Zunahme der Gewaltverbrechen in Macau

Macau strotzt vor Kraft und hat sich innerhalb von nur wenigen Jahren zur umsatzstärksten Gambling-Metropole der Welt entwickelt. Doch die Megagewinne lassen offenbar auch die Verteilungskämpfe härter werden. Eine Serie von Morden und der Anschlag auf einen einflussreichen Casino-Mogul kratzen am Image der Boom-City.

33 Casinos erwirtschaften in Macau mittlerweile über 33 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr. Die Wirtschaft prosperiert und trotzdem werden in der Stadtregierung immer mehr Stimmen laut, die auf eine familienorientierte Politik setzen.

Doch in der Realität scheinen seit kurzem die Verteilungskämpfe der 90er Jahre zurückzukehren. Schon Mitte Juni war der Besitzer des „Greek Mythology“ Casinos, Mr. Ng Man Sun während des Abendessens in seinem Restaurant von sechs Männern überfallen worden. Die Angreifer attackierten den 65-Jährigen mit Hämmern und Keulen. Dabei vermieden sie Kopfverletzungen brachten Man Sun aber schwere Verletzungen an Armen und Beinen bei. Eine klare Handschrift der chinesischen Mafia (Triaden).

Auch die Mordrate ist in den vergangenen Wochen in die Höhe geschnellt. Zwischen Mai 2011 und Juni 2012 hatte es gerade einmal drei Morde innerhalb des Gambling Districts in Macau gegeben. In den vergangenen zwei Wochen waren es fünf.

Am 14. Juli waren zwei Männer im Grand Lapa Hotel tot aufgefunden worden. Ein Freund erklärte der Polizei später, dass beide Ermordeten Probleme mit Spielschulden gehabt hätten. Ein dritter Mord wurde vom CEO der Sicherheitsfirma Steve Vickers & Associates ebenfalls mit der Gambling Industrie in Zusammenhang gebracht. Gegenüber einer Zeitung erklärte er: „Macau geht durch eine Periode der Instabilität. Es scheint ganz offensichtlich ein Problem mit Spielsüchtigen und der Kreditmafia zu geben.“

Die Vergabe von illegalen Krediten hat in Macau einen eigenen Geschäftszweig aufblühen lassen. So genannte Junket Operators vergeben unbegrenzte Kredite mit brutalen Rückzahlungs-Konditionen. Von den Kreditnehmern werden gigantische Zinsen genommen. Als Sicherheit werden meist die Pässe und ID-Dokumente einbehalten. Bei Problemen werden die Familien und Angehörigen belästigt. Im worst case droht schwere Körperverletzung oder Mord.

Laut dem Analysten Larry So werden durch die Junket Operator, die ebenfalls eine große Zahl an Luxus-Dienstleistungen anbieten, fast 70 Prozent der Umsätze in Macau kontrolliert. Nachdem es in den 90er Jahren bei den Verteilungskämpfen der Underground-Könige zu zahllosen Bombenanschlägen, Schießereien und Überfällen gekommen war, schien man sich in den vergangenen zehn Jahren auf ein Friedensabkommen geeinigt zu haben. Damit könnte es nun ein Ende haben.

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