Phil Ivey im Interview


Er ist mit Abstand der beste Poker Spieler unserer Zeit. Der Tiger Woods am grünen Filz. Egal ob beim No Limit Hold´em, beim PLO oder den höchsten Cash-Games die, die Poker-Szene zu bieten hat. Ivey ist in jeder Disziplin erstklassig. Im Poker-Business ist er einer der schillerndsten Figuren, privat dagegen eher zurückhaltend.

Jede Sportart bringt ihre Ikonen hervor. Ob Tiger Woods beim Golf, Schumi bei der Formel 1, Michael Jordan beim Basketball oder Muhammed Ali beim Boxen. Sie alle haben etwas gemeinsam. Sie sind in ihrer Sparte die Besten. Beim Poker trifft das ohne Zweifel auf Phil Ivey zu. Seine ausgezeichneten Allround Fähigkeiten machen ihn zu einem der Besten Spieler.

Im Rahmen der WSOP hat Nolan Dalla, Medien Dirketor der WSOP, es geschafft den öffentlichkeitsscheuen Ivey für ein Interview zu gewinnen. Das Erste seit drei Jahren.

Nolan Dalla: Phil, es scheint es ist ein schlechter Zeitpunkt für unser erstes Interview seit drei Jahren. Du bist gerade von einem $10k Event (10,000 Six-Handed No-Limit Hold’em Championship) gebusted. Wie fühlst du dich nach einem Bust-Out, was geht dir durch den Kopf?

Phil Ivey: Was mir durch den Kopf geht? Nun, ich denke über die Art und Weise nach, wie ich gespielt habe. Lasse die Hände, die ich während des Turniers gespielt habe Revue passieren und frage mich was ich hätte anders machen können. Je nach Größe des Turniers und meiner Performance dauert es so 10-15 Minuten, bis ich mich davon erholt habe.

Nolan: Erholen von der Enttäuschung oder vom Kopfzerbrechen darüber, ob du es hättest besser spielen können?

Ivey: Erholen von der Enttäuschung. Jedes Turnier was ich spiele, möchte ich gewinnen. Wenn ich buste ist es definitiv ein enttäuschendes Gefühl.

Nolan: Wenn du aus einem $1.000 oder $1.500 Turnier ausscheidest, ist es für die meisten Menschen als würde man bei einem 50$ Turnier ausscheiden. Das Geld kann es nicht sein. Also wieso bist du so enttäuscht, wo es doch am nächsten Tag gleich wieder ein Turnier gibt?

Ivey: Weil ich jedes Turnier gewinnen möchte, das ich spiele. Das ist die Quintessenz. Ich meine, wenn ich mich hinsetzte, dann will ich auch gewinnen. Schaffe ich es nicht, bin ich enttäuscht. Das ist einfach mein Wesen.

Nolan: Hast du dir jemals an den Kopf gelangt und dich gefragt: „Ich hätte dies oder jenes anders machen sollen?“, oder „Habe ich die und die Hand richtig gespielt?“ Alle Reden davon, dass du der beste Poker Spieler der Welt bist. Doch auch der Beste macht wahrscheinlich noch Fehler, oder?

Ivey: Ja, ich mache eine menge Fehler!

Nolan: Wirklich? Eine Menge Fehler?

Ivey: Nun, es kommen Hände vor wo ich meine Bet-Size hätte besser wählen können. Wo man re-raisen könnte anstatt nur zu callen, zu checken, anstatt anzuspielen und so weiter. In einer Session macht man unzählige von Fehlern, auch ich. Was mich von anderen Spielern unterscheidet ist, dass ich mir meiner Fehler bewusst bin und mir darüber Gedanken mache. Viele andere Spieler denken nicht viel darüber nach, manche erkennen es nicht mal das sie welche machen. Aber es ist wichtig diese zu erkennen, um sein eigenes Spiel zu verbessern.

Nolan: Was ist mit den anderen sehr guten Spielern? Du spielst ein Level, das noch mal höher ist als ihres. Es gibt eine Menge gute Pokerspieler, aber du schaffst es noch einmal eins draufzulegen. Was machst du anders, arbeitest du besonders hart?

Ivey: Das ist eine schwierig zu beantwortende Frage. Ich weiß nicht was ich anders mache als andere. Ich habe das Glück besonders talentiert zu sein beim Poker. Ich übe sehr viel, mache mir über das Spiel Gedanken und versuche immer mein bestes zu geben.

Nolan: Du sagst du denkst viel über Poker nach. Gibt es auch Zeiten wo du überhaupt nicht an Poker denkst?

Ivey: Natürlich gibt es Zeiten, wo ich nicht an Poker denke. Zum Beispiel wenn ich Golf spiele, Sport treibe, mir einen Film anschaue oder Zeit mit Freunden und Familie verbringe. Aber die meiste Zeit denke ich schon an Poker. Daran auf welche verschiedenen Arten man Hände spielen kann, über die Spielweise meiner Gegner. Solche Sachen eben.

Nolan: Eine Frage zur letzten WSOP. Hat dir die Action einer World Series gefehlt? War es schwierig nicht mit Kollegen und Freunden hier zu sein?

Ivey: Ja, war es. Ich liebe diese Art von Turniern und habe es sehr vermisst.

Nolan: Vermissen wie: Ich kann es kaum erwarten?

Ivey: Ja. Ich konnte es kaum erwarten bis das Jahr vorbei war. Ich bin froh wieder hier zu sein und zu spielen.

Nolan: Und wie du zurück kamst. Es war fast so als hätte man einen Löwen aus seinem Käfig befreit. Du hast buchstäblich alles zerstört. Du hast innerhalb von zwei Wochen fünf mal einen Final Table erreicht. Eine bemerkenswerte Leistung in Anbetracht der Größe der Felder. Registrierst du, wie beeindruckend das eigentlich ist?

Ivey: Klar registriere ich so was. Ich weiß nicht, ob es jemand schon einmal geschafft hat, aber es ist etwas was mich sehr stolz macht. Richtig nice wäre es gewesen in zwei Wochen fünf Events zu shippen. Aber so einfach ist es dann doch nicht.

Nolan: Fünf Final Table teilnahmen. Bist du zufrieden mit deiner Leistung oder ist Gold alles, was zählt?

Ivey: Mir geht es nur ums Gewinnen.

Nolan: Bist du auch mit einem zweiten Platz zufrieden?

Ivey: Nein. Ein zweiter Platz verschafft mir keinerlei Befriedigung.

Nolan: Gegen all die Spieler, gegen die du spielst. Gibt es da einen der dich besonders überrascht oder beeindruckt hat?

Ivey: Es gibt eine Menge Spieler, die mich beeindrucken.

Nolan: Wer denn zum Beispiel?

Ivey: Das möchte ich lieber nicht sagen. Sie sollen ja nicht wissen, dass sie mich beeindruckt haben.

Nolan: Bist du derselbe Typ wie noch vor fünf oder sechs Jahren. Oder hast du dich verändert?

Ivey: Wir alle verändern uns. Man wird älter und erwachsener, Dinge verändern sich in deinem Leben und man verändert sich auch als Person. Aber ich liebe es immer noch zu pokern. Ich meine, ich wünschte die WSOP würde das ganze Jahr über laufen, ich würde jeden Tag spielen. Ich liebe es. Ich bin glücklich ein Teil davon zu sein.

Nolan: Du hast sicherlich viele Freunde und Menschen, die dir wichtig sind in diesem Spiel. Gibt es Spieler, die dir besonders am Herzen liegen?

Ivey: Ja. Jennifer Harman zum Beispiel. Sie ist einer meiner Lieblings Poker-Spieler. Oder auch Barry Greenstein und Patrick Antonius. So jetzt weißt du auch, dass ich auch Lieblingsspieler habe.

Nolan: Was ist besser? Einen von ihnen im Heads-up für ein Bracelet zu schlagen oder sie gewinnen zu sehen?

Ivey: Ich würde lieber sehen, wie sie gewinnen.

Nolan: Glaubst du das du Phil Hellmuth noch einholen kannst und ihn als Rekord Bracelet Gewinner ablösen kannst?

Ivey: Ja, das glaube ich. 

Nolan: Was glaubst du wie viele du mal haben wirst. Vor drei Jahren hast du auf diese Frage mit „30“ geantwortet. Glaubst du, du kannst das schaffen?

Ivey: Ja ich glaube ich kann das schaffen. Ich glaube an die 30.

Nolan: Es gibt noch circa 7 bis 8 Bracelets auszuspielen, inklusive der WSOPE in Cannes im September. Angenommen du könntest es dir aussuchen entweder bei den October Nine dabei zu sein oder eines der anderen Bracelets zu gewinnen. Für was würdest du dich entscheiden?

Ivey: Für die October Nine, natürlich. Ich mein, es ist das Main-Event. Das größte Turnier überhaupt.

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Das komplette Interview findet ihr HIER:

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