Lohnt sich Staking?


Vladimir Geshkenbein stellte sich gestern offen der Community und teilte mit, dass er broke sei. Aus aktuellem Anlass haben wir uns eingehend mit dem Thema Staking befasst und hinterfragt: Lohnt sich Staking überhaupt?

Zunächst muss man sicherlich differenzieren, um wen es beim Staking überhaupt geht. Anfangen wollen wir mit dem Spieler, der gerne Anteile an einem Event oder einem Package verkaufen möchte. Er genießt natürlich den Vorteil, Turniere zu spielen, die er sich mit ernstem Bankroll Management nicht leisten kann und/oder gleicht damit die Varianz aus. Doch ist es wirklich so lohnenswert? Denn schließlich gewinnt man nicht jede Woche bei einer EPT oder einer WSOP den Titel. 

Natürlich macht es Sinn, viele Events zu spielen und sich gegen die Besten der Welt zu versuchen. Nur so lernt man und verbessert sein Spiel. Doch sicherlich sollte man sich hinterfragen, warum man unbedingt Poker spielen will. Möchte man damit langfristig seinen Lebensunterhalt finanzieren, dann ist ein Staking sicherlich sinnvoll, wenn man es zielstrebig verfolgt. 

Möchte man den Lifestyle genießen und schnelles Geld machen, dann benötigt man den Glücksfaktor, beziehungsweise die Varianz. Denn wenn sie zufällig positiv ausschlägt, dann gewinnt auch ein Jamie Gold ein Main Event und $12.000.000 US-Dollar. Lässt man sich hier staken, dann wird man sich sicherlich ärgern, wenn man vom gewonnen Preisgeld wieder 70-80% abtreten muss. Denn solch einen Erfolg passiert einem nicht unbedingt oft. 

Alles in allem sollte sich der Spieler große Gedanken machen, ob ein Staking bei ihm sinnvoll ist. Wer noch weitere zehn Jahre „grinden“ möchte und somit seinen Lebensunterhalt verdient, der ist beim Staking sicherlich gut aufgehoben. Es ist auch ein guter Start um seine Bankroll zu verbessern. 

Lohnt sich ein Staking als Spieler? Hochgepokert.com sagt: Ja, zu 70% 

Kommen wir zum Staker selbst. Denn dieser investiert eine Summe in einen Spieler, um am Ende davon gewinnbringend zu profitieren. In der Wirtschaft spricht man hier oft von Crowdfunding. Mit der sogenannten Schwarmfinanzierung lassen sich Projekte, oder Umsetzungen von Geschäftsideen mit Eigenkapital, zumeist in Form von stillen Beteiligungen, versorgen. Das moderne Konzept hat in Deutschland bereits zahlreiche Erfolge feiern können. 

Doch wie sieht es mit dem Staker aus? Zunächst hat er ein hohes Maß an Verlustrisiko. Zum einen erreicht ein Spieler mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Geldränge, zum anderen könnte man auf einen Betrüger reinfallen. Des Weiteren ist es natürlich auch eine Frage des Geschäfts. Beim WSOP Main Event gab es teilweise ein Mark-Up von über 2,0, was bedeutet, ich bekomme Prozentual gesehen nur die Hälfte meiner Anteile. 

In der Regel liegt das Mark-Up bei 1,2. Doch selbst diese Investitionen sind nicht immer lohnenswert. Ein Beispiel: Daniel Negreanu hat auf Twitter seine Jahresbilanz veröffentlicht. Im Schnitt erreichte er jedes fünfte Mal die Payouts. Das ist sicherlich ein starkes Ergebnis und Daniel Negreanu zählt zu den stärksten Live-Turnierspielern.

Gehen wir davon aus, wir hätten uns an Daniel Negreanus Action beteiligt. Wir investieren bei 5 Turnieren (Buy-In je €5.000) jeweils 10%. Bei einem Mark-Up von 1,2 wären dies pro Turnier €600. Insgesamt müssten wir also die Summe in Höhe von €3.000 investieren, damit wir bei Daniel Negreanus Turnieren (Gesamt Buy-In: €25.000)  mit 10% beteiligt sind. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass die Payouts sehr kopflastig sind und somit bei großen Turnieren erst am Final Table die großen Sprünge anfangen.

Daniel Negreanu casht also beim fünften und letzten Event, bekommt allerdings nur einen Cash in Höhe von rund €22.000. Bei der EPT in Berlin, bei der in diesem Jahr 912 Spieler teilgenommen haben, wäre dies zum Beispiel ein 25. Platz gewesen, was sicherlich keine schlechte Leistung ist. Hier erhalten wir also 10% seines Erfolges, sprich €2.200. Insgesamt haben wir also €800 verloren. 

Wäre Daniel Negreanu allerdings an den Final Table gekommen oder hätte das Turnier gewonnen, dann hätten wir bis zu €88.000 verdienen können. Doch ein Sieg des gestakten Spielers ist sehr unwahrscheinlich und liegt bei unter 1%. 

Alles in allem muss auch hier sich der Staker sehr genau hinterfragen, welchen Spieler er staken möchte und welche Absichten er verfolgt. Natürlich kommt es auch immer auf die Angebote der Spieler an. So gibt es unter anderem auch sogenannte 80-20 Deals, bei dem der Spieler 100% seiner Action verkauft aber nur 80% an die Staker zurückgibt. Wer also erfolgreich staken möchte, um damit reichlich Geld zu verdienen, der sollte auch viel Geld in die Hand nehmen und viel Zeit investieren. 

Lohnt sich ein Staking als Staker? Hochgepokert.com sagt: Ja, zu 30%

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