Werthan wird gelöscht – Mein Rücken hat recht – Gefallener und das maltesische Exil

Drei Themen zum Preis von gar nichts. Robert Werthan droht mir mit seinem Anwalt. Mein Rücken zwickt und zwingt mich, zukünftig zu mehr Friedfertigkeit. Und mein liebster Blogger Christopher Breitbach aka „Gefallener“ sucht einen Mitbewohner für seine Poker WG in Malta. All das will und werde ich in einer grandiosen Kolumne verarbeiten. Selbstverständlich gespickt, sowohl mit müden, als auch mit aufgeweckten Scherzen und Pointen. So mancher bitterböser Seitenhieb wird auch dabei sein und wenn noch Platz ist, rücke ich mich gnadenlos ins rechte Licht. Allerdings muss ich im doppelten und dreifachen Sinne mehr als nur ein wenig aufpassen. Feind liest mit und sein juristischer Beistand wohl auch. Bitte den geschätzten Leser hiermit um Verständnis dafür, dass somit alle riskanten Pointen der Selbstzensur zum Opfer fallen müssen. Sollten Sie mich allerdings in einem der zahlreichen Wiener Casinos sehen, sprechen Sie mich einfach an. Gemeinsam gehen wir dann in die dunkelste Ecke des Casinoparkplatzes und ich packe die bitterbösen Schenkelklopferpointen aus. Live und nur für Sie! – Wieder eine großartige Aktion exklusiv auf Hochgepokert.com.

Kommen wir zum wichtigsten. Zu meinem Rücken und der erzwungenen Selbsterkenntnis. Ich werde weniger wehrhaft und deutlich milder in der Emotion. Eine praktikable Kombination und eine vernünftige Entwicklung noch dazu. Kürzlich wollte ich bei einer privaten Kartenpartie eine drohende Schlägerei schlichten. Mutige Freunde hatten sich der Sache bereits angenommen und ich blieb solange sitzen, wie es mir mein Pflichtgefühl erlaubte. Doch dann, als lebenslanger und sternloser Teilzeit-Sheriff immer im Dienst, stand ich auf und stellte mich zwischen die beiden Jungs. Beide hatten mit mir keine Problem, aber sehr wohl gab es da intern gröbere Spannungen und das sechsundzwanzigste „Ich breche dir dein Gesicht“ konnte ich dann doch nicht mehr überhören. Als der eine dann ansatzweise losmarschierte, hatte ich dann für einen Moment achtzig Kilo wütenden Mann im Arm. Ich hatte ganz vergessen, wie sich das anfühlt. Entweder waren achtzig Kilo leichte Männer früher leichter, oder weniger druckvoll im Antritt. Vielleicht geht der Verfall meines Zweizentnerprachtkörpers  rasanter von statten, als ich dachte. Jedenfalls spürte ich meinen Rücken (den ganzen), mein Knie (das linke) und eine Ader an meiner Stirn pochte, die früher niemals pochte, weil sie früher nicht da war. Mein Resümee aus der Sache. Ich stelle keine Bedrohung für niemanden mehr da. Sollte mir da an einer oder anderer Stelle irgendetwas entrutscht sein bezüglich Robert Werthan, bringe ich umgehend neun Zeugen, die meine Wehruntüchtigkeit auch unter Eid bestätigen werden. Ich bin zu alt für derlei Grobheiten und fertig.

Stress, Anwaltskosten und Gerichtskosten“ können wir „vermeiden“, wenn wir entsprechende Löschungen vornehmen. Robert Werthan schießt vor den Bug und gibt uns quasi auf dem direkten Weg noch eine Gelegenheit weiterem Unbill aus dem Weg zu gehen. Nun, ich nehme das sehr ernst. Wenn jemand, der sonst stets die Anwälte flieht, plötzlich selber seinen eigenen Rechtsbeistand hat, beeindruckt das schon. Wir von Hochgepokert.com geben deshalb nach. In gewünschter Selbstzensur, habe ich wirklich alle auch nur ansatzweise bösen Stellen gelöscht. Nach Helmut Werner, dem zukünftigen Schwiegersohn von Baumeister Lugner, sehe ich mich jetzt zum zweiten Mal gezwungen, einen Text vom Netz zu nehmen. Allerdings gebe ich Helmut Werner jetzt die Hand und ich tue das gerne, solange ich „Stress, Anwaltskosten und Gerichtskosten“ durch Texte löschen entgehen kann, halte ich den Deal auch für fair. Handgeben mit Werthan gehört nicht zu den Optionen, da dann doch eher Beugehaft. Für die Zukunft gelobe ich, mich um konsequente Ignoranz zu bemühen. Bis vor vier Wochen, war ich ja absurderweise Mitbesitzer von Pokerfirma.com und dadurch quasi  gezwungen, mich für den Auftritt unseres Mitbewerbers zu interessieren. Jetzt haben wir beim Notar reinen Tisch gemacht und als Mitbegründer und ehemaliger Chefredakteur halte nur noch einen kleinen symbolischen Anteil von gerade mal drei Prozent. Somit trennen sich unsere Wege auch geschäftlich und ich kann mich exklusiv auf Hochgepokert.com – die beste deutsche Pokerseite im Netz – konzentrieren.

Aber ich habe noch einen Plan B. Mein liebster aller Lieblings-Blogger Christopher Breitbach aka „Gefallener“ sucht einen neuen Mitbewohner. Die Poker WG in Malta hat ein Plätzchen frei. Falls meine ernsthafte Bereitschaft, Robert Werthans Leben und Schaffen nicht mehr zu kommentieren nicht ausreichen sollte, bleibt mir immer noch der Strand von La Valletta und das Terassenappartement der Poker WG. Hoffe das maltesische Justizministerium garantiert mir freies Geleit ins Casino, sonst muss ich mich wohl in der ecuadorianischen Botschaft verschanzen (das wäre dann der Plan C). – An Christopher Breitbach aka „Gefallener“ mag ich den Charme seiner Sprache. Alles, was mir sonst so an Neolinguismen und Okkasiolismen auf die Nerven geht, bringt Breitbach mit der Nonchalance der reinen Seele. Das Wohnzimmer verfügt über eine „grind-aera“, der Herd ist „chillig“. Um das „master-bedroom“ wird „geflipped“. Das andere Schlafzimmer ist „semi-toll“. Breitbach hält seine „flipping-skills“ für verbesserungswürdig und den großen Balkon für das „beste feature“ des Appartements. Eines allerdings macht mir ein wenig Sorge. Meine aktuelle Pokerform lässt auch zu wünschen übrig und wenn man Breitbach glauben darf, wäre ein kleiner „upswing ziemlich gut“, bevor es noch zur „downswing-WG“ wird. Wir werden es ziemlich lustig haben. Garantiert! Ich werde den ganz Tag zuhören und dabei wie dämlich bekifft grinsen, oder ich teste den „ordentlichen Stuhl zum Arbeiten (aus Deutschland importiert)“. Vielleicht halte ich auch Ausschau nach den versprochenen vielen „Sprachschülerinnen“ beziehungsweise altersgemäß vielleicht besser nach deren Lehrerinnen. – Wie auch immer, mein ehrlicher Tipp. Nützen Sie die Chance Teil der Poker WG in Malta zu werden, bevor ich mich da fix einkaufe. Wäre nicht das erste Mal, dass meine guten Vorsätze an meinem bekannt schwachen Charakter zerschellen. Jetzt muss ich diese zugegeben etwas wirre Kolumne schließen. Aus therapeutischen Gründen schreibe ich jetzt hundertmal: „Ich werde das Leben und Schaffen von Robert Werthan nicht mehr kommentieren“. Und ich werde das mit dicken Filzstift auf eine Rolle Klopapier schreiben. Was ich dann damit mache, geht wirklich niemanden etwas an. Für den Fall der Fälle, dass es Sie persönlich interessiert, wiederhole ich mein Angebot. Sprechen Sie mich einfach an im nächstgelegenen Casino. Draußen am Parkplatz erzähle ich Ihnen alles. – Wirklich alles!

Götz Schrage

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