Markus Golser im Hochgepokert.com Exklusivinterview – Cardcoaches die ganze Wahrheit

Götz Schrage: „Hallo Markus. Danke, dass du dir Zeit für Hochgepokert.com nimmst. Noch dazu, wo ich mal wieder erschreckend schlecht vorbereitet bin für dieses Exklusiv-Interview.

Markus Golser: „Selbstverständlich nehme ich mir Zeit für dich, obwohl ich im Moment mit dem Neustart von Cardcoaches doch recht viel zu tun habe. Vielleicht sind wir beide schlecht vorbereitet.“

Götz Schrage: „Das will ich hoffen. Zum Beispiel wollte ich vor dem Gespräch unbedingt nachschauen, ob du und Johannes Strassmann noch Facebook-Freunde seid? Oder ist da alles blockiert, gelöscht und wechselseitig dem Moderator gemeldet?“

Markus Golser (lacht): „Wir sind noch bei Facebook befreundet, haben auch noch unsere Telefonnummern nicht gelöscht und wüssten wie wir uns erreichen könnten für den Fall.“

Götz Schrage: „Aber gemeinsame Urlaube oder Firmengründungen sind einstweilen nicht geplant?“

Markus Golser (lacht – vielleicht eine Nuance gequälter): „Beides aktuell nicht in der Planung-“

Götz Schrage: „Sorry, dass ich da nochmals nachfrage. Aber wie konnte man das Ding beim ersten Start so gegen die Wand fahren? Ihr hattet mehr gefühlte Vorbereitungszeit als die NASA bei der Mars-Mission. Das Team war auch sicher nicht billig und dann liest man jahrelang: „Wir kommen nächsten Sommer online“ und der User denkt sich sicher, wir wissen, was ihr letzten Sommer gemacht habt. – Nämlich weit entfernt von online.“

Markus Golser: „Puh, das alles nochmals aufzuarbeiten und zu erklären wäre abendfüllend. In der absoluten Kurzfassung. Vor vier Jahren hatten wir ein Konzeptpapier für Cardcoaches- Gerade mal zwanzig Seiten und ein Programmierer-Team, die meinten in drei bis vier Monaten sei das Ding online. Nach zehn Monaten dann das Geständnis, dass das wohl nie was werden wird. Wir hatten zu dem Zeitpunkt gute 60% des geplanten Grundinvests ausgegeben. Dann gab es noch andere Probleme an anderen Fronten. Du kennst das als Spieler, wenn es mal nicht läuft.

Götz Schrage: „So was passiert. Die Branche ist ein Dschungel, dagegen ist Pokern einfach. Ein Programmierer, den man nicht persönlich verprügeln kann, wenn es hart auf hart geht, wird sowieso  niemals mit nichts fertig. Deswegen haben wir bei Hochgepokert.com immer so zarte Menschen in der IT. – Aber Zusatzfrage: Warum habt ihr immer so arrogant und selbstgefällig kommuniziert? Quasi als ob alles immer so geplant gewesen wäre und ihr sowieso die Größten seid. Wäre es da nicht sympathischer und schlauer gewesen, ehrlicher zu sein? Der Pokerspieler an sich ist einfach nicht dumm und merkt was Sache ist.“

Markus Golser: „Die Außendarstellung war sicher einer der Punkte, bei der Johannes und ich nicht so wirklich harmoniert haben. In Zukunft kümmere ich mich persönlich darum und dieses Interview ist ein Teil dieser offenen Kommunikation.“

G.S: „Na gut, dann nütze ich das gleich aus. Von Marketing verstehe ich auch nur wenig. Mir ist nur dieser eine Grundsatz in Erinnerung: „Wenn du auf den Markt gehst mit einem Produkt musst du erster sein. Wenn du nicht erster sein kannst mit deinem Produkt, erfinde einen neuen Markt.“  – Was war bei Cardcoaches neu? Und wo war euer neuer Markt? Beziehungsweise für die Zukunft gefragt, wem wird Cardcoaches User wegnehmen können und wo ist das Neuartige an deinem Projekt?“.

Markus Golser:Ich glaube nach wie vor an das persönliche Konzept von Cardcoaches. Da gab es keine Ghostwriter und Ersatz-Coaches. Wir waren zu jeder Zeit wirklich für den User da. Ich habe mich persönlich in unserem Forum bemüht zeitnah bei Handanalysen zu helfen und mich mit meiner Erfahrung einzubringen. Überhaupt der Community-Gedanke war uns sehr wichtig. Gemeinsam wachsen und gemeinsam besser werden.“

G.S.: „Vielleicht sind das die vier gestohlenen Jahre, die euch da fehlen. Der Traum scheint ausgeträumt. Dieser Glaube an die eingezahlten magischen $10, die sich zur Million vergrößern hat sich ausgeglaubt. Heute müsste man wohl eine Seite starten wieverliereichsicherlangsamer.de.“

Markus Golser: „Götz, da muss ich dir aber entschieden widersprechen. Wer schon zehn Jahre live spielt, wird sich wohl nicht an uns wenden und sich bei uns formen, oder belehren lassen. Aber es gibt viele junge Spieler, die starten jetzt und genau die wollen wir dort abholen wo sie gerade sind und helfen, dass sie besser werden. Ich bin da recht optimistisch und glaube daran, dass wir mit unserem persönlichen Konzept da wirklich Chancen am Markt haben werden.

G.S.: „Das wünsche ich dir. Apropos Chancen am Markt. Full Tilt gibt es ja bald wieder. Wird es dich auch wieder als Full Tilt Pro geben?“

Markus Golser: „Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht. In der Zeit als noch die Tapie-Gruppe im Rennen war wurde ich einmal vom Spielermanager der Gruppe kontaktiert im Sinne einer weiteren Zusammenarbeit. Wie das mit dem Neustart bei Full Tilt sein wird, weiß ich noch nicht.“

G.S: „Haben dich die Spieler nach dem Black Friday eigentlich blöd angequatscht? Von wegen, zahl du mich aus, wenn schon mein Account gesperrt ist oder so?“.

Markus Golser: „Eigentlich überhaupt nicht. Am Anfang hatte ich schon ein wenig damit gerechnet.  Aber die Pokerspieler sind eben schlau genug, um das trennen zu können.“

G.S: Könntest du Howard Lederer eine einzige Frage stellen, wie würde die lauten?“.

Markus Golser: „Howard, warum?“.

G.S.: „Und was würdest du Chris Ferguson fragen?“

Markus Golser: „Reichen dir zehn Millionen nicht? Mussten es dreißig Millionen sein?“

G.S: „Mir würde mal eine Million reichen und Cardcoaches wünsche ich mal eine Million User.“

Markus Golser: „Dir wünsche ich mal die Million und für Cardcoaches wünsche ich mir viele, viele User. Wir strengen uns jetzt wirklich an und es wird in Kürze einiges an Aktionen geben. Hoffe, du bist auch dabei.“

G.S: „Ich bin fix dabei und bedanke mich ebenso fix für das Gespräch.“

Markus Golser: „Sehr gerne Götz. Bis zum nächsten Mal“.

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