Das Lederer-Interview – Jetzt steigt auch Negreanu in den Ring

Der Stein ist ins Rollen gebracht. Howard Lederer hat seine Sicht auf den Aufstieg und Fall des FullTilt-Imperiums kundgetan. Und nun bringen sich seine einstigen Partner und Angestellten in Stellung. Doch bevor Spieler, wie Phil Ivey oder John Juanda in den Ring treten, hat sich nun Daniel Negreanu bei pokerlisting.com in einem Interview geäußert.

Zunächst zu seiner allgemeinen Einschätzung der Glaubwürdigkeit befragt, schloss sich Negreanu der Meinung eines nicht benannten hochrangigen FTP-Mitarbeiters an. Der hatte gesagt, dass das Interview mit Lederer zu 30 Prozent wahr, zu 30 Prozent möglicherweise bestreitbar, zu 30 falsch und zu 10 Prozent vollkommen idiotisch sei.

Dann gab Negreanu die Einschätzungen einiger seiner alten Buddies wieder. John Juanda, so Daniel fühle sich völlig zu Unrecht attackiert und auch Phil Ivey habe eine vollkommen andere Sicht der Dinge.

„Wenn Phil sich irgendwann selber zu Wort meldet, wird seine Version der Geschichte viel mehr Sinn ergeben, als das, was Lederer dazu zu sagen hatte. Ivey wollte sich einfach nicht in kriminelle und auf Lügen basierende Machenschaften verwickeln lassen und hat sich gegen Ray, Howard und Chris zur Wehr gesetzt. Andere Mitglieder bei FullTilt werden das bestätigen können.“

Doch auch zu monströsen Schulden von Erick Lindgren findet Daniel klare Worte: „Erick hat ein ernstes Spielsucht-Problem und wirklich dumme Dinge getan. Dafür gibt es keine Entschuldigung.“

Allerdings, so Negreanu illustriere genau dieser Fall das Problem bei FullTilt. Die Chefs, namentlich Howard Lederer, Chris Ferguson und Ray Bitar hätten permanent falsche Entscheidungen gefällt und versuchten dies nun auf Partner und Shareholder abzuwälzen. „Die Wahrheit ist aber“, so der Kanadier „dass genau diese drei Personen genügend Entscheidungsgewalt hatten, um die Dinge auch in eine ganz andere, gesündere Richtung laufen zu lassen.“

Wirklich vorsätzlich kriminell sei es dann auf jeden Fall nach dem Black Friday geworden. Eine Tatsache, von der Negreanu sagt, dass sie Lederer in dem Interview sogar eingesteht: „Die nicht mehr weg zu diskutierende Straftat wurde nach dem Black Friday begangen. Jeder wusste, dass das Unternehmen de facto pleite war. Trotzdem wurden e-Mails verschickt, in denen man von höchster Stelle bestätigte, dass die Spielerkonten sicher seien.“ Man habe, so Negreanu gehofft mit dem Geld der Europäer die US-Spieler auszahlen zu können. Und Lederer gebe das auch zu.

„Statt in die Insolvenz zu gehen, oder die Seite für einige Zeit stillzulegen, hat man gelogen und verführt. Und deswegen muss man hier von einer geplanten Straftat sprechen für die sich eben vor allem Howard, Chris und Ray verantworten müssen.“

Auch über eine mögliche Zukunft innerhalb der Pokerszene für Lederer&Co fand Daniel klare Worte:

„Sie werden irgendwann wieder auftauchen. Und man wird sie weder attackieren noch ausschließen. Howard Lederers Schwester, Annie Duke war tatkräftig an den beiden Megapleiten, UB und Epic Poker League beteiligt. Und sie hat gar kein Problem sich trotzdem bei der WSOP zu zeigen. Dasselbe wird auch für Howard, Chris und Ray gelten.“

Das Interview endet mit einer sehr wahren Konklusio: „Niemand hat verlangt, dass Howard nach dem Black Friday alle Details der Angelegenheit auf den Tisch legt. Aber dass er geschwiegen hat, statt einmal zu sagen: „Hey, wir haben ein Riesenproblem und wissen ehrlich gesagt nicht was in naher Zukunft passieren wird. Aber wir werden alles versuchen, um Eure Spielergelder zu retten“, ist bei allem Verständnis nicht zu entschuldigen.

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