Die October Nine – Part 8 – Andras Koroknai: der Ungar mit dem Mega-Glück

Der einzige Nicht-Amerikaner ist der wohl unpopulärste Teilnehmer des WSOP Main Event Final Table. Denn, wäre es mit rechten Dingen zugegangen, würde Andras Koroknai gar nicht am Tisch sitzen. Statt ihm hätten die October Nine jetzt wahrscheinlich ein, möglicherweise sogar zwei weibliche Mitglieder. Dabei hatte ein weiterer, besonderer Glücksfall dazu geführt, dass der 30-Jährige überhaupt mit dem Poker angefangen hat.

Mit Glück im Unglück haben, kennt sich keiner so gut aus, wie Andras Koroknai. Bei einem Urlaub in Griechenland verunglückte der Ungar aus Debrecen mit seinem Motorrad und wäre normalerweise über eine Klippe in den sicheren Tod gestürzt, wenn nicht ein Verkehrsschild seinen Fall aufgehalten hätte. „Ich hatte danach nicht nur körperliche, sondern auch seelische Verletzungen auszukurieren und kämpfte wochenlang mit einer Depression. Meine erste Begegnung mit Online-Poker hat mir eine neue Perspektive eröffnet“, erinnert sich Koroknai an diese Zeit. Der Ungar, der einen Abschluss der Universität Debrecen in der Tasche hat und nach der Uni-Zeit als Computer-Ingenieur für die Firma (PC MAX KFT ) seines Onkels arbeitete, brauchte ein wenig, um sein Talent für das Spiel zu entdecken. „Ich hatte im ersten Jahr keinerlei Erfolge. Danach ging es allerdings stetig nach oben und 2009 hab ich mich für eine Pro-Karriere entschieden.“ Seitdem nimmt der 30-Jährige regelmäßig an den Major-Turnieren in Europa und den USA teil. Sein größter Erfolg war der Gewinn der WPT L.A. Poker Classic im Jahr 2010, für den er satte 1,8 Millionen Dollar kassierte.

Zwar ist Andras Koroknai auch deshalb ein respektierter Turnierspieler, aber bei diesjährigen WSOP musste er von seinem offenbar prall gefüllten Glückskonto noch mal eine ordentliche Auszahlung vornehmen.

Während des letzten Tages hatte der Ungar permanent mit einem drohenden Ausscheiden zu kämpfen. Dann kam es zur wohl kontroversesten Hand des ganzen Turniers. Andras war vom Small Blind all in gegangen und hatte, nachdem der Big Blind gefoldet hatte, seine Karten in den Muck geworfen. Was Koroknai entgangen war: die Französin Gaelle Baumann hatte aus früher Position geraist und war noch in der Hand. Der Floorman hatte nun eine Entscheidung zu treffen: er erklärte die Hand des Ungarn für tot und ließ ihn nur das Raise bezahlen. Andras Koroknai hatte Mega-Dusel, denn Baumann hielt in dieser Hand Könige. Unter normalen Umständen wäre das Turnier für Andras beendet gewesen.

Das Glück begleitete Kroknai auch danach:  bei noch 14 Spielern war er gegen den, ihn in Chips dominierenden Danny Wong all in. Andras hielt As9s Danny Wong AdTh. Der Flop von JsKs3c brachte Hoffnung, der Turn Ah und auf dem River von 8s war Koroknai der nächsten tödlichen Kugel ausgewichen.

Kurioserweise war es dann auch der glückliche Ungar, der erst auf Platz 11 Elisabeth Hille und dann auf der Final Table  Bubble (Platz 10) Gaelle Baumann eliminierte. Die Bustouts der beiden letzten Frauen und sein unglaublicher Dusel haben Andras Koroknai innerhalb der Poker-Community natürlich nicht gerade neue Fans beschert.

Unterstützung wird der erste Ungar an einem Main Event Final Table allerdings nicht nur von seinen Landsleuten, sondern auch von einigen anderen Zuschauern erhalten. Immerhin ist er der einzige Nicht-Amerikaner der October Nine.

ANDRAS KOROKNAI (Ungarn)

Alter: 30

Heimatstadt: Debrecen (Ungarn)

Online Nick:

Beruf: Berufsspieler

Stand vor dem Final Table: 2. Platz, 29.375.000 Chips

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