Keine Todesdrohungen – Jens Knossalla packt – Cardcoaches und der Silvestergruß

Da muss man neidlos gratulieren. Der Gewinner ist Robert Werthan. In der Kategorie: „Abstruses Gefälligkeits-Interview 2012“ kann nicht besseres nachkommen. Da akzeptiere ich meine Grenzen und werde erst gar nicht versuchen, ernsthaft dagegenzuhalten. Tassilo Wik und Werthan in der Doppelconference geben verstörende Einblicke in die Welt der Sachpreisturniere. In verschraubten und erstaunlich sinnfreien Sätzen wird gar kein Versuch unternommen zu erklären, was ohnedies nicht zu erklären wäre. Zwei Freunde werfen sich textliche Bälle zu, die kein intelligenter Mensch fangen möchte. Das  ganze Interview aufbereitet im förmlichen Sie (Werthan: „Warum hasst Sie Götz Schrage?“). Ein billiger Versuch per vorgegaukelter Distanz journalistische Seriosität zu vermitteln. Nur der Leser erkennt die Absicht und ist mehr als nur verstimmt. Mal abgesehen davon, dass ich Tassilo Wik selbstverständlich keineswegs „hasse“. Weder „blind“ noch „blindwütig“, oder sonst wie, gibt es doch eine Stelle in diesem nordkoreanisch anmutenden „Interview“ auf die ich einfach eingehen muss. Zitat Tassilo Wik: „Ich weiß Götz Schrage…..richtig zu deuten. Dennoch fand ich ging er zu weit, als er einen guten Freund von mir indirekt mit dem Tode drohte.“ – Bin ich Bushido oder wer? Das mit der „indirekten“ Todesdrohung ist selbstverständlich Schwachsinn. Ich drohe weder direkt noch indirekt mit irgendetwas lebensbedrohendem. Tassilo Wik und Robert Werthan sollen beide 108 Jahre oder älter werden und möglichst noch viele gemeinsame „Interviews“ auf Pokerfirma.com basteln. Erstens habe ich dann etwas zu lachen und zweitens weiß ich dann wieder doppelt genau, warum ich für Hochgepokert.com schreibe und stolz bin, hier schreiben zu dürfen.

Will jetzt den werten Leser nicht weiter langweilen. Was richtig zu stellen war, habe ich aus meiner Sicht ausreichend erläutert. Niemand muss sich fürchten oder bedroht fühlen. Das Ganze ist und war eine aufgeblasene Lächerlichkeit und jeder, der mich heute kennt, wird mir meine kultivierte Harmlosigkeit bestätigen. Die Zeiten, wo ich bereit war dümmliche Risiken zu nehmen sind lange vorbei. Widmen wir uns also den wichtigen Themen des aufregenden Pokerlebens und heutzutage erfährt man alles was wirklich wichtig ist auf Facebook. So packt Jens Knossalla gerade seine Koffer, um sich in die Karibik abzusetzen. Wohlgemerkt nicht für alle Zeit (auch wenn es manche gibt, die sich das wünschen würden), sondern um über das PokerStars Carrebean Adventure zu berichten. Ich freue mich auf seine Beiträge für Pokertoday.com aus ganzem Herzen. Es mag in der Szene vielleicht reisende Reporter mit mehr Pokersachverstand geben, aber Jens Knossalla moderiert mit so einer entspannten Leichtigkeit. Was ihm durch den Kopf schießt muss einfach hinaus in die Welt. Das ist meistens recht amüsant und immer herzerfrischend komisch (wenn vielleicht auch nicht immer ganz so beabsichtigt). Wie auch immer, um unser geliebtes Pokerspiel breiter und harmloser zu kommunizieren ist Jens Knossalla sicher ein medialer Glücksgriff.  – Persönliches Highlight für mich wäre ein Gespräch zwischen Dominik Nitsche und Jens. Möglichst beide mit bunten Hemden, kurzen Hosen und wenn Dominik den Finaltisch des Main-Events erreicht umso besser. Meine Daumen sind jedenfalls gedrückt und ich werde keinen Pokertoday.com Bericht zum PokerStars Carrebean Adventure versäumen. Ehrensache!

Und jetzt wird es gleich wieder rasant und persönlich. Mein Name ist immer noch Götz Schrage und ich bin süchtig! Auf meine alten Tage hat es mich erwischt. Drogen, Rotwein, leichtbekleidete Frauen und sogar Zigaretten konnten mich auf die Dauer nicht so aus der Bahn werfen, wie der aktuelle Silvestergruß der Cardcoaches.com.  – Mal abgesehen davon, am 2.2.2012 geht das Projekt endlich an die breite Öffentlichkeit. Der immer höfliche Johannes Strassmann ist dabei, der alte Haudegen Markus Golser, die wunderbare Sandra Naujoks und der schräge Christophe Groß – um nur einige zu nennen.  Und natürlich mag ich das Team und ich respektiere die Leistung von Johannes und seinen Partnern. So ein Ding zu finishen und gegen alle technischen und sonstigen Widerstände an den Start zu bringen, da kann man schon mal seinen virtuellen Hut ziehen und den Kollegen aufrichtig alles Gute wünschen. Aber zurück zum Cardcoaches Silvestergruß. Auch nachdem ich mir  den Clip geschätzte fünfzig Mal angesehen habe und dabei mindesten fünfhundert Mal lachen musste, bin ich mir noch immer hochgradig unsicher. Ist das absichtlich so komisch  – quasi über das Muster Stromberg direkt und nachhaltig für alle Zeit hinein in unsere Köpfe? Ist das genial und einfach gut gemacht, so wie Verkaufsfernsehen eigentlich sein sollte samt Champagnerkorken, sanften Kamerafahrten, gebügelten Blauhemden und hübschen Mädchen, die artig lachen und den Kopf nach hinten werfen, wie man es aus der Kent Werbung der verflossenen 70er Jahre kennt? Oder bin ich einfach so kaputt in der Birne, wie es mein Lebenswandel wohl halbwegs entschuldigen könnte, wenn ich nur das Bedürfnis hätte mich zu entschuldigen. – Wie auch immer, es war ein durchwegs heiterer Start in das Jahr 2012. Leider gibt mir Hochgepokert.com keine großen Budgets für weiße Sofas, Champagner und Kameramänner. Somit grüße ich hier von der Ferne und selbstverständlich ein paar Tage zu spät. Persönlich hatte ich mir am Silvesterabend einiges vorgenommen. So wollte ich mich 2012 quasi in allen Belangen verbessern und allen Schwierigkeiten aus dem Weg gehen. Am 2. Januar habe ich mich dann umentschlossen und bleibe wie ich bin und wie ich schon immer war.  – In diesem Sinne Prosit 2012!

Götz Schrage

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