Strategie-Corner Bankrollmanagement

Servus Sportwettenfreunde,

heute ist leider nicht wirklich ein spielbares Match dabei. Die Begegnungen sind entweder sehr eng oder die Quoten zu schlecht. Daher heißt es die Finger still halten und nicht unnötig knappe Entscheidungen eingehen.

Ich möchte den freien Tag für den zweiten Teil meiner Strategie Corner, dem Bankrollmanagement, nutzen. Wie beim Poker ist ein solides Bankrollmanagement absolute Grundvoraussetzung um überhaupt eine Chance zu haben langfristig profitabel zu sein. In einem ersten Schritt ist die Höhe der Bankroll zu bestimmen. Dabei solltet ihr einen Betrag wählen, der keine Auswirkung auf eure allgemeine finanzielle Situation hat und den ihr im schlimmsten Fall bereit seid zu verlieren. Der weitaus schwierige Schritt ist das Bestimmen der richtigen Betsize. Hierbei gibt es nicht, die eine korrekte Lösung. Vorherrschende Meinung ist es, dass man nie mehr als 5% der Bankroll in einer einzelnen Wette binden sollte. Weitaus kontroverser wird die Frage diskutiert ob eine konstante oder variable Betsize von Vorteil ist. Wie der Name bereits sagt, spielt ihr bei der Strategie einer konstanten Betsize jede Wette gleich an. Wesentlich interessanter ist der Ansatz einer variablen Betsize. Diese Strategie geht auf eine Spieltheorie aus dem Jahre 1956, dem sogenannten Kelly Kriterium zurück. Kelly entwickelte folgende Formel, mit deren Hilfe man für jedes Szenario die mathematisch korrekte Betsize bestimmen kann.

f* = (bp – q) / b f*= optimaler Einsatz als Bruchteil der Bankroll

b = Nettoquote (z.B. Quote 2 entspricht Nettoquote 1)

p = Gewinnwahrscheinlichkeit

q = Verlustwahrscheinlichkeit (1-p)

An Hand eines Beispiels wird die Anwendung leicht verständlich. Nehmen wir an Ihr habt euch eine Wette mit Quote 2,5 rausgesucht. Die Nettoquote (b) beträgt in diesem Fall 1,5. Ihr geht davon aus die Wette in 42% der Fälle zu gewinnen. P ist somit 0,42 und die Verlustwahrscheinlichkeit (q) dementsprechend 0,58. Gebt ihr diese Zahlen in die Formel ein, erhaltet ihr 0,033 als Ergebnis. Das bedeutet, dass für die gegebenen Parameter, 3,3% die optimale Betsize ist. Nachteil der Anwendung des Kelly Kriterium ist es, dass ihr selber die Gewinnwahrscheinlichkeit für euren Tipp abschätzen müsst. Je höher die geschätzte Gewinnwahrscheinlichkeit desto höher die mathematisch optimale Betsize. Da jeder Sportwetter grundsätzlich dazu tendiert, die Gewinnwahrscheinlichkeit der eigenen Tipps zu hoch anzusetzen, sollte man das Ergebnis mit Vorsicht genießen. Eine Möglichkeit dieser Befangenheit entgegenzuwirken ist es, das Ergebnis noch einmal zu halbieren. Grundsätzlich ist das Verwenden einer variablen Betsize nur ratsam, wenn ihr über eine gute Einschätzung eurer Gewinnwahrscheinlichkeit verfügt. Für Anfänger ist daher eher das Konzept der konstanten Betsize ratsam. Es kann jedoch nicht schaden sich mit dem Kelly Kriterium auseinanderzusetzen, da es euch hilft ein Gespür für realistische Gewinnwahrscheinlichkeiten zu erlangen.

Ich hoffe dieser Überblick gibt euch ein besseres Verständnis für die verschiedenen Ansätze des Bankrollmanagements.

Gerne könnt ihr mir Fragen oder Anregungen in die Kommentare schreiben.

HansWurst

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