Die October Nine – Part 3 – Robert Salaburu: Vom Autohändler zum Millionär?

Robert Salaburu sieht auf den ersten Blick aus, wie das klassische erste Opfer des WSOP Main Event Final Tables. Er ist schon zu alt, um noch als Wonderkid durchzugehen, er hat weder live noch online große Cashes vorzuweisen und er besitzt nicht mehr viele Chips. Aber Salaburu hat auch einige Vorteile: er ist mit ein paar sehr, sehr guten Pokerspielern eng befreundet. Und er ist vor allem lässig.

Wenn man es so sehen will, dann sitzt der 27-jährige Texaner Robert Salaburu eigentlich nur, am Final Table des WSOP Main Events, weil der Black Friday und seine Auswirkungen ihn dahin gezwungen haben. Ursprünglich war der Texaner, der bereits seit zehn Jahren Poker spielt, ein reiner Cash Game-Spieler. Dann wechselte er zu Online-Turnieren, bevor ihn die Beschlagnahme der Seiten von PokerStars, FullTilt und Absolute Poker im April des vergangenen Jahres an die Live-Turniertische zwang.

Und dort füllte er dann auch schnell seinen bisher recht leeren Hendon Mob-Eintrag. Acht Cashes hatte er in der Folge vorzuweisen. Vorher waren es lediglich drei. Dennoch reichten die Ergebnisse nicht, um davon dauerhaft leben zu können. Salaburu versucht sich seitdem auch im Autohandel. Doch damit ist es seit dem Sommer natürlich vorbei. Der Texaner ist einer der October Nine und hat damit bereits knapp $900k sicher. Salaburus trockener Kommentar dazu:

„Ich spiele seit ungefähr zehn Jahre Poker, mal mehr, mal weniger. Ich hatte online ein paar gute Ergebnisse, aber auch ein paar üble Downswings. Es ist einfach geil, dass ich jetzt die Chance bekomme, einen Haufen Geld zu verdienen.“

Mit Poker angefangen hat Robert Salaburu bereits mit 16, pünktlich zu Beginn der Online-Revolution im Poker. „Wir haben in der Garage eines Freundes gespielt. Es war die Zeit, als PartyPoker richtig groß wurde. Wir spielten „Baseball“ und „Chicago“ und hatten eine Menge Spaß, während wir uns unsere erste kleine Bankroll aufbauten.“

Die Grundsteinlegung für seine Bankroll sollte Salaburu danach noch öfter erleben. „Ich war in den vergangenen zehn Jahren Dutzende Male broke und habe es immer wieder geschafft mir eine eigene Bankroll aufzubauen. Bankroll-Management war ehrlich gesagt nie mein Ding. Ich hab mich immer mal wieder versucht mit Shots auf die Express-Tour nach vorn zu bringen.“

Eine Entscheidung für oder gegen eine Poker-Karriere musste Robert Salaburu spätestens mit 20 auf dem College fällen. „Zwischen 18 und 20 hab ich Studium und Poker immer zusammen geschmissen und mich am Ende auf keines von Beidem konzentriert. Dann besuchte ich einen Freund in Miami in einem privaten College, um mich dort für ein paar Fächer einzuschreiben. Am Ende hab ich dort tagelang nur Cash Game Partien besucht, sie am Anfang ziemlich gecrasht, um nach einer 64 stündigen Session komplett broke zu gehen. Danach bin ich reumütig und pleite nach Texas zurückgekehrt. Und hab mich entschieden das Alibi-Studium am College zu beenden. Seitdem bin ich eigentlich Poker Pro.“

Bei der Analyse seines Spiels beim Main Event gibt sich Salaburu ebenso lässig, wie er auch ansonsten ist. Bei noch 100 verbliebenen Spielern hätte er für zwei Tage am Stück den Chiplead inne gehabt und sich pudelwohl gefühlt. „Ich spiele dann immer sehr aggressiv, weil ich das Momentum ausnützen möchte. Ich bin dann der Meinung, dass das Turnier für mich laufen muss. Nicht zuviel Theorie, nicht zuviel Taktik und vorsichtiges Agieren. Mein Motto heißt dann immer: Hab Spaß und lass den Dingen ihren Lauf.“

Ganz so unbedarft, wie das auf den ersten Blick aussieht, ist das natürlich nicht. Der Pro aus San Antonio (Texas) ist mit einigen sehr guten Pokerspielern befreundet. Mit Bobby Lane, David Emmons und Stephen Chidwick tauscht sich Robert Salaburu regelmäßig aus und diskutiert Hände und Spielsituationen.

Für die Vorbereitung zum WSOP Main Event Final Table hat er sich trotzdem eher Spaß, als intensives Spielen verordnet. „Ich werde ein paar Wochen in Mexiko am Strand verbringen und dann vielleicht zur WSOP Europe fliegen. Aber auch dort werden für mich in erster Linie der Spaß und das Interesse im Vordergrund stehen. Immerhin ist es nun fast 15 Jahre her, dass ich das letzte Mal in Europa war. Ich liebe das Reisen und kann es mir nun zum ersten Mal wirklich sorgenfrei leisten.“

ROBERT SALABURU (USA)

Alter: 27

Heimatstadt: San Antonio (Texas)

Online Nick: treadinbank

Beruf: Berufsspieler/ Autohändler

Stand vor dem Final Table: 7. Platz, 15.155.000

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