Werden die Poker Clients in Zukunft ‚fischfreundlicher‘?

Der Pokerboom ist abgeklungen und der große Goldrausch an den virtuellen Tischen ist vorüber. Die Zeiten als man mit viel Engagement und einem rudimentären Pokerwissen schnell die Limits hinaufklettern konnte, sind ebenfalls vorbei, denn die Fischdichte hat deutlich abgenommen. Viele Regulars mussten absteigen und die Geldpyramide droht endgültig zusammenzufallen, wenn nicht deutlich mehr schlechte Spieler ein solides Fundament bilden.

Hierfür wollen die Pokersites nun ihre Konzepte überarbeiten und mit neuer Software vor allem die Freizeitspieler ansprechen. Zuvor lag das Hauptaugenmerk auf den Vielspielern. Die entziehen jedoch dem Finanzkreislauf das Geld, sodass hier ein großes Problem für die Pokerwirtschaft besteht.

Diesen Fehler haben die Pokeranbieter erkannt und passen sich an. Bei Bodog hat man Mitte September angekündigt, bis Ende des Jahres die Software komplett zu überholen. Oberstes Ziel ist dabei, die Gelegenheitsspieler zu schützen. Eine erste Maßnahme war das Entfernen der vollen Tische aus der Turnierlobby, um Datamining Sites das Leben schwer zu machen. Wartelisten wurden ebenfalls abgeschafft.

Ein weiteres Mittel der Anbieter, um dem Hobbyspieler nicht das Gefühl zu geben, als Fisch an die Haie verfüttert zu werden, sind anonyme Tische. Diese machen Analyse Tools und Bumhuntern einen Strich durch die Rechnung. Erst kürzlich nahmen PartyPoker, Ladbrokes sowie Unibet diese Tables in ihr Repertoire auf.

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Gerath Edwards von 888 sagte in einem Interview mit InsidePokerBusinessco.uk, dass man auch die Benutzerfreundlichkeit des Clients überarbeiten will: „Wir wollen keine neuen Spieler mit einer Liste von Tausenden Tischen einschüchtern. Stattdessen zeigen wir ihm neun Tische […] sodass er direkt einsteigen kann […].

Marktführer PokerStars, deren Client eine Vielzahl von Optionen bietet und auf den ersten Blick sehr kompliziert wirkt, geht bisher einen anderen Weg. Hier versucht man die Gelegenheitsspieler mit neuen Formaten wie beispielsweise den ‚Fifty 50‘ Sit-and-Go’s oder den ‚Time Tourneys‘ zu überzeugen.

Die neue Fahrtrichtung der Pokerindustrie mag zwar für die Hardcore-Grinder zunächst Nachteile bringen, doch langfristig den Markt stärken. Spätestens, wenn der US-Markt wieder geöffnet wird, geht der harte Kampf um neue Kunden los.

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