Wien wehrt sich! – Wettbüros im Fokus einer Bürgerinitiative

Auf einem knappen Kilometer im fünften drängen sich 13 Wettbüros samt den obligatorischen Spielautomaten. Meist mit diskretem eigenem Eingang. Einst war die Reinprechtsdorferstraße im fünften Wiener Gemeindebezirk eine durchaus schmucke Geschäftsstraße, aber mit dem Niedergang des urbanen Einzelhandels kamen neue Mieter mit neuen Angeboten. Inzwischen reiht sich Wettbüro an Wettbüro, getrennt durch Handyshops und auch die Zunft der Pfandleiher erkennt ihre Chance und mietet sich in die Seitengassen ein. Dort sind die Mieten noch günstiger und die Eingangstüren noch diskreter.

Die Bürgerinitiative „Republik Reinprechtsdorf“ kämpft nun an gegen den scheinbar übermächtigen Feind. Immerhin gelang es ihnen dieses Wochenende Medien „Kurier“ und „Standard“ auf die Probleme hinzuweisen. Diese schickt auch prompt Lokalreporter in den Bezirk und deren Bericht wird den Betreibern der „Spielhöllen“ sicher nicht zum Vorteil gereichen. Unter anderem weist der „Standard“ auch auf die aktuellen Statistiken hin, in den ganz klar bewiesen wird, dass Glücksspielsucht inzwischen die Drogensucht als Initial-Motiv für kriminelle Handlungen abgelöst hat. Abgesehen vom programmierten weiteren Niedergang der einstigen schönen Einkaufsstraße. Im Umfeld von Wettbüros, Spielhöllen, Pfandleihern und Handyshops, gedeihen höchsten noch Kebab-Läden. Wie man aus kulinarisch gut unterrichteten Kreisen hört, sind deren Mitarbeiter oft die besten Kunden. Was in zwölf Stunden am Grill verdient wird, wandert nach dem Dienst in den Schlitz der Automaten.  – Für die Zukunft hat die Bürgerinitiative weitere Aktionen angekündigt. Wir werden darüber berichten. 

Quellen: derstandard.at, kurier.at – Foto: aktion21.at

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