Deutsche Bracelet Meisterschaft 2011 – Leserbeschimpfung VIII – Wer will mich?

Sechsundvierzig Daumen nach oben und das aktuell einzige virtuelle Missfallen kommt unsportlicherweise von mir. Hochgepokert.com User „MOOO“ hat die beste Bilanz aller mir bekannten Kommentare. Das finde ich selbstverständlich hochgradig ungerecht! Ja mehr noch, Neid und Missgunst durchfluten mich und meine Gefühle sind mehr als nur ein wenig unlauter. Ich werde von den Lesern durch die Gasse gejagt, ganz egal wie wohlformuliert  meine schlauen Analysen auch sein mögen und dann kommt so ein Amateur und alle jubeln ihm zu!  – User „MOOO“ fasste seine Empfindungen zur „Deutschen Bracelet Meisterschaft 2011“ folgendermaßen zusammen: „Erst angeblich den „Skandal von Düsseldorf“ aufklären wollen, dann das Ganze totschweigen und jetzt diesen Betrügern wieder eine Plattform bieten. – Verkehrte Welt, aber Geld stinkt ja bekanntlich nicht.“ – Immerhin eine Herausforderung, die ich selbstverständlich annehme. Für den virtuellen Daumen nach unten entschuldige ich mich aufrichtig. Eigentlich wollte ich nur testen, ob es sich vielleicht  gar um einen technischen Fehler handelt oder so. Aber nein, mindestens 46  Leser finden, dass User „MOOO“ mit seiner scharfen Kritik recht hat. Beziehungsweise, wenn 46 ihre Zustimmung per Klick manifestieren, gibt es wahrscheinlich hunderte, die beim lesen zumindest zustimmend nicken.  – Recht hat er zweifelsfrei bezüglich der Geruchlosigkeit des Geldes. Allerdings muss ich mich da auf mein olfaktorisches Gedächtnis verlassen. Auf finanzielle Zuwendungen von Tassilo Wik für freundlichere Editorials warte ich bisher vergeblich und ich fürchte die folgenden Zeilen werden meine Chancen auf Reichtum nur geringfügig erhöhen.

User „MOOO“ unterstellt der Hochgepokert.com Redaktion ja geradezu Teuflisches, dabei war  alles so harmlos und unschuldig. Statt Lob bekommen wir wieder einmal auf die Mütze, aber das gehört wohl zum Berufsrisiko. Über den „Skandal von Düsseldorf“ haben wir seinerzeit im Rahmen unserer Möglichkeiten und Befugnisse berichtet was zu berichten war. Neugierig in der Recherche und offen für jeden Hinweis sind wir dem Mysterium um den massive Stack des Teilzeit-Floormans nachgegangen. Ich selbst durfte zwei wirklich böse Editorials zu Tassilo Wik schreiben – ohne von den Hochgepokert.com Bossen auch nur irgendwie behindert zu werden. Während die Konkurrenz voll damit beschäftigt war zu beruhigen und Öl auf die bösen Wogen zu gießen, gab es bei uns angeregte Diskussionen in der Kommentarfunktion.  – Darüber hinaus haben wir alle Mails unserer Leser zum Thema „Düsseldorf und wundersame Vermehrung der Chips“ aufmerksam gelesen entsprechende  Nachrecherchen angestellt. Alles natürlich im Rahmen unserer redaktionellen und personellen Möglichkeiten. – Abgesehen davon, gibt es da draußen an den Internetgeräten eine Menge Leser, denen der Unterschied zwischen einer journalistischen Anfrage und einem kriminalpolizeilichen Verhör nicht wirklich klar zu sein scheint. Niemand muss mit uns sprechen und kaum einer, der sich damit selbst beschädigt wird das auch tun.  – Gestatten Sie mir an dieser Stelle ein paar persönliche Worte an „MOOO“. Hätte ich Material in der Hand, mit dem ich Tassilo Wik nachhaltig in die Tonne des Vergessen klopfen könnte, würde ich nicht eine Sekunde zögern und wenn du meine Editorials zu dem Thema liest, glaubst du mir das sicher auch.

Im zweiten Teil seines Kommentars geht „MOOO“ auf ein tatsächliches redaktionelles Problem ein. Worüber wird berichtet und was wird ignoriert? Konkret wirft er uns vor, „diesen Betrügern wieder eine Plattform“ zu bieten. Das mit „diesen Betrügern“ kann ich so nicht stehen lassen. Wegen Betruges wird man immer noch von einem ordentlichen Gericht verurteilt und nicht per virtuellen Daumen nach unten. Das ist gut so und wird hoffentlich für alle Zeit so bleiben. Nach den Vorfällen in Düsseldorf kann man allerdings urteilen, dass die Deutsche Pokerbundesliga kein glückliches Händchen hatte bei der Auswahl seiner Lizenznehmer, dass sie entsprechend überfordert zu sein scheint mit der ordentlichen Ausrichtung von Großevents und Kritik am finanziellen Aufwand für die Sicherheitsstandards ist sicher ebenfalls mehr als angebracht.  – Aber zurück zum Vorwurf, wir von der Hochgepokert Redaktion würden über dieses Ereignis berichten. Lieber „MOOO“, täten wir das nicht, würden wir uns genau dem journalistischen Tatbestandes des „Totschweigens“ schuldig machen. Ein Event bei dem mehr als tausend Spieler antreten, können wir doch nicht einfach ignorieren! Das hat auch überhaupt nichts mit geruchlosen oder stinkendem Geld zu tun. Wir sind die führende Seite in der deutschsprachigen Pokerberichterstattung und selbstverständlich berichten wir über die „Deutsche Bracelet Meisterschaft 2011“. Dazu gehört die exzellente Arbeit meiner Kollegen vor Ort und dazu gehören auch durchaus kritischen Zeile meiner Wenigkeit. Das ist eben der Stil von Hochgepokert.com und eben deshalb bin ich persönlich auch jeden Tag aufs Neue stolz für diese Seite arbeiten zu dürfen.

Am Ende noch ein paar versöhnliche Worte. Von der Ferne betrachtet scheint das Event gut gelungen. Die Spieler haben ihren Spaß und 45.-Euro erscheint von der Verhältnismäßigkeit durchaus vertretbar. Es gibt definitiv mehr als nichts zu gewinnen und ein spannender Pokertag ist ein Wert an sich. Noch dazu, wo im Rahmen der deutschen Gesetzgebung nicht allzu viel mehr möglich ist. Die Idee, das Finale im Wiener Montesino zu spielen hat seinen Charme und die Chance Udo Gartenbach und Toni Polster am selben Tag zu treffen klingt doch recht reizvoll. – In dem Sinne kann man allen Spielern in Leipzig weiterhin viel Spaß wünschen und den „Vienna Nine“ jetzt schon mal vorausschickend gratulieren. Abschließend im Rahmen meiner bald endenden Weihnachtsamnestie noch ein paar weiteren Worte zu GermanHawke – Unbegreifliche 16 Daumen nach oben gab es für seine geschmacklose Anspielungen zu meinem frisch erworbenen Sehbehelf. Allerdings bin ich ihm für den für den Titel „Orakel von Wien“ aufrichtig dankbar. Wahrscheinlich war das sarkastisch gemeint, aber ich gefalle mir trotzdem in dieser Rolle. Und um weiter in Eitelkeit zu suhlen, zitiere ich abschließend aus meinem alten Editorial:„Es kann doch in einem freien Land nicht auf die Dauer verboten werden, dass hundert Jungs 30.-E +  Fee zahlen um am Samstag in Ruhe ein kleines Turnierchen zu spielen, bei dem das Preisgeld nicht in Form von Nutellagutscheinen ausgeschüttet wird. Das ist abstrus, einem Land wie Deutschland unwürdig und es wird sich sicher irgendwann zum Guten wenden. Spätestens dann erledigt sich das auch mit Veranstaltern wie Tassilo Wik und Partner. Am freien Markt wird es die Pokerbundesliga keine zwei Monate mehr geben. – Ich werde sie nicht vermissen.“  – An dieser meiner „Prophezeiung“ hat sich nichts geändert. Spätestens dann, bekomme ich meine 46 Daumen nach oben. – Die Hoffnung lebt!

Götz Schrage

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