Wälzen Lederer, Ferguson und Furst die Schuld auf Ray Bitar ab?

Ray Bitar ist gestern gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Seine einstigen „Kollegen“ Howard Lederer und Rafe Furst scheinen fast zeitgleich die Chance genutzt zu haben, um die zivilrechtliche Klage gegen sie abzuweisen. Begründung: sie haben nichts von den betrügerischen Aktivitäten bei Full Tilt gewusst. 

Dass sich die ehemaligen Full Tilt-Miteigentümer Howard Lederer, Rafe Furst, Chris Ferguson und Ray Bitar reichlich an den Konten ihrer Spieler bedient haben, steht mittlerweile außer Frage. Während schon vor dem Black Friday eigentlich nie eine wirkliche Deckung der Spielerkonten existiert hat, wurden an die Beteiligten – von wem auch immer – massive Auszahlungen getätigt. 42 Millionen sollen es bei Lederer sein, 40 Millionen bei Ray Bitar und gar 85 Millionen bei Chris Ferguson.

Dafür sollen vor allem Lederer, Ferguson und Rafe Furst zivilrechtlich belangt und zu gewaltigen Entschädigungszahlungen gezwungen werden. Wie die Website pokerfuse.com kürzlich berichtete haben die Beklagten nun eine Klageabweisung beantragt. In der Begründung heißt es, man habe zu keinem Zeitpunkt etwas von den betrügerischen Aktivitäten bei Full Tilt gewusst. Außerdem fielen die Geschäftaktivitäten bei Full Tilt nicht unter den Illegal Gambling Business Act (IGBA).

Dabei beziehen sich die Anwälte auf die Kernpunkte der strafrechtlichen Klage, in der es heißt, dass Mitarbeiter bei Full Tilt noch nach dem Black Friday den Spielern per e-Mails  und in Foren versichert hätten, dass ihr Geld sicher sei. Die Spieler seien so zu weiteren Transaktionen verführt worden, obwohl den Verantwortlichen längst klar gewesen sei, dass die Konten bei Full Tilt längst leer gewesen seien.

Lederer und auch die anderen Beklagten weisen nun ausdrücklich jede Verbindung zu Personen, wie dem mysteriösen „FTPDoug“ zurück, die angeblich im Auftrag von Full Tilt auf Twoplustwo.com diese Falschmeldungen verbreitet hätten.

Die Anwälte bemerken in ihrem Antrag auf Klageabweisung außerdem, dass die angesprochenen Aktivitäten bei Full Tilt unter den Illegal Gambling Business Act (IGBA) fallen. Dieser sei weder auf Online-Poker im Allgemeinen noch auf Anbieter anzuwenden, die ihren Hauptsitz außerhalb der USA hätten.

Nach Expertenmeinung hat die Verteidigungstaktik von Lederer und Co. allerdings wenig Aussicht auf Erfolg. Zu unglaubwürdig ist es, dass Personen wie Lederer und Ferguson, die Full Tilt quasi von der Pieke mit aufgebaut haben, keinen Überblick über die finanzielle Situation und firmenpolitische Entscheidungen gehabt hätten.

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