfach mal die anderen Turniermanager fragen. Das sind die armen Schweine. Der einzige, der wirklich an der ganzen Geschichte verdient, dass ist Tasillo Wik. Dem Mann geht es nur ums Geld. Da möchte ich auch noch ein wenig ausholen.

HGP: Gerne.

Janssen: Bei der Club7 Veranstaltung, so sagte Tassilo Wik im Interview, seien die Kosten für so ein Event sehr hoch. Sicherlich, aber nicht so, wie Tassilo dies angab. Die Raummiete betrug zum Beispiel nicht 15.000€ am Tag sondern 12.000€ insgesamt. Tassilo sprach auch über die Werbeagentur, die einen Teil der Einnahmen zurückerstattet bekam. Interessant ist nur, dass alles über diese MOSS-Gruppe lief. Da sollten sie sich mal näher informieren. Da sind Club7-Poker, die Werbeagentur und so weiter alle zuhause. Also auf jeden Fall, egal ob Werbeagentur oder Club7, die haben nicht wirklich viel gesponsort. Denn, jetzt können wir das Ganze mal hochrechnen, bekamen sie vom Main-Event 15€/Spieler und die Hälfte der Einnahmen des Side-Events. Jeder Spieler hat also 33% des Buy-ins an den Sponsor, oder nennen wir es Werbeagentur, bezahlt. Und dann müssen die Turnierveranstalter alle Preise selber zahlen. Das Auto kostete 8.000€, dass mussten Mark Matern und Werner Bürgin erst mal selbst zahlen. Ein Tasillo Wik ist der Einzige, der an der Geschichte verdient. Der bekommt schön seinen prozentualen Anteil ohne große Ausgaben zu haben oder in Vorleistung zu treten.

HGP: Aber ist es nicht so, dass Herr Wik gar nicht wusste, was die vertraglichen Bedingungen zwischen dem Sponsor und den Veranstalter sind? Im Interview sagte er, ich zitere: ‚Interne Dinge kann und werde ich nicht vollständig beantworten, zumal es sich hierbei um einen Vertrag handelt in den ich als Lizenzgeber überhaupt nicht involviert bin. Nochmal: die Veranstaltung wurde von einem Lizenznehmer der P-BL durchgeführt, der demzufolge auch mit dem Sponsor und dessen Werbeagentur die Details des Events ausmacht.‘

Janssen: Schwachsinn! Natürlich weiß ein Tasillo Wik sehr wohl über die Deals Bescheid. Er hat den Deal doch angetrieben und Club7 zur PokerBundesliga gebracht. Wissen sie, das läuft doch schon immer so. Ist ein Event superklasse, dann ist ein Tassilo Wik der tolle Mann, der alles so super gemacht hat. Aber wenn eine Veranstaltung in die Hose geht, dann sind die Turniermanager dafür verantwortlich. Ein Tassilo Wik hat nie Schuld…

HGP: Das sind ja schwere Anschuldigungen. Sie müssen ja sehr erboßt sein.

Janssen: Erboßt nicht, ich will nur, dass man hier auch einfach mal die Wahrheit erfährt. Natürlich werden sich jetzt manche Leute ärgern und mein Telefon wird ununterbrochen klingeln aber wie bereits gesagt, einen Maulkorb lasse ich mir nicht anbinden.

HGP: Vielen Dank für ihre offenen Worte  im Namen der Hochgepokert.com Redaktion und viel Erfolg in der Zukunft.

Janssen: Ich habe zu danken und wünsche auch ihnen alles Gute.

fotos: facebook.com

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