Das Weihnachts-Editorial – Fängt nett an und endet furchtbar und versöhnlich (gleichzeitig)

Als Redaktionsältester hat man so seine Privilegien und Pflichten. Zum Beispiel habe ich die Ehre das Weihnachts-Editorial schreiben zu dürfen. Allerdings spüre ich da auch eine gewisse Verantwortung und so gibt es an dieser Stelle, statt böser Worte und grober Seitenhiebe, gute Wünsche und salbungsvolle Gedanken. – Das habe ich mir zumindest vorgenommen, aber manchmal entgleiten mir meine Texte ein wenig.

Unseren Lesern wünsche ich im Namen der gesamten Redaktion ein Frohes Fest und ein paar ruhige Tage. Wer ein Pokerbuch geschenkt bekommt, sollte es auch tatsächlich lesen. Die prominenteste Platzierung im Bücherregal kann die eingehende Auseinandersetzung mit dem geballten Pokerwissen nur höchst marginal ersetzen. Es gibt ja Spieler, die legen sich den „Harrington on Hold´em“ unter das Kopfkissen in der Hoffnung auf einen nächtlichen Wissenstranfer. Wer daran glaubt, glaubt  wahrscheinlich auch an Roulettesysteme und versucht sich als Black Jack Counter gegen die Mischmaschine.

Wem das Christkind einen ganzen Pokertisch unter den Weihnachtsbaum gelegt hat, der sollte sich mit dem Freuen dann doch ein wenig Zeit lassen. Die Quote, dass wirklich alle Schrauben in alle vorgebohrten Löcher passen – sollte vorgebohrte Löcher vorhanden sein – liegt ähnlich wie die auf Vfl Wolfsburg wird 2012 dank Felix Magath doch noch Meister. Ungewohntes Hantieren mit dem Handbohrer zu den Feiertagen wird nur empfohlen, wenn Sie ärztlichen Beistand in der Familie haben. PS: Widerspenstige Schrauben lassen sich nicht in die Löcher hämmern. Auch nicht mit dem größten Hammer  – ich habe das im Selbstversuch getestet.

Keramikchips werden gerne verschenkt. Neuwertig und glatt lassen sich damit allerdings kaum Türmchen bauen. Scharfes Hinsehen genügt meist schon und die Statik bricht zusammen. Tricks sind schwer  – außer vielleicht das dämliche Mischen. Abhilfe bringen klebrige Finger in allen Varianten. Spielen Sie Poker mit ihren Liebsten, wenn Sie den Christstollen anschneiden, die Schokoladenengel vom Christbaum essen, oder beim morgendlichen Honigtoast. Der Gebrauch von feinem Schmirgelpapier ist unsportlich und zerstört die Optik nachhaltig, deswegen raten wir entschieden davon ab.

Der neue 27 Zoll Bildschirm lässt sich dagegen problemlos anschließen und zusammen mit Ihrem alten Monitor wären Sie jetzt theoretisch gewappnet mehr als dreißig Tische gleichzeitig zu spielen. Allerdings den Kopf von Hevad Khan liefert nicht einmal Amazon in der 24 Stunden-Lieferfrist und –  unter uns gesagt – den wollen Sie auch gar nicht haben. Nur viele Tische gleichzeitig zu öffnen, verursacht einmal sicher großen Stress, garantiert aber keineswegs den großen Gewinn. Und wer will schon so enden, wie der Junge, der letztes Jahr zwischen Januar und März so unendlich viele Hände spielte, dabei auf Sex und sonstige Nettigkeiten verzichtete und sich von seiner Mutter die Haare schneiden ließ. – Mir ist der Name entfallen und um seine Prominenz nicht weiter zu befeuern, google ich mal lieber nicht und lasse Sie damit im Unklaren.

Aber jetzt genug der materiellen Dinge. Wenn Sie zu denen gehören, die im Casino stets an meiner Seite sitzen und wechselseitig Dealer und Mitspieler beschimpfen, hoffe ich darauf, dass Sie von Freunden und Bekannten mit einem größeren Geldgeschenk bedacht werden. Sollten Sie auch weiterhin daran glauben, dass Sie von asiatischen Dealern „verseucht“ werden, Frauen als Kartengeberinnen „Ausgeburten der Hölle“ sind und  die Mitspieler „absichtlich“ als Underdogs gegen Ihre Asse antreten, weil sie schon vorher wissen, dass Sie diese Niemals!!“ gewinnen dürfen, empfehle ich Ihnen dringend den Besuch beim Psychotherapeuten. – Nehmen Sie das Geld aus Kuvert und anstatt es direkt ins Casino zu tragen, lassen Sie sich zuerst helfen und setzen sich dann erst neben mich. Herzlichen Dank. – Apropos, weil es so gut passt und weil ich gerade in weihnachtlicher Stimmung bin. GermanHawke, der meine weit mehr als hundert Kolumnen auf Hochgepokert.com gelesen und begleitet hat, wünsche ich ebenfalls dicke Geldkuverts unter dem Weihnachtsbaum und empfehle vernünftige und seelenlindernde Nutzung.

Fröhliche Weihnachten im Namen der gesamten Redaktion wünscht Götz Schrage


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